Landgericht

Mülheimer (21) soll fast 18 Kilo Marihuana verkauft haben

Zwei weitere Verhandlungstage sind am Landgericht Duisburg angesetzt. Am 4. Februar könnte ein Urteil gesprochen werden.

Zwei weitere Verhandlungstage sind am Landgericht Duisburg angesetzt. Am 4. Februar könnte ein Urteil gesprochen werden.

Foto: Volker Hartmann / picture alliance / Volker Hartmann/dpa

Mülheim/Duisburg.  120-facher Drogenhandel wird einem Mülheimer (21) zur Last gelegt. Vor sieben Jahren war er schon mal vor Gericht, aber nicht als Angeklagter.

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Wegen Drogenhandels in 120 Fällen steht ein 21-jähriger Mülheimer vor dem Landgericht Duisburg. Zwischen März 2018 und Juli 2019 soll er insgesamt fast 18 Kilo Marihuana verkauft haben. Da der Angeklagte damals noch Heranwachsender war, findet der Prozess vor der Jugendkammer statt.

Die Anklage geht davon aus, dass der junge Mann in 15 Fällen in seiner Wohnung in Broich jeweils ein Kilo Rauschgift an einen Groß-Abnehmer verkaufte. 6000 Euro soll der Käufer dafür jedesmal bezahlt haben. In weiteren 104 Fällen soll der Mülheimer an einen weiteren Stammkunden jede Woche zweimal 25 Gramm verkauft haben.

Mülheimer sitzt seit Mitte Juli 2019 in Untersuchungshaft

Bei einer Durchsuchung der Wohnung des 21-Jährigen wurden am 18. Juli 2019 weitere 175 Gramm Marihuana gefunden. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Daran konnten auch zwei Haftprüfungstermine beim Amtsgericht Mülheim und beim Landgericht Duisburg nichts ändern.

Der Verteidiger kündigte am ersten Verhandlungstag eine Einlassung seines Mandanten zu einem späteren Zeitpunkt an. Er will erst die Vernehmung des Hauptbelastungszeugen, eines der beiden Drogenkäufer, abwarten. So viel wurde aber schon jetzt deutlich: Der Angeklagte ist kein gewissenloser Dealer, sondern geriet durch persönliche Schicksalsschläge in den Drogenkonsum und letztlich auch in den Drogenhandel.

Angeklagter war eines der Opfer in einem Fall schweren Kindesmissbrauchs

2013 hatte der junge Mülheimer schon einmal vor dem Landgericht gestanden. Damals aber nicht als Angeklagter, sondern als Zeuge. Da hatte er gerade nicht nur einen passablen Schulabschluss hingelegt, sondern auch höchste internationale Meistertitel in einer modernen Tanzsportart errungen.

Doch sein Tanzlehrer und Mentor hatte mit der Förderung des Nachwuchstitels nicht nur uneigennützige Zwecke verfolgt: Er missbrauchte den jungen Mülheimer und andere Schützlinge sexuell. Dafür kassierte der Mann eine mehrjährige Haftstrafe. „Mein Mandant hat den Tanzsport daraufhin aufgegeben. Mit dem Drogenkonsum wollte er wohl belastende Erinnerungen unterdrücken“, so der Verteidiger. Für den Prozess sind bis zum 4. Februar noch zwei weitere Verhandlungstage geplant.

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