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Investoren wollen Entree zum Dorf Saarn deutlich aufwerten

Im Saarncenter will Paschmann

Im Saarncenter will Paschmann

Foto: Martin Möller

Mülheim.   Wohnungsbaugesellschaft SWB, Edeka Paschmann und Imoba Immobilien haben große Pläne für Saarn. Saarncenter und Umfeld sollen attraktiver werden.

Das westliche Entree zum Saarner Dorfkern könnte in den nächsten Jahren eine deutliche Aufwertung erfahren. Möglichst im Sommer sollen die Bauarbeiten für einen neuen Edeka-Markt im Saarncenter beginnen, im direkten Umfeld planen die bekannten Mülheimer Projektentwickler von Imoba die Neuansiedlung von Gewerbe und Büros.

Die Pläne für Umbau und Erweiterung des ehemaligen Tengelmann-Marktes im Saarncenter sind nicht neu, haben jetzt aber an Tiefenschärfe gewonnen, so dass die Wohnungsbaugesellschaft SWB nach einigen Umplanungen vor Weihnachten endlich den Bauantrag bei der Stadtverwaltung einreichen konnte. „Wir warten jetzt noch auf die Abbruchgenehmigung für den alten Penny-Markt“, so SWB-Geschäftsführer Andreas Timmerkamp. Dafür müsse man dem Umweltamt noch ein Rückbau- und Entsorgungskonzept vorlegen.

Rund drei Millionen Euro werden investiert

Rund drei Millionen Euro werden investiert, um am Ort in sechs bis acht Monaten Bauzeit einen Markt von Edeka Paschmann zu etablieren. Timmerkamp spricht von einer Marktfläche von 2200, Paschmann von 1600 Quadratmetern. Eine Überraschung behält sich Paschmann laut SWB-Chef im Untergeschoss vor. Dort soll auf 200 Quadratmetern eine wohl besondere Verkaufsfläche entstehen. Eine Tiefgarage wird es später nicht mehr geben, dafür aber 130, 140 oberirdische Parkplätze, die auch von der Vorderseite des Saarncenters zu erreichen sein sollen.

„Das Entree zum Dorf wird deutlich aufgewertet, das wird eine richtig gute Sache“, lobt Timmerkamp den „Enthusiasmus“, mit dem Paschmann unterwegs sei. Heinz-Wilhelm Paschmann als Seniorchef des Mülheimer Supermarkt-Betreibers gibt sich noch zurückhaltend mit einem Eröffnungstermin: „Wir sind abhängig von der Baugenehmigung – und dann ist ja auch noch die Bauwirtschaft überlastet. Wir wissen nicht, ob sofort eine Baufirma zu finden ist.“

Bebauungsplanverfahren geht im Januar an den Start

Noch wesentlich jünger sind die Planungen, die Imoba für das Areal nördlich des Saarncenters forciert. Das Immobilienunternehmen vom Uhlenhorstweg hat dort ein Grundstück mit altem Gebäudebestand und Tennisplatz erworben, das es zu einem modernen Gewerbe- und Bürostandort entwickeln will. Laut Geschäftsführer Theo Höckesfeld liegt bereits eine Abrissgenehmigung für sämtliche leer stehende Gebäude vor. Noch im Januar oder Februar werde der Abbruch beginnen. Auch Höckesfeld verspricht „eine deutliche Aufwertung“ am Rande des Saarner Dorfkerns.

Um vor Ort etwas Neues entstehen zu lassen, geht noch im Januar ein Bebauungsplanverfahren an den Start. Kosten für Gutachten, Planungsleistungen, Ausgleichs- oder Artenschutzmaßnahmen will die neue Eigentümerin tragen. Am Ende soll dem Investor ein größerer Spielraum für eine lukrative Nutzung eröffnet werden. So soll aus dem bestehenden Bebauungsplan die Regelung getilgt werden, dass die Gebäudehöhe maximal neun Meter betragen darf. Imoba hat der Stadt ein Nutzungskonzept vorgelegt, das an Ort und Stelle des Tennisplatzes ein bis zu sechs Geschosse hohes Bürogebäude vorsieht. Man sei bereits mit ortsansässigen Firmen im Gespräch, die auf der Suche nach einem modernen Domizil seien, sagt Höckesfeld.

Produzierendes Gewerbe soll ausgeschlossen bleiben

Wegen der Nähe zur Wohnbebauung soll produzierendes Gewerbe weiter ausgeschlossen bleiben. Laut aktuellem Konzept plant Imoba an der Düsseldorfer Straße mit einem viergeschossigen Bürogebäude und einer zweigeschossigen Gastronomie. In einem Ensemble sollen beide Gebäude mit einem sechsgeschossigen Bürobau eine architektonische Einheit bilden. Zentral auf dem Grundstück soll es Parkplätze geben. Sie sollen über die vorhandene Stichstraße, die zum Tennisplatz und zum ehemaligen Tengelmann-Parkplatz führt, erschlossen werden. Geprüft werden soll, ob eine zusätzliche Ausfahrt nötig wird.

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Edeka Paschmann betreibt mit mehr als 600 Mitarbeitern aktuell zehn Märkte, davon fünf in Mülheim, zwei in Düsseldorf sowie je einen in Duisburg, Oberhausen und Moers. Seinen ersten Markt eröffnete Heinz-Wilhelm Paschmann 1961 an der Mellinghofer Straße, mit damals noch nur 45 Quadratmetern Verkaufsfläche.

Imoba Immobilien agiert als Investor, Projektsteuerer und Vermieter. In Mülheim hat das Unternehmen bereits für Aon den Bürokomplex auf der Saarner Kuppe modernisiert, für Aldi Süd hat es den Verwaltungscampus in Saarn entwickelt. Auch die Mobile Hochschule in Styrum zählt zu den Referenzprojekten.

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