Trickbetrug

Heißener durchkreuzt Telefontrick eines falschen Kripo-Manns

Falsche Polizisten haben es wieder einmal auf arglose Bürger abgesehen. Diesmal helfen ihnen die neuen digitalen Kommunikationsmöglichkeiten bei einer perfiden Masche weiter.

Falsche Polizisten haben es wieder einmal auf arglose Bürger abgesehen. Diesmal helfen ihnen die neuen digitalen Kommunikationsmöglichkeiten bei einer perfiden Masche weiter.

Foto: Martin Gerten / dpa

Mülheim.  Vorsicht falsche Kripo-Beamte: Am Telefon bitten sie ihre Opfer, den Notruf 110 zu wählen. Beim Gespräch mit der echten Polizei lauschen sie mit

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„Hallo, hier spricht die Kripo, wir wollen Sie warnen“ – die neueste Masche der Trickbetrüger ist so einfach wie raffiniert. Davon weiß ein Heißener zu berichten, den es erwischt hatte. Und der die Trickserei durchschaute. Raffiniert ist die Methode, weil sie das Vertrauen in die Obrigkeit nutzt und besonders auf ältere Menschen zielt.

„Er klang nicht wie ein Kriminalkommissar, er sprach so ein ,Straßendeutsch’“

So war auch Herr M. (Name ist der Redaktion bekannt) zunächst nicht argwöhnisch als sich bei ihm an einem frühen Morgen zackig „Alex Heimann von der Kripo, Abteilung Raubdezernat“ meldete. Angeblich habe die Polizei gerade zwei Betrüger gefasst, auf deren Liste auch der Name von Herrn M. stünde.

Nun bräuchten die vermeintlichen Beamten nähere Angaben von ihm zur Bestätigung: Für die Richtigkeit des Namens, der Adresse – und auch einen Betrag von 20.000 Euro auf einem Sparbuch – wollten sie von M. die Zusage. „Ich wurde misstrauisch, denn der Mann am Telefon klang nicht wie ein Kriminalkommissar, er sprach so ein ,Straßendeutsch’“, wunderte sich der Heißener.

Der Trick: Falscher Kripo-Mann fordert 110 anzurufen, ohne aufzulegen

Das Misstrauen wuchs erst recht, als der „Aushilfs-Schimanski“ angab, vom „Polizeipräsidium Mülheim“ anzurufen – „das gibt es schlicht nicht“, weiß M. Inzwischen hatte der ehemalige Fernmelde-Ingenieur der Telekom schon seinen Computer angeworfen, um die Nummer des Anrufers zu verfolgen. Die war jedoch anonymisiert. „Dann rufen Sie doch 110 an“, verlangte der vermeintliche Kripo-Mann, „aber legen Sie nicht auf“.

Hier aber lauert der eigentliche Trick: Wer nun den Notruf 110 wählt ohne aufzulegen, und meint, mit der Polizei verbunden zu sein, liegt falsch. „Die ursprüngliche Verbindung bleibt bestehen, der Trickbetrüger gibt den Hörer vermutlich einfach nur an seinen Kollegen weiter“, schildert der frühere Fernmelder M. Der Heißener legte in diesem Fall aber vorsichtshalber auf, bevor er den Polizei-Notruf wählte.

„Aushilfs-Schimanski“ wird am Telefon rabiat

Und wurde sofort erneut von der vermeintlichen Kripo angerufen. Diesmal erhöhte der Anrufer den Druck und drohte damit, Herrn M. die Kosten für den Ermittlungsaufwand in Rechnung zu stellen, wenn er nicht den Anweisungen folge. M. blieb jedoch cool und legte stattdessen auf.

Bei der Polizei Essen-Mülheim weiß man um die neue Kripo-Masche. Wer sich auf das Gespräch mit dem vorgetäuschten Polizei-Notruf einlässt, gibt unter Umständen sensible Daten am Telefon preis, die die Trickbetrüger anschließend nutzen können. Oft werden sie gebeten, sich an einer vermeintlichen Falle für den Trickbetrüger zu beteiligen, indem die ihr Konto leeren und das Geld an einem bestimmten Ort deponieren, damit die „Falle“ zuschnappen kann.

„Die echte Polizei würde in keinem Fall am Telefon nach vorhandenem Schmuck oder nach Bargeld und Vermögen fragen“, teilt die Polizeisprecherin mit. Sie rät dringend dazu, nicht den Anweisungen des falschen Polizisten zu folgen, und immer erst aufzulegen, bevor man dann die Notrufnummer 110 wählt. So sei gewährleistet, dass die Verbindung auch wirklich unterbrochen ist, und nicht mehr mitgelauscht wird.

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