Großbrand

Großbrand in Mülheim unter Kontrolle – Warnung aufgehoben

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Feuer im Mülheimer Hafen: Ehemaliger Real-Markt in Flammen

Feuer im Mülheimer Hafen: Ehemaliger Real-Markt in Flammen

Großeinsatz im Mülheimer Hafen: Auf einer Fläche von 150 mal 100 Metern brennt der Komplex, in dem sich bis November 2019 der Real-Markt befand.

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Mülheim.  Nach dem Brand im Mülheimer Hafen hat die Feuerwehr das Feuer unter Kontrolle. Anwohner können ihre Wohnungen wieder gefahrlos verlassen.

Am ehemaligen Real-Markt an der Weseler Straße in Mülheim-Speldorf läuft seit kurz nach Mitternacht am Montag ein Großeinsatz: Der Gebäudekomplex hat dort lichterloh gebrannt. Mittlerweile ist das Feuer unter Kontrolle, die Nachlöscharbeiten dauern jedoch an.

Für die Anwohner wurde gegen 11.20 Uhr Entwarnung gegeben: „Von dem Großbrand an der Weseler Straße gehen keine schädlichen Emissionen aus“, heißt es in einem aktuellen Statement von Krisenstabsleiter, Stadtdirektor Frank Steinfort. Die Warnung, die Wohnungen nicht zu verlassen, sei damit aufgehoben.

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Feuer im Mülheimer Hafen: Alarm kurz nach Mitternacht

Gegen 0.20 Uhr war die Wehr alarmiert worden und hatte kurz darauf Vollalarm ausgelöst. Kollegen aus Essen und Duisburg eilten zu Hilfe. In den frühen Morgenstunden rückten auch weitere Einheiten der Feuerwehren aus Düsseldorf, dem Kreis Mettmann und aus Neuss an.

Auf einer Fläche von 150 mal 100 Metern, so schätzte Feuerwehr-Pressesprecher Thorsten Drewes gegen 2.30 Uhr vor Ort, stehe das Gebäude in Flammen. Der Großeinsatz werde wohl "noch Stunden, vielleicht sogar Tage andauern".

Am Vormittag war klar: Menschen sind nicht zu Schaden gekommen, doch das Dach ist eingestürzt.

Der Großeinsatz dauert auch noch am Montagvormittag an. Das Feuer ist zwar unter Kontrolle, doch die Nachlöscharbeiten werden voraussichtlich noch eineinhalb bis zwei Tage dauern. Bis zu 350 Feuerwehrleute sind im Einsatz gewesen.

Straßensperren rund um den Brandort

Rund um den Brand hat die Polizei Straßensperren eingerichtet, die mittlerweile von der Stadt Mülheim übernommen worden sind. Die meisten Firmen im Hafen sind laut Angaben der Polizei über die Konrad-Adenauer-Brücke und der Berg-/Mainstraße erreichbar. Von Kreuz Kaiserberg kommend bleibt die Timmerhellstraße die einzige Zufahrt zu den Gewerbebetrieben.

Komplett gesperrt sind die Elbestraße und Teile der Weseler Straße (zwischen Schauenburg und Abfahrt Bergstraße) und Rheinstraße (zwischen Weseler und Neckarstraße. Auch wird versucht, den Durchgangsverkehr bereits in einiger Entfernung umzuleiten, so an der Duisburger Straße.

An die Firmen im Hafengebiet hatte die Polizei appelliert, die Mitarbeiter wegen der möglichen Schadstoffbelastung – wenn möglich – im Homeoffice arbeiten zu lassen. Betriebe in den gesperrten Bereichen sind laut Polizei zumindest fußläufig erreichbar, sofern sie nicht zu nah an der Einsatzstelle liegen.

Großbrand in Mülheim: Riesige Rauchschwaden über der Stadt

Am Himmel über Mülheim waren in der von Schnee und Laternen erhellten Stadt riesige Rauchschwaden zu sehen, die von Speldorf aus Richtung Saarn zogen. Auch der orangerote Feuerschein war weit über das Hafengebiet erkennbar. Von bis zu 30 Meter hohen Flammen berichtete einer der vor Ort anwesenden Polizisten und von einstürzenden Gebäudeteilen.

Viele Fahrzeuge mit langen Drehleitern waren in der Nacht und am Morgen im Einsatz, um den Flammen Herr zu werden. Laut Drewes lagerten in einem Gebäudeteil unter anderem 6000 Paletten Pappe.

Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen der Flammen auf eine Tankstelle verhindern, die direkt neben der Halle liegt. „Das war unser Hauptaugenmerk“, sagte ein Sprecher. Die Tankstelle sei „massiv gekühlt“ worden, damit sich die großen Mengen Treibstoff nicht entzündeten.

Feuer in Mülheim: Warn-App Nina hat frühzeitig informiert

Unter anderem hatte die Warn-App Nina die Mülheimer über den Großbrand informiert; in den sozialen Netzwerken kursierten kurz darauf erste Fotos.

Die Anfahrt zum Einsatzort bei Temperaturen um minus 5 Grad und Glätte sei etwas problematisch gewesen. Auch müsse man aufpassen, dass das Löschwasser nicht einfriert, so Drewes. Wegen der eisigen Temperaturen müssten auch die Brandbekämpfer regelmäßig ausgetauscht werden. „Alle sind schnell durch das gefrierende Löschwasser vereist.“

Keine Gefahr durch Asche – Feuerwehr gibt Hinweise

Am Vormittag meldete die Stadt, dass es im Umfeld des Brandes auch zum Niederfall von Asche und Brandrückständen kommen kann.

„Verbrannt sind in erster Linie Kartons und das Dach des Gebäudes", so Krisenstabsleiter Frank Steinfort. Dies sei vergleichbar mit Asche die zum Beispiel beim Grillen entsteht und ungefährlich. Stadt und Feuerwehr raten betroffenen Anwohnern, betroffene Bereiche wie folgt zu reinigen:

  • Kleine / feine Partikel auf Schnee sollten zusammengeschoben und beiseite geräumt werden. Entweder fließen diese dann bei Tauwetter über die Kanalwege ab oder können nach dem Abtauen in der Restmülltonne entsorgt werden.
  • Gröbere Partikel können mit Einmalhandschuhen eingesammelt und ebenfalls in den Restmüll geworfen werden.
  • Betroffene Oberflächen können mit Einmalhandschuhen und haushaltsüblichen Reinigungsmitteln abgewaschen werden.

Früherer Real im Hafen: Gebäudekomplex wird zurzeit saniert

Erst kürzlich hatte diese Zeitung darüber berichtet, dass der ehemalige Real-Markt seit fast einem Jahr grundlegend umgebaut wird und nun auch ein neuer Name feststehe: Als künftige Hauptmieter angedacht waren Edeka Paschmann, Lidl sowie dm.

Der Eigentümer, eine Mülheimer Grundstücksgesellschaft, hatte berichtet, dass man mit den Arbeiten im Zeitrahmen liege. Aktuell gehe es um neue Bodenplatten erneuert und Heizungs- sowie Elektroinstallationen. „Wir möchten im Sommer eröffnen“, hatte der Bauherr erklärt. (mit dpa)

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