Ferienbetreuung

Fehlende Ferienbetreuung: Mülheimer Mutter startet Petition

Kinder, die in der VGS betreut werden, haben keine gesicherte Ferienbetreuung.

Kinder, die in der VGS betreut werden, haben keine gesicherte Ferienbetreuung.

Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Eine Mülheimer Mutter bemängelt in einer Online-Petition das fehlende Ferienangebot für VGS-Kinder. Dort gibt es keine verlässliche Betreuung.

Mit einer Online-Petition macht eine Mülheimer Mutter auf eine Bredouille aufmerksam, in der viele Familien im Sommer stecken: Wie sichere ich die Ferienbetreuung für mein Grundschulkind?

Die Initiatorin Michaela Schulz lässt ihren achtjährigen Sohn nach dem Unterricht in der VGS, der verlässlichen Grundschule, betreuen. Anders als die OGS, die offene Ganztagsschule, bietet die VGS aber nicht regulär eine Ferienbetreuung an. „Welcher normale Arbeitnehmer kann zwölf Wochen Urlaub im Jahr nehmen?“, fragt die Mutter in ihrer Petition, die sie an Oberbürgermeister Ulrich Scholten richtet. Sie fordert, dass die Ferienbetreuung zum festen Bestandteil der VGS wird – bis 14 Uhr.

Freie Träger sind für die VGS in Mülheim verantwortlich

„Die Tatsache ist erst mal richtig“, bestätigt Peter Hofmann, stellvertretender Leiter des Amtes für Kinder, Jugend und Schule, das Problem des fehlenden Ferienangebots. Die Stadt habe sich aus der „8 bis 1“-Betreuung (meist geht sie aber bis 14 Uhr), wie sie umgangssprachlich heißt, komplett herausgezogen. Freie Träger, zum großen Teil Caritas und Diakonie, übernehmen die VGS – finanziert durch Landesmittel und Elternbeiträge.

„Die Mittel reichen nicht, um eine Betreuung in den Ferien zu garantieren“, sagt Hofmann. „Das ist in der Struktur nicht vorgesehen.“ Trotzdem gebe es zahlreiche Angebote: zum einen die Ferienspiele der Stadt, bei denen Eltern ihre Kinder anmelden können, zum anderen die Angebote der freien Träger.

VGS-Ferienbetreuung kostet 60 Euro pro Woche

Das bestätigt auch Georg Jöres, Fachdienstleiter für Jugendarbeit und Schule bei der Caritas. „Wir bieten an all unseren VGS-Standorten auch Ferienbetreuung an.“ Die Caritas betreibt an zehn Mülheimer Grundschulen den offenen Ganztag, an sechs davon zusätzlich die VGS. 60 Euro ist der reguläre Wochenpreis, für Familien mit dem Mülheim-Pass kostet sie die Hälfte. Georg Jöres kennt die Nöte in den Ferien: „Die Mutter ist da nicht alleine.“

Er weist aber auch auf die zusätzlichen Möglichkeiten hin: Beispielsweise bieten die katholischen Jugendzentren ebenfalls ein Ferienprogramm an. „Wer eine Betreuung sucht, findet sie in Mülheim“, sagt Jöres. Trotzdem weiß auch Peter Hofmann um die Schwierigkeiten: „Die Möglichkeiten der freien Träger ersetzen kein flächendeckendes Angebot.“ Nicht an jedem Standort gebe es Betreuung, unter Umständen müssen Eltern weitere Wege fahren.

Offener Ganztag finanziert sich auch aus kommunalen Geldern

Weil die VGS nicht mehr in städtischer Hand ist, ergibt sich aber noch ein weiteres Problem, das auch Michaela Schulz in ihrer Petition benennt: Weil sie ihren Sohn nicht in der städtischen OGS betreuen lässt, erhält sie keine Ermäßigung auf die Kindergartenbeiträge ihrer beiden jüngeren Kinder.

Die offene Ganztagsschule finanziert sich nicht nur durch Landesmittel und Elternbeiträge, sondern auch zu einem großen Teil aus kommunalen Geldern. Dort ist die Stadt dazu verpflichtet, ein Angebot in den Ferien zu schaffen – und es bekommt in der Regel jedes OGS-Kind den gewünschten Platz.

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