Spendenaktion

Corona: Mülheimer Karneval braucht 50.000 Euro in 20 Tagen

Johannes Terkatz als Johannes II. bei seiner Prinzenproklamation am 11.11.2018 in der Stadthalle. Um die Session auch in diesem Jahr zu starten, brauchen Mülheims Karnevalisten dringend Geld.

Johannes Terkatz als Johannes II. bei seiner Prinzenproklamation am 11.11.2018 in der Stadthalle. Um die Session auch in diesem Jahr zu starten, brauchen Mülheims Karnevalisten dringend Geld.

Foto: Herbert Höltgen / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Die Corona-Pandemie bedroht Mülheims Karneval. Um Vereine nicht sterben zu lassen, seien 50.000 Euro in 20 Tagen nötig, lautet ein Spendenaufruf.

Es gehe um die nackte Existenz einzelner Vereine, heißt es aktuell in einem dringenden Spendenaufruf des Hauptausschusses Groß-Mülheimer-Karneval. Die Zeit sei knapp: Bis Mitte Juli müssten 50.000 Euro eingesammelt sein, sonst fallen Prinzenproklamation und Prinzenball ins Wasser.

Das war ein bemerkenswerter Auftakt zur Sitzung des Stadtrates am Donnerstag: Trotz der Corona-Schutzmaßnahmen hatte die Politik die Führung des Mülheimer Karnevals um Präsident Markus Uferkamp und seinen Vize Hans Klingels samt zwei Tanzmariechen in der Stadthalle vor das Podium geholt, neben ihnen versammelten sich in Reih und Glied die Vorsitzenden sämtlicher Fraktionen außer den MBI, um ihre Solidarität und Unterstützung zu untermauern. Für den Spendenaufruf, der nicht nur die Karnevalssession 2020/21, sondern gar einzelne Vereine vor dem Aus bewahren soll.

Spliethoff (SPD): Mülheimer Kulturgut für die kommende Session erhalten

Als Vertreter der größten Ratsfraktion machte SPD-Fraktionschef Dieter Spliethoff den Ernst der Lage deutlich. Es gehe mit dem Spendenaufruf um nicht weniger als darum, ein „Mülheimer Kulturgut für die kommende Session zu erhalten“. Ex-Prinz Johannes Terkatz, gleichsam für die SPD im Stadtrat, verlas dazu einen Aufruf der Karnevalisten an Bürger und Unternehmen, dem Mülheimer Karneval bis zum 15. Juli 50.000 Euro zu spenden: So sollen die zwölf Mülheimer Karnevalsvereine in der Corona-Zeit in die Lage versetzt werden, überhaupt etwas auf die Beine stellen zu können.

Terkatz verwies darauf, dass zwar Veranstaltungen möglich seien, sie sich aber sich durch die begrenzten Besucherzahlen noch weniger rechneten als zuletzt schon beklagt. Sponsoren seien abgesprungen, Unternehmen seien angesichts von Corona vorsichtiger bei der Spendenverteilung. Auch fehlen Einnahmen aus der Vermarktung eines Brauchtumsheftes, das coronabedingt noch nicht erscheinen konnte. Oder von Großveranstaltungen wie „Voll die Ruhr“, wo die Karnevalisten sonst Einnahmen an Verkaufsständen generiert haben. „Es geht mittlerweile um die nackte Existenz der einen oder anderen Gesellschaft“, berichtete Terkatz von „gestiegenen Verbindlichkeiten“.

Appell an Bürger, sich an Rettungsaktion zu beteiligen

Der Karnevalsprinz der Session 2018/19 erinnerte vor der Ratspolitik daran, dass der Mülheimer Karneval nicht nur am Rosenmontag bis zu 40.000 Menschen auf die Straßen bringe, dazu mit seinen zahlreichen Veranstaltungen einiges zum kulturellen Leben beisteuere. Die Karnevalsgesellschaften seien darüber hinaus das ganze Jahr über aktiv, leisteten Jugend-, Sozial- und Seniorenarbeit. „All dies steht jetzt auf dem Spiel“, appellierte Terkatz an die Bürgerschaft, sich zu beteiligen an der Rettungsaktion „50.000 Euro in 20 Tagen“.

Spendenkonto bei der Sparkasse Mülheim: DE16 3625 0000 1175 9107 31, BIC: SPMHDEXXX

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