Sexualdelikt

Bistum nach Sexualdelikt: „Heimerziehung ist keine Strafe“

Es solle eine klare Abgrenzung zwischen Heimerziehung für Kinder und Jugendliche und dem Strafrecht geben – mahnt die Arbeitsgemeinschaft katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehung und Beratung im Bistum Essen (AGkE) an.

Es solle eine klare Abgrenzung zwischen Heimerziehung für Kinder und Jugendliche und dem Strafrecht geben – mahnt die Arbeitsgemeinschaft katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehung und Beratung im Bistum Essen (AGkE) an.

Foto: Volker Hartmann / dpa

Mülheim.  Nach dem Mülheimer Sexualdelikt bezieht das Bistum Stellung zum Strafbarkeitsalter. Es fordert die Abgrenzung von Strafrecht und Heimerziehung.

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Nach der mutmaßlichen Vergewaltigung durch Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 14 in Mülheim, bezieht der Caritasverband des Bistums Essen Stellung. Es solle eine klare Abgrenzung zwischen Heimerziehung für Kinder und Jugendliche und dem Strafrecht geben – mahnt die Arbeitsgemeinschaft katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehung und Beratung im Bistum Essen (AGkE) an.

„Ein Kinderheim ist keine Strafanstalt“, sagt Dorothé Möllenberg, Vorsitzende der AGkE, angesichts der aktuellen Diskussion um die Absenkung des Alters für Strafmündigkeit von 14 auf zwölf Jahren.

„Wenn Kinder und Jugendliche aus ihren Familien herausgenommen werden müssen, finden sie in unseren Heimen ein Zuhause auf Zeit, Stärkung in einer schwierigen Lebenssituation und Förderung, um ihr Leben künftig eigenverantwortlich bewältigen zu können“, so Möllenberg weiter.

Eltern entscheiden in der Regel, welche Hilfe sie annehmen

Hilfen zur Erziehung richten sich in Deutschland in erster Linie nicht an die Kinder, sondern an Erziehungsberechtigte, die verschiedene Formen staatlicher Hilfe von der freiwilligen Erziehungsberatung bis hin zur Heimerziehung in Anspruch nehmen könnten. Zuständig sei das Jugendamt.

In der Regel könnten Eltern entscheiden, welche Hilfen sie in Anspruch nehmen wollen. Sollten sie ihre Erziehungsverantwortung nicht wahrnehmen können oder wollen, könne zur Sicherung des Kindeswohls auch gegen den Willen der Eltern per Gerichtsbeschluss das Sorgerecht entzogen und auf einen eingesetzten Vormund des Kindes übertragen werden.

Im Einzelfall führe das dazu, dass Kinder vorübergehend oder langfristig nicht mehr bei den Eltern leben, sondern in einer Heimeinrichtung oder bei Pflegeeltern. „Wenn straffällig gewordene Kinder mehr pädagogische Unterstützung brauchen, als ihre Eltern ihnen geben können, hält das Sozialgesetzbuch einen umfangreichen Katalog an Maßnahmen zur Erziehungshilfe bereit“, meint Möllenberg. „Die Jugendhilfe ist jedoch nicht der verlängerte Arm der Justiz, um strafunmündige Täter zu sanktionieren.“

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