Einzelhandel

„Nürnberg Electronic“ in Moers schließt nach 44 Jahren

Monika Nürnberg schließt ihr Geschäft und geht in Rente.

Monika Nürnberg schließt ihr Geschäft und geht in Rente.

Foto: Markus Weissenfels / FUNKE Foto Services

Moers.  Nach 44 Jahren schließt Monika Nürnberg ihr Geschäft „Nürnberg Electronic“ und geht in Rente. Kunden hatte die Unternehmerin nicht nur in Moers.

Vor 44 Jahren ließ sich Monika Nürnberg mit ihrem Geschäft „Nürnberg Electronic“ an der Uerdinger Straße nieder. Jetzt setzen sie und ihr Mann sich zur Ruhe. Damit geht eine Ära zu Ende. „Am 26. Oktober ist für uns der letzte Tag“, berichtet die Chefin. Bis dahin läuft der Räumungsverkauf.

Eigentlich wollte sie Friseurin werden, sagt Monika Nürnberg. Doch damals, in den 60-er Jahren, habe es in ihrem Heimatort Rheinhausen-Bergheim keine Lehrstelle gegeben. „Da hab ich in der Schreibwarenbranche gelernt.“

Es sei ihr Mann Werner gewesen, gelernter Elektriker, der sie auf die Idee mit dem eigenen Laden gebracht habe: „Er hat immer gebastelt und getüftelt“, berichtet Monika Nürnberg.

So ließ sich die junge Unternehmerin kurz entschlossen an der Uerdinger Straße nieder, damals nur ein paar Häuser vom jetzigen Standort an der Hausnummer 121 entfernt. Man kaufte das Haus später, erweiterte auch den Laden. Und auch Ehemann Werner und Sohn Marcus packten im Geschäft mit an.

Viele Stammkunden gingen ein und aus bei den Nürnbergs. Sieben Mitarbeiter kümmerten sich um das Wohl der Kundschaft. „Von der Stadt über Enni und die beiden Krankenhäuser bis hin zum privaten Kunden und Hobby-Elektroniker war da alles dabei“, schildert die Inhaberin.

Die Nürnbergs waren im Ruhrgebiet bekannt

Im ganzen Ruhrgebiet waren Nürnbergs Waren samt Zubehör für Elektroniker bekannt. Selbst im schwedischen Uppsala und in Kolumbien hatten sie Kunden. „Einer hatte zwei Kondom-Fabriken in Malaysia. Der war einer meiner ersten Kunden“, erinnert sich Monika Nürnberg lächelnd. Das gute Gedächtnis lässt die Unternehmerin auch bei der allerersten Tageseinnahme nicht im Stich: „Mein erster Kunde, der in der Ladentür stand, hat für 7,95 D-Mark ein Schraubendreher-Set gekauft.“ Man habe eben klein angefangen.

In der Welt der Widerstände, Halbleiter und Dioden kennt sich die Chefin bestens aus: „Ich hab anfangs meine Kunden ausgequetscht wie die Zitronen. Man kann dumm sein, man muss nur gescheite Fragen stellen“, so ihre Lebensweisheit.

Daher habe sie nach und nach alles, was dazugehört, gründlich gelernt. „Wir haben auch Bastelanleitungen für Radios, Lichtorgeln und Verstärker verkauft. Kopfhörer, Werkzeuge, Lötkolben, Batterien und vieles andere gehörte ebenfalls dazu. Zwischenzeitlich hatten wir auch Computer im Programm.“

Die Zeiten und das Verhalten mancher Kunden hätten sich durch das Internet sehr geändert, sagt sie nachdenklich. Doch ihre Stammkundschaft hat Monika Nürnberg trotzdem eng ins Herz geschlossen.

„Neulich haben mir zwei gestandene Männer gesagt, dass sie immer, wenn sie hier hereinkamen, sich wie kleine Jungs gefühlt hätten.“ Nun, mit 73 Jahren, sei es an der Zeit für sie und ihren Mann, sich zur Ruhe zu setzen. „Unsere Bastler sind die liebsten auf der Welt“, blickt Monika Nürnberg dankbar zurück.

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