Vor Gericht

Neue Zeugen im Prozess um sexuellen Missbrauch in Moers

Im Gebäude des Amtsgerichtes Moers tagt die Auswärtige Strafkammer des Landgerichts Kleve.

Im Gebäude des Amtsgerichtes Moers tagt die Auswärtige Strafkammer des Landgerichts Kleve.

Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Moers.  Hat ein Vater seine damals minderjährige Tochter 215 Mal sexuell missbraucht? Der Prozess musste aus bestimmten Gründen neu angesetzt werden.

Seit mehr als zwei Jahren geht die Auswärtige Strafkammer des Landgerichts Kleve der Frage nach, ob ein Mann aus Moers zwischen 2002 und 2005 seine damals minderjährige Tochter 215 Mal sexuell missbraucht hat. So lautet die Anklage. Jetzt sollen zwei neue Zeugen helfen, die Frage zu klären.

Am Montag beantragte die Verteidigung, einen damaligen Geschäftspartner und einen damaligen Kollegen des 52-jährigen Angeklagten als Zeugen zu hören. Wie die Verteidigerin ankündigte, sollen sie unter anderem Auskunft darüber geben, dass der Angeklagte zwischen 2003 und 2005 so oft auf Geschäftsreisen war, dass er in vielen Fällen zu den mutmaßlichen Tatzeiten nicht in Deutschland gewesen sei. Zwei weitere Anträge der Verteidigung lehnte Richter Johannes Huismann ab. So wird es kein neues gynäkologisches Gutachten geben, und ein bereits gehörter Sachverständiger wird nicht erneut hinzugezogen.

Prozess wird am 17. Juni fortgesetzt

Der Prozess sorgte für Aufsehen. Am 24. April 2017 war der Angeklagte nicht zum eigentlich letzten Verhandlungstag erschienen, weil er zwei Tage zuvor in Süditalien einen Autounfall gehabt hatte, wie die Verteidigung damals berichtete. Anfang 2018 sei dem Angeklagten nach einer mehrstündigen Vernehmung des mutmaßlichen Opfers schlecht geworden, so dass der Prozess aus Termingründen im September 2018 neu aufgenommen werden musste. Nächster Verhandlungstag: 17. Juni.

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