Rettungswesen

Lebensretter aus dem Kühlschrank sind auch für Moers ratsam

Die Notfalldose

Die Notfalldose

Foto: Arbeiterwohlfahrt

Moers.  In Moers wird jetzt verstärkt für Notfalldosen geworben. Viele Erstretter halten das für ein gutes zusätzliches Instrument, um Leben zu retten.

Erstretter kennen solche Situationen: Die Helfer kommen nach einem Notruf in eine Wohnung und finden eine ältere Person vor, die kaum noch ansprechbar ist. Bis verlässlich geklärt ist, ob es ernsthafte Vorerkrankungen gibt oder welche womöglich lebenswichtigen Medikamente der Patient braucht, kann viel wertvolle Zeit verstreichen. Der Awo-Kreisverband Wesel rührt deshalb jetzt die Werbetrommel für die so genannten Notfalldosen.

Das Konzept ist einfach aber wirkungsvoll: In einer – in diesem Fall zwölf Zentimeter hohen – Dose werden neben den Angaben zur Person Informationen über Vorerkrankungen, Medikamentenplan, Hinweise auf Allergien aber auch über im Notfall zu kontaktierende Bezugspersonen oder falls vorhanden Patientenverfügungen verstaut. Aufbewahrt wird die Notfalldose im Kühlschrank, ein entsprechender Aufkleber an der Haustür informiert die Rettungssanitäter darüber, dass eine solche Dose dort zu finden ist.

Eine Awo-Fachfrau hält die Dosen für eine „wirklich sinnvolle Sache“

„Es ist eine wirklich sinnvolle Sache,“ sagt Marion Fritsch, Leiterin des Awo-Betreuungsvereins. An den Mann oder die Frau will die Awo die Dose über ihre tägliche Beratungsarbeit rund um die Betreuung bringen. „Die Rettungskräfte kennen das auch schon.“ Schließlich komme die Idee mittlerweile bundesweit in vielen Städten und Gemeinden zum Einsatz. Auch der DRK-Kreisverband Niederrhein bietet seit Ende letzen Jahres Notfalldosen mit eignem Design an.

Bislang vor allem in Kombination mit einem Hausnotrufanschluss. Verwertbare Erfahrungen mit der Notfalldose haben die Rettungskräfte der Moerser Feuerwehr noch nicht, sagt Norbert Veltges, Sachbearbeiter Rettungsdienst bei der Feuerwehr, auf NRZ-Anfrage.

Die Notfalldose ist nicht nur ein Angebot für Seniorinnen und Senioren

Aber: „Wenn die Kollegen vor Ort alles gebündelt finden, macht es die Sache für uns natürlich einfacher. Allerdings steht und fällt alles mit der Pflege der Daten. Die sollten immer auf dem aktuellen Stand sein,“ so Veltges. „Wichtig wäre auch, sich auf eine Dose zu einigen, sonst fehlt der Wiedererkennungswert.“

Die Notfalldose sei nicht nur ein Angebot für Senioren, sondern generell für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, die alleine leben, sagt Dr. Bernd Kwiatkowski, Vorsitzender des Awo-Betreuungsvereins. Ebenso nützlich sei sie für Menschen, die etwa Diabetes haben oder schon einmal einen Schlaganfall oder Herzinfarkt hatten. Selbst wenn Menschen mit einem Partner zusammenleben oder von pflegenden Angehörigen betreut werden, sei die Dose hilfreich, denn: „Da ist man ja oft kopflos, wenn die Notfall-Situation eintritt.“ Und sei froh, wenn schnelle Hilfe gut vorbereitet sei.

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