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Kreis Wesel: René Schneider bleibt SPD-Kreisvorsitzender

Vorsitzender René Schneider (r.) und seine Stellvertreterin Nadine Bogedain. Peter Paic (nicht im Bild) ist ebenfalls Stellvertreter. 

Vorsitzender René Schneider (r.) und seine Stellvertreterin Nadine Bogedain. Peter Paic (nicht im Bild) ist ebenfalls Stellvertreter. 

Foto: Norbert Prümen (nop) / FUNKE FotoServices

Neukirchen-Vluyn.  Beim Kreisparteitag der SPD gibt es kämpferische Töne. Die Genossen haben erkannt: Gegen die Talfahrt der Partei hilft nur eigenes Engagement.

Wer engagierten Sozialdemokraten bei der Arbeit zusehen wollte, war am Mittwochabend beim Kreisparteitag in der Kulturhalle Neukirchen-Vluyn gut aufgehoben. Dass der alte Vorsitzende René Schneider auch der neue ist, geriet fast zur Nebensache.

Schneider selbst, später mit großer Mehrheit im Amt des Vorsitzenden bestätigt, bereitete mit einer kämpferischen Rede den Weg für eine offene, niemals verbissene Diskussion über den künftigen Weg der Sozialdemokraten links und rechts des Niederrheins: „Zur Kommunalwahl 2020 werden wir, die SPD, den Menschen sagen, wo es langgeht. Dazu müssen wir die Wahrheit auch an den Stammtischen und den Schützenfesten suchen. Wir wollen machen statt meckern.“

Auch der Landrat hat Forderungen an seine Partei

Landrat Ansgar Müller stellte für seine Partei drei Forderungen auf: „Wir müssen als Partei einheitlich auftreten, den Menschen besser zuhören und unsere Ziele besser kommunizieren.“ Dabei will Müller auch „die Impulse der Bewegung Fridays for Future aufnehmen“ und empfiehlt seiner Partei, „den Leuten Argumente gegen Hass und Hetze zu geben“.

Die Beiträge in der Aussprache kreisten hauptsächlich um die Parteispitze in Berlin. Waltraut Holzwarth (Wesel) bekam den stärksten Applaus des Abends für Sätze wie: „Wo ist unsere Solidarität geblieben? Das Gerede um die wahre SPD kotzt mich an, man sollte lieber den neuen Vorstand in Ruhe seine Arbeit machen lassen.“

Ein Landtagsabgeordneter warnt: „Wir dürfen uns nicht selbst zerlegen.“

Auch der Landtagsabgeordnete Ibrahim Yetim (Moers) warnte: „Wir dürfen uns nicht selbst zerlegen.“ Jan Dieren (Moers-Rheinkamp und stellvertretender Juso-Bundesvorsitzender): „Wir stehen als SPD vor der Frage, wohin der Kurs der Partei geht. Der Kurs wird aber auch hier vor Ort entschieden und nicht nur in Berlin.“

Der Weseler Fraktionsvorsitzende Ludger Hovest sieht auch Versäumnisse in Berlin: „Ich kann nicht erkennen, dass es eine umfassende Agenda gibt.“ Er stellte aber mit Blick auf die SPD im Kreis Wesel fest: „Welche politischen Ansichten hat der Vorstand?“

René Schneider, seine Stellvertreterin Nadine Bogedain (Sonsbeck) und sein Stellvertreter Peter Paic (Brünen) werden jetzt Gelegenheit haben, Hovests Frage zu beantworten. Sie alle wurden mit großer Mehrheit von den 100 stimmberechtigten Genossinnen und Genossen gewählt und gehen mit der Erkenntnis an den Start: Aus einer guten Debatte kann eine neue Richtung entstehen.

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