Lesung

Kamp-Lintfort: Eine Weinlese mit viel schwarzem Humor

Kai Engelke und Gitarrist Helm van Hahm.

Kai Engelke und Gitarrist Helm van Hahm.

Foto: Ulla Michels / FUNKE Foto Services

Kamp-Lintfort.  Mit Musik meuchelt es sich leichter. Trotzdem es bei der Weinlese mit Kai Engelke und Helm van Hahm mehrere Tote gab, war es ein lustiger Abend.

Am Ende stirbt immer einer. So gehört sich das bei einer musikalischen Lesung mit dem Titel „Musik liegt in der Gruft“. Der Verein LesArt und der Weinmarkt Woerpel hatten zur Weinlese in die Mediathek gebeten und viele folgten dieser Einladung, um genüsslich am Roten oder Weißen zu nippen, derweil akustisch lustvoll gemeuchelt wurde.

Etwa wie gleich bei der ersten Kurzgeschichte des Abends, die Kai Engelke vortrug: „Es gibt keine Tramper mehr“. Da geht es um einen Wohnmobil- Fahrer, der Pause auf einem Rastplatz macht und bemerkt, dass jemand um den Wagen schleicht. Ein ‚verspäteter Hippie‘ oder so. Dieser war auf der Suche nach einer Mitfahrgelegenheit und der Wohnmobilist nimmt ihn – wenngleich nicht gänzlich überzeugt – mit. Während der Fahrt wird dem Mann bewusst, dass mit dem Tramper etwas nicht zu stimmen scheint. So entschließt er sich kurzerhand, dem Tramper von den Pilzen zu geben, die vermeintlich high machen sollen. Der junge Mann freut sich – aber nur kurz. Der Fahrer denkt: Besser du, als ich.

Ein schweres Schicksal …

Helm vom Huhm an der Gitarre hat ebenfalls ein schweres Schicksal, wie Kai Engelke dem Publikum weismachen wollte. Er spreche nicht nicht mehr, seitdem ihm Roberto Blanco auf einer Veranstaltung die Hand gegeben habe und Florian Silbereisen ihn umarmte. Sowas kann einem schon mal die Sprache verschlagen. Ohne Worte schlug sich also Helm durch den Abend und ließ sein Instrument sprechen.

Auch wenn es mehrere Tote gab, war der Abend trotzdem lustig. Der satirische Rahmen, der zur Weinlese gehört, begeisterte auch die Zuschauer. Barbara Ritter-Buyken war von Kai Engelkes Geschichten hingerissen. Sie würden einen Hauch von Edgar Allan Poe versprühen. Erika Janikulla und Ingrid Klein waren fasziniert von der hervorragenden Lesestimme, die so gut zu den Geschichten passen würde. Sie mochten auch die Musik und den Wein.

Ruth Schütz vom Verein LesArt organisiert diese Veranstaltungsreihe in Zusammenarbeit mit der Mediathek und Wein Wörpel schon seit nun acht Jahren mit. Mangel an Zuhörern herrsche nie. Beim letzen mal seien sogar Leute aus Düsseldorf angereist, verriet sie. Die nächste Weinlese findet im Frühjahr im Weinmarkt statt.

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