Gesellschaft

Judy Bailey und Patrick Depuhl im Schlosstheater Moers

Ibrahim Yetim, Patrick Depuhl, Judy Bailey, Guido Lohmann und Ulrich Greb vor dem Auftritt am Dienstagabend im Schlosstheater Moers. Bailey und Depuhl folgten einer Einladung des neuen Vereins „Toleranz und Demokratie leben“.

Ibrahim Yetim, Patrick Depuhl, Judy Bailey, Guido Lohmann und Ulrich Greb vor dem Auftritt am Dienstagabend im Schlosstheater Moers. Bailey und Depuhl folgten einer Einladung des neuen Vereins „Toleranz und Demokratie leben“.

Foto: Arnulf Stoffel / FUNKE Foto Services

Moers.  Mitreißend und ergreifend: Judy Bailey und Patrick Depuhl im Schlosstheater Moers. So startet der neue Verein „Demokratie und Toleranz leben“.

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Einen besseren Auftakt hätte sich der neue Verein „Demokratie und Toleranz leben“ nicht wünschen können. Weit über 100 Gäste kamen am Dienstagabend zum Lese- und Liederabend mit Judy Bailey und ihrem Mann Patrick Depuhl in das Schlosstheater Moers.

Baileys Lieder handeln von der Anmut des Lebens, von der Trauer um einen Menschen und von der Liebe. Depuhls Texte drehen sich um Toleranz, Nächstenliebe und Respekt und um Zeiten, in denen diese Werte nichts mehr galten.

Judy Bailey ist auf Barbados aufgewachsen. Sie vermittelt viel und gern etwas von der karibischen Leichtigkeit. Am Dienstagabend hat das ganz wunderbar funktioniert, etwa, als das Publikum mit dem Refrain „celebrate, celebrate“ (feiert, feiert) einstieg und einige Gäste sogar Rhythmus-Instrumente spielen konnten. Aber nach feiern ist Bailey nicht immer zu Mute. Mit dem Sklavenhandel beschäftigt sie sich an diesem Abend und damit, dass sich eine Gesellschaft auch ganz neu erfinden kann, wenn sie aus den Fesseln des Kolonialismus befreit wird.

Die Texte von Patrick Depuhl wirken gegen die wuchtige Musik zunächst wie Aphorismen, wie tiefgründige Gedanken. Je mehr er preisgibt, umso stärker verfestigt sich ein Bild in den Köpfen der Gäste: das Bild von Toleranz und Demokratie und einer Gesellschaft, die genau diese Werte leben möchte. Im zweiten Teil wird es an einer Stelle sehr still im Schlosstheater: Behutsam entfaltet Depuhl die Geschichte seines Vaters, der 1939 in einem Haus des nationalsozialistischen Vereins Lebensborn zur Welt gekommen war. Eine Tatsache, über die Vater und Sohn nie gesprochen haben. Erst nach dem Tod des Vaters erfährt Patrick von diesem Teil der Familiengeschichte.

Der Abend kam auf Initiative von Guido Lohmann zustande. Der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Niederrhein kennt das Künstlerehepaar und ist Mitglied im neuen Vereins „Toleranz und Demokratie leben“. Die Idee zum Verein hatte der SPD-Landtagsabgeordnete Ibrahim Yetim. Er will sich einsetzen gegen Antisemitismus und ideologische Hetze. Die Botschaft kam an. Noch am Dienstagabend traten Gäste dem Verein bei, es gab Spenden. Mehr gibt es bei Facebook: Demokratie und Toleranz leben; Spendenkonto: IBAN DE35 3546 1106 7023 5850 19, Volksbank Niederrhein.

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