Comedy

In Moers kämpfen die Sisters of Comedy gegen Klischees

Allround-Performerin Salomé tanzt auf der Bühne des Kulturzentrums Bollwerk. Motto der Veranstaltung: „Sisters of Comedy-Nachgelacht“.

Allround-Performerin Salomé tanzt auf der Bühne des Kulturzentrums Bollwerk. Motto der Veranstaltung: „Sisters of Comedy-Nachgelacht“.

Foto: Ulla Michels / FUNKE Foto Services

Moers.  Das Jugendkulturzentrum Bollwerk in Moers ist Teil des deutschlandweiten Comedy-Abends. Dabei spielt auch ein Moerser Autohaus eine Rolle.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Frauen können keine Comedy? Und beruflich auf der Bühne stehen geht für Frauen gar nicht? Weit gefehlt. Die drei Comedy-Stars Carmela De Feo alias La Signora, Dagmar Schönleber und Patrizia Moresco haben festgestellt, dass ihnen immer dieselben Klischees begegneten. 2018 fassten sie deshalb einen Entschluss.

Sie setzten den humorlosen Geschlechtsvorurteilen ein humorvolles Programm entgegen. Angelehnt an die weltweite Kampagne „One Billion Rising“, bei der Jahr für Jahr auch in Moers zahlreiche Mädchen und Frauen gegen Gewalt aufstehen, gehen nun die Frauen auf die Bühne.

Ihr passender Name: Sisters of Comedy. Unter dem Titel „Nachgelacht“, der das augenzwinkernde „Wer zuletzt lacht...“ aufflammen lässt, erobern sie die Bühnen. Comediennes wie Carolin Kebekus und Gabi Köster machten mit. Am Dienstag gehörten die Bühnen wieder den Frauen. 258 Künstlerinnen präsentierten auf über 40 Bühnen in Deutschland ihre Shows – und das Bollwerk 107 war dabei.

Die abendliche Schirmherrschaft lag bei der ehemaligen Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Moers, Barbara Folkerts. Die Moderation hatte Betti Ixkes, künstlerische Leiterin des Comedy-Arts-Festivals. „Girls just wanna have Fun“ erklang, gesungen von Schauspielerin Britta Weyers. „Ich meine nicht nur die Girls, sondern auch die Jungs“, lächelte Weyers. Das Licht wurde heruntergefahren. „Spüren Sie das Dunkle?“, fragte Weyers und versetzte das Publikum in den Heldenmodus.

Ausgerüstet mit Basketball und Perücke entführte sie Zuschauer Andreas in der Rolle des Herzensbrechers. Andreas sollte ihr seine Liebe beweisen – mit einer Charmeattacke natürlich. Charmant ging es mit Salomé (Leticia Wahl) weiter. Sie reiste für den Abend aus Berlin nach Moers.

Eine Oper über ein Autohaus in Moers

Aus ihrer koffergroßen Spieluhr stieg die Ballerina empor und ließ sich von Torero-Musik und 80er-Jahre-Tanz nicht in ihrer graziösen Form lumpen. Graziös? Für Schauspielerin Ilka Luza, bekannt aus dem Bonner Springmaus-Theater, kein Problem. Mithilfe des Publikums komponierte sie die Oper „Das Autohaus in Moers“.

Beim Autohausbesuch drückt der Frau der Schuh, wodurch sie wie eine Opernsängerin trällert, während ihr Mann von ihrem Schlangenschal gebissen wird. Autorin und Pianistin Leticia Wahl blieb ganz entspannt. Wobei: „Bei den Seepferdchen ist alles einfacher. Da niest der Mann und bekommt 500 Babys auf einmal“, sagte sie und rundete den Abend mit grandioser, selbst geschriebener Poesie ab.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben