Ausstellung

Im Museum Kloster Kamp geht es in unbekannte Welten

Ulrike Donié vor einem ihrer Bilder in der „Schatzkammer“ von Kloster Kamp.

Ulrike Donié vor einem ihrer Bilder in der „Schatzkammer“ von Kloster Kamp.

Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Kamp-Lintfort.  „Von hier und anderswo“ lautet die neue Ausstellung im Museum Kloster Kamp. Künstlerin Ulrike Donié verwirrt und polarisiert mit ihren Bildern.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Schweben dort kleine Urtiere oder Einzeller in den Tiefen eines Ozeans? Ist das der Blick aus einer von Korallen gesäumten Unterwasserhöhle in einen sich öffnenden Himmel über der Meeresoberfläche? Genauso fantasievoll bunt wie unterschwellig beunruhigend wirken die unbekannten Welten, in die Malerin Ulrike Donié den Betrachter ihrer Bilder zieht. „Von hier und anderswo“ lautet der Titel ihrer Ausstellung, die ab Samstag im Museum Kloster Kamp zu sehen sein wird.

Der Titel ist Programm: „Jeder hat den Eindruck, er sieht etwas, was er kennt“, sagt die Künstlerin über die erste Wirkung ihrer Bilder auf den Betrachter. In der Tat werden hier Assoziationen ans Organische geweckt, lassen sich tierische oder pflanzliche Gestalten erkennen– alles zugleich getaucht in ein flirrendes buntes Chaos. „Geht er aber näher heran, merkt er, dass es irgendwie anders ist“, so Donié weiter. Sie rät den Betrachtern ihrer Kunst, die Bilder auf sich wirken zu lassen, sie erst einmal „intuitiv zu nehmen, und nicht durchs Denken zu zerpflücken.“

Intuitiv geht sie auch beim Malprozess vor. Sie sei „so lange frei“, bis sich eine Komposition ergebe, der sie dann bewusst folge. „Ich arbeite erst assoziativ, dann planerisch“, so Donié. Dabei will sie mit ihrer Kunst das Spannungsfeld zwischen Naturwissenschaft und christlichem Schöpfungsmythos ausloten. Ein Spannungsfeld, das sie nicht auflöst, sondern in ihren Bildern immer wieder zur Diskussion stellt, um Denkanstöße zu geben. „Damit die Leute sich an das Problem herantasten“, sagt sie und fragt vor diesem Hintergrund ganz bewusst: „Hat Wissenschaft wirklich die klareren Antworten auf unsere Fragen?“

Kunst, die polarisiert

Ulrike Donié, 1961 in Saarbrücken geboren, studierte zunächst Jura, bevor sie sich ganz der Kunst widmete. Ihr Malstil bewegt sich zwischen gegenständlich und abstrakt und besticht durch eine besondere räumliche Tiefe. Zunutze macht sich Donié auch besondere Werkformen wie etwa das Triptychon, ein dreigeteiltes Gemälde, häufig als Altarbild in Kirchen zu finden. „Ich stelle gerne in Klöstern oder Kirchen aus“, sagt sie. Dass ihre Kunst mitunter polarisiert, gefällt ihr: „Ich stelle meine Bilder gerne zur Diskussion.“

Auch Museumsleiter Peter Hahnen musste im Vorfeld zweimal hinschauen, ehe er sich für Ulrike Donié als Künstlerin in seiner Schatzkammer entschied: „Das ist nix für Betonköppe“, sagt Hahnen und lacht. Martin Gesing, Kunsthistoriker im Stadtmuseum Beckum, hat die Wirkung von Doniés Bildern so auf den Punkt gebracht: „Als hörte man alle Töne eines Musikstückes auf einmal.“ Anstrengend, aber durchaus berauschend …

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben