Jubiläum

Geflügelzüchter in Neukirchen-Vluyn feiern 100-Jähriges

Chris Oploh und Edmund Halfmann auf dem Hof der Familie Oploh freuen sich auf das Jubiläumsfest der Geflügelzüchter in Neukirchen-Vluyn.

Chris Oploh und Edmund Halfmann auf dem Hof der Familie Oploh freuen sich auf das Jubiläumsfest der Geflügelzüchter in Neukirchen-Vluyn.

Foto: Arnulf Stoffel / FUNKE Foto Services

Neukirchen-Vluyn.  1913 schlossen sich Züchter in Neukirchen-Vluyn zu einem Verein zusammen. Und vor allem die Hühnerhaltung erfahre heutzutage eine Renaissance.

Wenn Edmund Halfmann in den Garten zu seinen Tieren geht, ist das immer eine Freude für den 64-Jährigen. Wenn es da gluckt und gackert, piept und kräht geht dem Metzgermeister im Ruhestand das Herz auf. Und das schon seit seiner Kindheit. Halfmann erbte den Spaß an der Vogelhaltung von seinem Vater, der neben Brieftauben auch Hühner züchtete. Heute ist der Sohn Vorsitzender des Geflügelzuchtvereins Neukirchen-Vluyn. Und die Gemeinschaft feiert am Samstag, 14. September, ihr 100-jähriges Bestehen.

Schon 1913 habe es einen Zusammenschluss von Geflügelhaltern gegeben, weiß der zweite Vorsitzende des Vereins, Chris Oploh. „Die Ursprünge gehen wohl auf den benachbarten Ort Neufeld zurück. Früher nannte man sich daher Geflügelzuchtverein Vluyn und Umgebung.“

Das offizielle Gründungsjahr ist 1919

Es gab Zeiten, in denen den Züchtern die Schönheit der Rasse weniger wichtig war als die Versorgung der Familie mit Nahrung. „Das war im offiziellen Gründungsjahr 1919 schon so. Da hatte man gerade den Ersten Weltkrieg hinter sich. Viele Menschen hungerten.“ Ein gutes, leckeres Hühnerei stand da hoch im Kurs. Und auch das Fleisch war hoch begehrt. In den Bergmannssiedlungen hatte so gut wie jeder einen Stall mit Kaninchen oder Geflügel hinterm Haus. „So manche Familie hatte dadurch ab und an einen Braten auf dem Tisch. Etwas, was andere in schlechten Zeiten nicht hatten“, berichtet Chris Oploh aus der Geschichte. Und auch damals schon habe man sich an Zuchtschauen beteiligt. „Da wurden die Hühner, Gänse und Enten noch mit Handkarren zur Schau gefahren. Die Pferde waren ja im Krieg geblieben.“

Hühner mussten immer schon „wirtschaftlich“ sein, wie Halfmann erläutert. So seien Rassen wie die „Niederrheiner“ bis heute für ihr leckeres Fleisch bekannt, „Welsunger“ dagegen legten besonders schöne dunkle Eier. „Die Rasse hab’ ich noch vom Vater übernommen“, erinnert sich Halfmann. „Damals legten sie Eier, die 80 bis 100 Gramm wogen.“ 60 bis 70 Gramm seien es heute. Der Nutzen für die Küche sei auch bei Gänse- und Entenrassen wichtig gewesen. „Sie mussten möglichst viel Fleisch liefern.“

Heutzutage erlebt die Hühnerhaltung eine Renaissance. „Viele junge Familien wollen gute Eier essen und halten wieder ein paar Hühner im Garten“, schildert Halfmann. „Aber die Tiere machen auch sonst viel Freude“, weiß der Vorsitzende. Hier stehe man gern mit Rat und Tat zur Seite, was beispielsweise Impfungen und anderes angehe. Die Geflügelzüchter selbst widmen sich heute auch dem Erhalt traditionsreicher Rassen. Wie die „Bergischen Kräher“, die fast ausgestorben seien. „Eins unserer Mitglieder hält sie noch“, weiß Chris Oploh. Eine alte Rasse seien zudem die „Westfälischen Totleger“, die sich buchstäblich an Eiern fast tot legten. Die Vielfalt ist erstaunlich: „Heute hält jedes unserer 30 Mitglieder andere Rassen.“ Wie die beiden Vorsitzenden, die jeder eine andere Kampfhuhn-Rasse ziehen. „Da ist unser Vorsitzender so erfolgreich, dass er sogar schon mehrfach Europameister wurde“, berichtet Chris Oploh stolz. „Er ist amtierender Europameister und züchtet schon 43 Jahre Geflügel.“ Das Erfolgsgeheimnis des Meisters: „Das Futter!“ sagt er bescheiden. Möhren, Körner, Zwiebel und anderes gehörten dazu.

Das Vereinsheim der Geflügelzüchter liegt heute in der Gemeinschaftsanlage am Fürmannsheck. Zur großen Jubiläumsfeier finden sich die Mitglieder und Freunde aber ab 18 Uhr im Averdunkshof an der Weserstraße ein.

Kontakt im Internet unter GZV Neukirchen-Vluyn beispielsweise auf der Facebook-Seite.

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