Kunst

Dem Panzer von Moers geht es ans Rohr

Kunst oder Stein des Anstoßes? Ein Panzer aus Holz steht auf der Kulturinsel Nepix Kull.

Kunst oder Stein des Anstoßes? Ein Panzer aus Holz steht auf der Kulturinsel Nepix Kull.

Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Moers.  Nicht jeder findet den Holzpanzer auf Nepix Kull schön. Ab kommender Woche wird Rüdiger Eichholtz mit Schülern das Kriegsgerät „dekonstruieren“.

Ist das Kunst oder kann das weg? Der hölzerne Panzer – Überbleibsel des Bühnenbildes vom Moers Festival an Pfingsten – spaltet. Jetzt steht er da auf der Kunstinsel Nepix Kull und so mancher schüttelt im Vorbeigehen den Kopf. In den sozialen Netzwerken wird diskutiert. Auch in der Redaktion rufen Menschen an oder schreiben. Klaus Heiden etwa nimmt es mit Humor: „Bei unserem heutigen Spaziergang durch den Moerser Schlosspark staunten wir nicht schlecht, als wir auf der sogenannten „Kulturinsel“ einen täuschend echt aussehenden Panzer sahen, der sein Rohr auf einen in der Nähe befindlichen Reiher gerichtet hatte. Wir fragten uns: ,Wird jetzt in Moers scharf geschossen, womöglich mit Kanonen auf Spatzen oder gar Reiher?’“

Bis zur Seewerk-Ausstellung ist der Panzer weg.

Auch Angelika Petri vom Seewerk, das im September wieder auf der Insel im Schlosspark ausstellen wird, windet sich: „Naja, es ist ein Panzer. Das ist nicht so meins. Auch wenn er handwerklich toll gearbeitet ist.“ Aber damit steht fest, das Ding ist spätestens bis zur Seewerk-Ausstellung wieder weg.

Eva Marxen vom Kulturbüro der Stadt erklärt: „Ja, das ist die Verabredung mit uns, dass der Panzer hier zwischengelagert werden soll. Allerdings soll er nicht unkommentiert bleiben.“ Und so wird in den kommenden Wochen Rüdiger Eichholtz vom Team Kulturprojekte Niederrhein wieder in Erscheinung treten. Mit Schülern baut er schon seit drei Jahren die Möbel für den Dorfplatz des Moers Festivals aus Europaletten. Und mit ihnen wird er nun den Panzer „dekonstruieren“.

Noch kein festes Konzept

Ein festes Konzept habe er dafür noch nicht, sagt Eichholtz im Gespräch mit der NRZ. Das werde er mit den Schülern erarbeiten. „Vielleicht machen wir ja nur einen Knoten ins Rohr, oder wir lösen das Ding komplett auf in Einzelteile, so dass nicht mehr sichtbar ist, was das mal war.“ Ihm sei klar, dass man mit dem Bild – Kriegsgerät auf grüner Insel – schnell provozieren könne. „Vielleicht nicht unbedingt bei den jungen Leuten, aber bei denen, denen der Prager Frühling was sagt oder die Aufstände auf dem Platz des himmlischen Friedens, bestimmt.“ Daher wolle er nun auch schnell handeln, nicht nur wegen der in Kürze beginnenden Schulferien.

Diskussionen schon beim Moers Festival

Schon während des Moers Festivals hatte der sieben Meter lange Panzer auf der Bühne für Diskussionen gesorgt. Tim Isfort hatte sich auch eigentlich gewünscht, dass das Publikum damit aktiv umgegangen wäre: „Sie hätten doch Blumen drauf werfen können oder ihn bemalen – was auch immer. Jeder konnte damit umgehen. wie er will.“ In der Abschluss-Pressekonferenz des Festivals hatte Isfort offiziell erklärt, der Panzer sei Komplize, um wie in der Kinder Ungeheuer zu besiegen und Prinzen zu befreien.

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