Gericht

Zwei Schmallenbergerinnen zerkratzen Auto des Ex-Freundes

Das Symbolfoto zeigt ein zerkratztes Fahrzeug.

Das Symbolfoto zeigt ein zerkratztes Fahrzeug.

Foto: Hendrik Rashorn

Schmallenberg.  Zwei junge Frauen haben ein Auto zerkratzt. Vor Gericht gaben sie die Tat zu und versuchten ihre Gründe erläutert: Rache.

„Schlampe“, „Hure“ - diese Beleidigungen eines 22-Jährigen waren der Auslöser für eine Racheaktion von zwei jungen Schmallenbergerinnen. Dafür mussten sich die 20-Jährige und ihre 18 Jahre alte Freundin jetzt vor Gericht verantworten.„Wir hatten zwei Messer dabei und sind dann gegen ein Uhr nachts runter in die Stadt gelaufen. Dann haben wir den Lack an den Seiten, hinten und vorne am Auto zerkratzt.“

Ein paar Tage später trinken die beiden jungen Frauen etwas an der Tenne in Bad Fredeburg. Die 20-Jährige läuft im Anschluss wieder zum Auto des Opfers und zerkratzt es erneut mit einem Messer. „Ich war einfach sehr sauer wegen der Beleidigungen und meine Idee war dann, aus Rache irgendetwas zu machen“, so die Angeklagte vor Gericht. Auch eine zweite Straftat wurde den beiden vorgeworfen: Sie sollen das Handy einer Mitbewohnerin aus dem Bad Fredeburger Internat auf dem Boden zerschmettert haben.

Das zerkratzte Auto

Dass die beiden jungen Frauen das Auto des 22-jährigen Schmallenbergers - der Ex-Freund einer der Angeklagten - zerkratzt haben, das räumten beide vor Gericht ein: „Wir haben gesagt, dass wir ihm den Schaden ersetzen. Aber dann kam irgendwie nichts mehr. Dann haben wir uns nicht mehr gekümmert“, schilderten sie vor Gericht.

Der Grund für die nächtliche Aktion: Rache. „Wir waren sauer“, sagten die beiden jungen Frauen dazu. Mit der Beziehung, die eine der Angeklagten mit dem Opfer geführt hat, habe das nichts zu tun: „Wir hatten danach keinen Kontakt mehr, wir waren nur einen Monat lang zusammen. Das lag an den Beleidigungen.“ Richter Ralf Fischer: „Das was Sie gemacht haben, ist extrem feige. Man muss sich nicht beleidigen lassen, auch das ist eine Straftat. Rache ist nie ein angemessenes Mittel, das war schlichte Zerstörungswut.“ Die Polizei schätzte den Sachschaden auf rund 4000 Euro. Der 22-Jährige hat den Wagen mittlerweile verkauft.

Das kaputte Handy

In einem anderen Fall, nur wenige Tage, bevor das Auto des jungen Mannes zerkratzt worden ist - sollen die Angeklagten das Handy einer Internats-Mitbewohnerin auf dem Boden zertrümmert haben. Auch hier war der Auslöser für den Streit mehrere vorangegangene Beleidigungen. „Walross“ oder noch schlimmere Wörter seien gefallen. „Auf dem Weg in die Stadt haben wir sie dann gesehen. Wir wollten sie zur Rede stellen und fragen, was sie gegen uns hat. Dann hat sie uns beschimpft und wollte nach uns schlagen“, schildert die 18-Jährige vor Gericht. Aus Reflex habe sie ihren Arm weggeschlagen. „Dabei ist das Handy auf den Boden gefallen, als wir es aufgehoben haben ist es nochmal hingefallen. Es war nass durch den Regen und rutschig.“ Es habe aber auch vorher schon einen Sprung gehabt.

Dass die Angeklagten in diesem Fall die Wahrheit sagen, das glaubte Richter Ralf Fischer ihnen: „Die andere - weitaus schlimmere - Tat, haben Sie eingeräumt. Es gäbe keinen Grund, hier zu lügen.“

Das Urteil

Das Verfahren wegen des kaputten Handys wurde vorläufig eingestellt. Wegen der Sachbeschädigung an dem Auto wurde die 20-Jährige Schmallenbergerin zu 120 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. „Weil Sie noch ein zweites Mal dort gewesen sind“, so Fischer. „Das Verhalten war sehr unreif und nichts rechtfertigt eine solche Racheaktion.“ Die 18-jährige Angeklagte muss 80 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Beide Angeklagten sind vorbestraft und haben bereits (jeweils) zwei Eintragungen im Bundeszentralregister.

„Es hat sich durchaus strafmildernd ausgewirkt, dass Sie sich hier geständig gezeigt haben“, so Richter Ralf Fischer zu dem Fall. „Ich hätte mir auch Dauerarrest vorstellen können, wenn Sie hier heute kein Geständnis abgelegt hätten.“

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