Wirtschaft

Wie Mepal aus Meschede Tupper Konkurrenz machen will

Thomas Klemenz (50), Vertriebsleiter Mepal Deutschland, in den neuen Geschäftsräumen in Meschede-Enste.

Thomas Klemenz (50), Vertriebsleiter Mepal Deutschland, in den neuen Geschäftsräumen in Meschede-Enste.

Foto: Ilka Trudewind

Meschede.   Mepal, ein aufstrebendes Label aus Holland, wickelt Deutschlandgeschäft für Schüsseln, Brotdosen und Müslibecher über Meschede ab.

Im Flur riecht es nach Einzug – dieser Mix aus frischer Farbe und neuen Möbeln. Erst vor kurzem wurden die Wände gestrichen: Links weiß, rechts ein mattes Grün. „Nordic Green“ heißt der Ton. Er gehört zum Corporate-Design des Unternehmens Mepal, eine holländische Marke für Brotdosen, Vorratsbehälter und Campinggeschirr. Seit November werden die Deutschlandgeschäfte nun über Meschede abgewickelt. Ende des vergangenen Jahres bezog das Unternehmen eine Etage im alten ITH-Gebäude Auf’m Brinke in Enste.

Geschäftsführer Thomas Klemenz (50), ein langgewachsener Mann mit modischer Panto-Brille und breitem Grinsen, führt den Besuch in einen

hellen Raum rechts des Eingangs. „Hier richten wir gerade unseren Show-Room ein“, erklärt er. Dort soll das Mepal-Deutschland-Team die Kunden überzeugen. So wie es ihnen am Vormittag bei Elektro Kramer in Meschede gelungen ist. Der Termin hatte kürzer gedauert als geplant, weil man sich schnell einig war. Bald steht auch dort ein Regal mit den bunten Produkten. Einrichtungshäuser und Handelsketten machen einen Großteil der Kunden aus. Mit Begeisterung führen Thomas Klemenz und seine Assistentin Andrea Kutsche die Produkte vor, stapeln Dosen aufeinander, schrauben Deckel ab und sprechen über Preise, Farben und Tupper. Tupper, holt Klemenz aus, werde – wie Pampers oder Tempo – schon synonym als Gattungsname verwendet. Und die Produkte seien wirklich toll. Auch das Vertriebsmodell sei clever. „Aber unser Design und unsere Farben sind moderner, frischer.“ Die Holländer seien generell, was Optik, Einrichtung und Funktionalität angehe, immer vorn dabei.

Camping und to-Go

Mepal spielt jedoch auch preislich in einer anderen Liga als Tupper. Die meisten der knapp 1400 Produkte im Katalog kosten zwischen 5 und 15 Euro. „Zehn Euro ist für viele eine Grenze“, sagt Andrea Kutsche. Wenn es beispielsweise um kleine Geburtstagsgeschenke oder etwas zur Kommunion gehe. „Das nimmt man mit, ohne es zu Hause groß abzustimmen.“

Klemenz hält sein Lieblingsprodukt in den Händen: den Lunchpot. Ein Behälter für Joghurt oder Suppe, in dessen Deckel man Früchte, Nüsse

oder Dressing füllen kann. „To Go ist eines der großen Themen gerade“, sagt der 50-jährige Vertriebsexperte. „Die Menschen wollen sich gesund ernähren, Müll vermeiden und bereiten deshalb ihr Essen vor. Aktuell verkaufen wir den Lunchpot monatlich in einer hohen fünfstelligen Stückzahl.“ Ein Glücksfall sei die Kooperation mit dem Müsli-Startup „MyMüsli“. Auch von der Kooperation mit der Influencerin Sally von Sallyswelt, verspricht sich Mepal eine Menge. Die Hausfrau soll die Produkte in ihren Social-Media-Kanälen vorführen. Allein auf Instagram folgen ihr 550.000 Menschen.

Von Gefu gewechselt

„In Holland ist das Thema Camping natürlich auch sehr stark“, sagt Klemenz. Aber auch in Deutschland steige das Interesse spürbar. Gerade günstiges Campinggeschirr sei gefragt.

Klemenz arbeitete 15 Jahre bei Schulte- Ufer in Sundern und dann elf Jahre bei Gefu in Eslohe, zuletzt als Vertriebsleiter. Als Mepal sich um ihn bemühte, sagte er: Gern, aber nur, wenn der Sitz von Feisen im Saarland ins Sauerland verlegt wird. Er lebt mit seiner Familie in Rumbeck, deshalb suchte er nach einer Immobilie in Arnsberg, Neheim oder Meschede. Im alten ITH-Gebäude in Enste wurde er fündig. Klemenz: „Meschede ist für uns ein Glücksfall.“ Die Nähe zur A46 und zum Hauptsitz im holländischen Lochem seien optimal.

Mitarbeiter gesucht

In Meschede arbeiten aktuell sieben Menschen. Das Team möchte Thomas Klemenz in Zukunft noch um drei Vertriebsexperten ausbauen. Seine Führungs-Philosophie: „Nur wer Spaß an seiner Arbeit hat, kommt auch jeden Tag gern ins Büro.“

Verlosung: Acht Lunchpots zu gewinnen

  • In Kooperation mit Mepal verlosen wir acht Lunchpots. Die Behälter bestehen aus einer Dose (500 ml) und einem separaten Deckel für Croutons, Beeren oder Flocken.
  • Mitmachen ist einfach: Schreiben Sie uns eine Mail an meschede@westfalenpost.de mit dem Betreff: Mepal. Name und Anschrift nicht vergessen. Einsendeschluss: Donnerstag, 2. Mai, 12 Uhr.

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