Fachhochschule Meschede

Was die Analyse von Daten heute bewirken kann

Mathis Plewa analysiert in seiner Seminararbeit Sensor- und Prozessdaten von Logistiksystemen in der Textilindustrie. 

Mathis Plewa analysiert in seiner Seminararbeit Sensor- und Prozessdaten von Logistiksystemen in der Textilindustrie. 

Foto: Dürkopp Fördertechnik GmbH

Bielefeld/Meschede.  An der Fachhochschule Meschede gibt es das Wahlpflichtmodul „Introduction to Data Science“. Was sich dahinter verbirgt und was heute möglich ist.

Mathis Plewa ist Softwareentwickler bei der Dürkopp Fördertechnik GmbH in Bielefeld. Seinen Bachelor in Elektrotechnik hat er dual am Standort Meschede absolviert, aktuell studiert er neben dem Beruf im Master Elektrotechnik. Plewas persönliches Steckenpferd sind datenwissenschaftliche Methoden, zu denen er gerade eine Seminararbeit mit Unternehmensdaten geschrieben hat.

Vorausschauende Instandhaltung

„Ich habe beruflich mit großen Datenmengen zu tun“, erzählt Plewa. Bis zu 15 Millionen Datensätze fallen pro Tag beispielsweise in einem Logistiksystem für die Textilindustrie an, mit dem online bestellte Waren versendet werden. Wolle man für die vorausschauende Instandhaltung aus vergangenheitsbezogenen Daten lernen, kämen normale Datenabfragemethoden an ihre Grenzen. „Weiß man, dass eine bestimmte Komponente eines Fördersystems nach x Stunden seinen Lebenszyklus überschreitet, kann man rechtzeitig ein Ersatzteil bestellen, bevor die Anlage ausfällt.“

Vor diesem Hintergrund hat Plewa das Wahlpflichtmodul „Introduction to Data Science“ belegt. In seiner Seminararbeit konnte er echte Daten des Unternehmens Dürkopp benutzen, um die Abnutzung von Motoren vorherzusagen. Hierzu betrachtete er das Startverhalten von Anlagen und interpretierte auftretende Änderungen. „Interessant finde ich dabei, vor allem Zusammenhänge zu finden, die nicht auf den ersten Blick ersichtlich sind“, meint Plewa.

Zusammenhänge aus Daten ermitteln

Manchmal sei es so, dass sich irgendetwas in einem Fördersystem merkwürdig verhalte, Zum Beispiel, wenn ein Teil irgendwo auftauche, wo es nicht hingehöre. Was dann zum Beispiel an einem sporadisch nicht funktionierenden Motor liegt. „Durch Data Science lassen sich solche Fehlfunktionen und Zusammenhänge aus Daten ermitteln“, so Plewa, „und das ist unheimlich spannend.“

Nach Ansicht von Mathis Plewa ist Data Science ein wichtiger Teil der zukünftigen Ingenieurleistung. Deshalb bleibt er am Thema dran. In seiner anstehenden Projektarbeit will er die Grundlagen für eine Langzeitdatenhaltung in den Anlagen der Firma Dürkopp entwickeln.

Was ihn besonders freut, ist die Anwendbarkeit des Gelernten im beruflichen Alltag: „Es ist eine Win-Win Situation für alle: für mich selber, für meinen Arbeitgeber und für den Kunden.“

>>> Weitere Informationen

Data Science oder Datenwissenschaft heißt, Methoden zu entwickeln, mittels derer große Datenmengen untersucht werden, um Wissen extrahieren zu können. Datenwissenschaftler oder auch Data Scientists haben einen technischen Bezug und müssen mit Software und großen Datenmengen umgehen können.

Zum fachlichen Hintergrund gehören Mathematik und Statistik. Stichwort Digitalisierung: Datenwissenschaftler werden in praktisch allen Branchen benötigt.

Studierende in Meschede können aktuell in verschiedenen Studiengängen datenwissenschaftliche Wahlpflichtmodule auf Bachelor- oder Master-Niveau absolvieren. Beispiele sind „Introduction to Data Science“ oder „Mobile application and development“.

Wer sich ganz auf Datenwissenschaften spezialisieren möchte, kann dies im berufsbegleitenden Masterstudiengang Data Science tun. In fünf Semestern qualifiziert das Studium zum Master of Science. Besonderer Schwerpunkt ist die anwendungsgetriebene Datenanalyse in industriellen Prozessen. Neben Ingenieurinnen und Ingenieuren richtet sich der Studiengang auch an Bachelorabsolventinnen und -absolventen aus den Fachrichtungen Informatik, Wirtschaftsinformatik oder Wirtschaftsingenieurwesen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben