KRANKENHAUS

Verletztes Baby aus Meschede muss lange auf Hilfe warten

Der elf Monate alte Luis liegt mit einem geschientem Oberschenkel in seinem Bettchen. Inzwischen geht es dem Jungen wieder besser.

Foto: Privat

Der elf Monate alte Luis liegt mit einem geschientem Oberschenkel in seinem Bettchen. Inzwischen geht es dem Jungen wieder besser. Foto: Privat

Meschede/Arnsberg.   Als eine Mutter mit ihrem elf Monate alten Sohn stolpert, beginnt für sie eine Schnitzeljagd durch die Arnsberger Krankenhäuser.

Wer in eine Notsituation gerät, hofft schnell Hilfe zu bekommen. Auch Mara Steinberg, die sich mit ihren Schilderungen an unsere Redaktion wandte. Als sich ihr elf Monate alter Sohn verletzte, erlebte sie eine zweitägige Odyssee durch die Arnsberger Krankenhäuser.

An einem Montagabend im April trägt die Meschederin ihren Sohn Luis in einem Tragetuch vor dem Bauch. Plötzlich stolpert sie und stürzt auf das Kind. Da der Kleine nicht aufhört zu weinen, fährt Steinberg mit ihrem Mann und dem Kind ins Karolinen-Hospital in Hüsten. „Das ist für uns die nächste Kinderklinik“, erklärt die 27-Jährige. Die anderthalb Stunden Wartezeit seien nicht schlimm gewesen. Die Behandlung habe ihr aber nicht gefallen. „Der Arzt fing an ‘Tamme Hanken’ zu spielen und hat an allen Gelenken und Knochen nicht gerade vorsichtig gezogen“, erzählt Steinberg.

Ins Marienhospital überstellt

Das Ergebnis ist, dass der kleine Patient in die Chirurgie ins Marienhospital überstellt werden muss. Mit dem Ärztebrief fahren die drei nach Arnsberg, wo sie mit den Worten empfangen werden: „Damit müssen sie nach Hüsten in die Klinik. Hier können wir nichts machen.“ Als die Mutter erzählt, was passiert ist, soll sie sich an die Notaufnahme wenden.

Dort gibt eine Schwester die Antwort: „Mal eben schnell können Sie sofort wieder vergessen. Das Wartezimmer ist voll und mit dem Krankenwagen sind auch gerade noch Patienten gekommen.“ Die Eltern könnten sich entweder fünf Stunden ins Wartezimmer setzen oder am nächsten Tag wiederkommen. Inzwischen ist es 21 Uhr, die Familie fährt nach Hause, wo der Sohn ein paar Stunden schläft.

Im Marienhospital gibt es Hilfe

Mitten in der Nacht wird das Kind aber wieder wach und kann weinend nicht mehr einschlafen, so dass die drei um 7 Uhr wieder im Marienhospital sitzen. Kurz vor halb 9 sind sie im Behandlungszimmer. Der Arzt sei sehr vorsichtig gewesen, berichtet Mara Steinberg. „Ich kann ihn nur loben, er hat sich super um uns gekümmert und war vorsichtig.“

Jetzt gibt es auch eine Diagnose: Luis hat sich bei dem Unfall den Oberschenkel gebrochen und muss eingegipst werden. Als die Behandlung überstanden ist, wird der Junge zur Beobachtung für eine Nacht in die Kinderklinik Hüsten verlegt. Am nächsten Morgen können Mutter und Sohn das Krankenhaus verlassen.

In den folgenden drei Wochen müssen sie jeweils noch einmal in die Klinik zur Kontrolle. „Da war alles in Ordnung, beim Termin sind wir sofort dran gekommen.“ Trotzdem bleibt für Mara Steinberg keine gute Erinnerung: „Ich fühlte mich im Stich gelassen.“ Ihrem Sohn geht es inzwischen wieder gut.

Fehler in der Kommunikation

Auf Anfrage unserer Redaktion lädt uns das Klinikum Hüsten zu einem Gespräch mit Qualitätsmanager Friedhelm Müller und Chefarzt Martin Bredendiek ein. Dieser äußert sich zu den beschriebenen Vorfällen: „Dass Patienten in andere Häuser verlegt werden, ist leider dem System geschuldet, dass wir drei Standorte haben.“ Die verschiedenen Abteilung seien daher auf die Kliniken verteilt.

In diesem Fall vermutet er einen Fehler in der Kommunikation: „Es wäre besser gewesen, wenn der Kinderarzt im Marienhospital angerufen hätte und die Chirurgie den Patienten dort direkt aufgenommen hätte.“ So hätte verhindert werden können, dass die Familie am ersten Tag ohne Behandlung nach Hause fuhr. „Durch eine Vorankündigung wäre es zu diesem Fall gar nicht gekommen. Da können wir uns nur für entschuldigen.“

Qualitätsmanager Friedhelm Müller kündigt an, mit Mara Steinberg noch einmal über den Vorfall zu sprechen.

>>> Kritik an den Kliniken äußern

Waren Sie nicht zufrieden mit dem Aufenthalt im Krankenhaus? Das Beschwerdemanagement der Arnsberger Kliniken hat auf seiner Internetseite einen Fragebogen für Beschwerden eingerichtet.

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