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Tätowieren in Bad Fredeburg: Die Lust an der Körperkunst

Franzi Schmidt tatowiert in Bad Fredeburg.

Franzi Schmidt tatowiert in Bad Fredeburg.

Foto: Eric Steinberg

Ihr habt Lust euch tätowieren zu lassen? Tätowiererin Franzi Schmidt aus Bad Fredeburg erklärt, auf was ihr achten müsst.

Die Kunst, sich Farbe unter die Haut zu stechen, ist uralt. Trotzdem ist die Tätowierung auch heute noch eine beliebte Form, den eigenen Körper zu verschönern. Vom Portrait-Tattoo bis hin zu klassischen Motiven wie dem Anker ist einiges möglich. Worauf man trotzdem immer achten sollte, und warum sich Menschen für ein Tattoo entscheiden, weiß Franzi Schmidt. Die 24-Jährige arbeitet seit Februar 2018 bei „Gill´s Bodyart“ in Bad Fredeburg und tätowiert nun schon neun Monate selbst. Druckreif-Reporter Eric Steinberg hat sie im Studio von Gilbert Schütz besucht, um mit ihr über Motive und aktuelle Trends zu sprechen.

Wie kamen Sie zum Beruf?

Franzi Schmidt: Ich wollte als Teenager schon Tätowierer werden, habe aber dann das getan, was von mir erwartet wurde. Das heißt, ich habe Abitur gemacht und angefangen Lehramt zu studieren, allerdings auch schnell gemerkt, dass das nichts für mich ist. Danach habe ich mich schließlich um eine Ausbildungsstelle bei Gill beworben.

Tätowieren Sie viele junge Menschen?

Viele kommen direkt nach ihrem 18. Geburtstag, zum Beispiel nachdem sie einen Gutschein bekommen haben. Glücklicherweise sagen viele Eltern vor dem 18. Lebensjahr nein zu einem Tattoo, das würde ich auch jedem empfehlen. Ansonsten sind bei uns alle Altersklassen vertreten, von gerade 18 bis über 70 ist alles dabei.

Was sind die Beweggründe für ein Tattoo?

Das ist immer unterschiedlich. Manche kommen auch einfach, weil sie Lust drauf haben. Bei anderen gibt es eine Bedeutung hinter den Symbolen. Viele von ihnen verarbeiten Erlebnisse, die ihnen widerfahren sind. Im allgemeinen gibt es alle möglichen Gründe, warum die Menschen sich tätowieren lassen.

Welche Motive sind beliebt?

Auch hier ist alles vertreten. Von kleineren Tattoos wie Buchstaben, über Haustiere, Pflanzen und Mandalas bis hin zu Realistic Portraits von den eigenen Kindern. Auch die Idole sind da schon mal dabei. Häufig kommt es darauf an, welche Geschichte hinter dem Tattoo steckt. Klassiker, die sich über die Jahre hinweg gehalten haben, sind zum Beispiel Anker, Schädel und Schwalben, die klassischen Oldschool-Motive. Dazu kommen auch noch Rosen und Schriftzüge.

Welche Trends gibt es in diesem Jahr?

Beliebt sind Watercolour-Tattoos, also wasserfarbartige Kleckse. Hinzu kommen sehr feine Tattoos und Motive auf den Händen. Von Letzterem würde ich allerdings jedem abraten, da die Farbe unter der Haut dort schlicht nicht hält. Ansonsten liegen auch Blumen aktuell im Trend.

Wie beratet ihr die Kunden vorher?

Wir erklären ihnen, welche Tattoos machbar sind und welche eben nicht machbar sind. Außerdem weisen wir sie auf mögliche Risiken hin, weil es immer Umweltfaktoren gibt, die das Tätowieren beeinflussen können. Wichtig ist uns, dass wir auf die Leute zugehen und sie auch über ihre Beweggründe sprechen.

Sagt ihr auch mal nein?

Wir sagen nein bei unter 18-Jährigen, außerdem bei Tattoos am Hals, den Händen und im Gesicht vor dem Erreichen des 21. Lebensjahrs. Das dient dem Schutz der Kunden, auch was deren Zukunft betrifft. Außerdem stechen wir keine politschen Motive, zum Beispiel Rechtsradikales. Gill macht zudem keine Fußballtattoos.

Was gibt es zu beachten?

Vor allem muss man als Kunde darauf achten, dass beim Tätowierer Hygienestandards gegeben sind. Niemals sollte man sich bei irgendjemanden zu Hause aufs Sofa setzen, da muss man wirklich aufpassen. Bei Menschen, die einfach ohne jegliche Genehmigung zu Hause tätowieren, den sogenannten Homescratchern, sollte man sich niemals etwas stechen lassen. Was auch vorkommen kann, ist eine allergische Reaktion, das kann man niemals ausschließen. Vor allem aber sind es die Themen Hygiene und Unwissenheit, die zu Problemen führen können, vorrangig bei Menschen die nicht im Studio tätowieren.

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