ÖPNV

Schulbus-Chaos nach der Planumstellung in Schmallenberg

Ein Bus der Westfalenbus fährt  durchs Schmallenberger Sauerland. Die Planumstellung hat in dieser Woche für einiges an Chaos gesorgt.

Ein Bus der Westfalenbus fährt durchs Schmallenberger Sauerland. Die Planumstellung hat in dieser Woche für einiges an Chaos gesorgt.

Foto: Privat

Schmallenberg.   Zum Wochenende sind die Buspläne umgestellt worden. Die mangelhafte Kommunikation der Westfalenbus GmbH sorgt für Chaos im Schulbusverkehr.

Mit der Umstellung der neuen Busfahrpläne gibt es unter Schülern und Eltern im Stadtgebiet große Verwirrung, aber auch viele Busfahrer fühlen sich nur mangelhaft informiert. Im konkreten Fall allerdings handelt es sich laut Westfalenbus nur um „ein Darstellungsproblem“.

Problem Linie 466

Die Linie 466 startet in Fleckenberg um 7.08 Uhr. Früher fuhr sie durch Schmallenberg bis zum Schulzentrum nach Bad Fredeburg. Jetzt muss der Sohn von Janine Priester am Schützenplatz aussteigen, bis zu Habbels laufen, um dort um 7.23 Uhr den Anschlussbus zu bekommen. Das zusammen „mit 50 bis 70“ anderen Kindern und Jugendlichen. „Viel zu gefährlich“ findet das die Mutter, „gerade jetzt, wenn es morgens noch stockduster ist.“ Nicht mal einen Unterstand gibt es dort.

Auch auf dem Rückweg sei ihr Sohn wieder bei Habbels ausgestiegen und habe den Bus wechseln müssen. Hinzu komme, dass der Schulbus restlos überfüllt sei. „Und gleichzeitig fuhren zwei leere Busse als Dienstfahrt vorher.“

50 Kinder bleiben stehen

Diese Aussagen bestätigt auch ein Schmallenberger Busfahrer. „Die Kinder stehen bis vorn an meinen Sitz“, sagt er. „Das kann man mal zwei Haltestellen weit machen, aber nicht einmal quer durchs Stadtgebiet.“ Und es gab noch weitere Probleme: In Bad Fredeburg seien fast 50 Kinder stehengeblieben. „Da in Dorlar eine Linie komplett wegfiel, gab es auch da einen großen Tumult.“

Er selbst habe von der Umstellung der Buspläne erst am Freitagnachmittag erfahren. „Donnerstag wurden die Pläne geändert, Freitagmorgen hat sie mein Chef bekommen.“ Bei vielen Kollegen seien sie da noch nicht im Bordrechner gewesen. Schulen, Eltern und Schüler seien viel zu spät informiert worden. kritisiert er. Am Montag habe er dann zwar eine Durchsage im Bus gemacht, aber das hätten die meisten Schüler sicher gar nicht mitbekommen.

Erschwerend komme hinzu, dass die Absprachen unter den Busfahrern immer schwieriger würden. „Manche haben gar keinen Funk und deshalb wartet da auch keiner auf den anderen.“ Er befürchtet: „Das wird sich auch nicht einspielen, weil die Zeiten nicht zueinander passen.“ Jetzt schon sei das Streckennetz zu eng getaktet: „Aber warten Sie, bis es schneit“, prophezeit er.

Entschuldigung aus Münster

Die Busfahrpläne werden in Münster bei der Westfalenbus, eine Tochter der Deutschen Bahn, gemacht; dort gibt man sich schuldbewusst. Leider habe man „sehr kurzfristig“ einige Fahrpläne ändern müssen, „so dass wir nicht im Detail im Vorfeld kommunizieren konnten“, so die Pressesprecherin. Auch habe man dadurch die Fahrpläne an den Haltestellen zum größten Teil erst seit Montag bzw. Dienstag aushängen können. „Dies bedauern wir an dieser Stelle ausdrücklich.“

Für die Schüler habe sich nicht viel geändert, betont sie, diese könnten wie gewohnt von Fleckenberg nach Bad Fredeburg durchfahren. Ein Umstieg sei nicht nötig. Der Pressesprecherin ist klar, dass sich das aus den Plänen für die 464 und 466 nicht erschließt. Das lasse sich im Moment leider auch nicht anders darstellen.

Umstieg ist nicht nötig - aber nicht ersichtlich

Sie betont: „Fakt ist, dass der Bus von Latrop (ab 7 Uhr) wie gewohnt über das Schulzentrum Schmallenberg weiter nach Bad Fredeburg fährt, die Kinder also nicht um- bzw. aussteigen müssen.“ Wie bisher auch fahre die Firma Zacharias im Auftrag diesen Bus. „Es hat sich daher für die Schüler nichts geändert.“ Dies gelte auch für die Kinder, die zur Hauptschule und zum Gymnasium Schmallenberg wollten. Sie vermutet, „dass die Fahrschüler aufgrund der neuen Liniennummer etwas irritiert sind. Allerdings hätte ihnen der Busfahrer sicherlich gern die Frage „Umstieg oder nicht“ beantworten können.“

Die Westfalenbus entschuldigt sich für das Kommunikations-Chaos: „Aufgrund von internen Zuordnungsproblemen hat es keine direkte Kommunikation mit den Schulen gegeben. Dies holen wir zurzeit nach.“ Man nehme die Hinweise von Eltern und Schulträgern sehr ernst und gehe jedem Einzelfall nach. Die VWS äußerte sich trotz Anfrage nicht.

>>>HINTERGRUND

Einen möglichen Grund für dieses Verkehrs-Chaos vermutet Axel Knipschild von Hunau-Reisen: Bis Schmallenberg fahre die „WB Westfalenbus GmbH“ und ab Schmallenberg seit einer neuen Ausschreibung im Sommer die Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd (VWS).

Die Tour habe man jetzt in die Linien 466 und 464 geteilt.

Laut Informationen der DB Westfalenbus gehört der Bereich Fleckenberg allerdings trotzdem weiter zu ihrem Einzugsbereich.

Geändert habe sich lediglich die Zuständigkeit der Linie SB9, die jetzt von der VWS gefahren wird. Die VWS und die WB bedienten beide Fleckenberg.

Auf der Seite www.westfalenbus.de stehen alle neuen Fahrpläne zum Abruf bereit.

Da allerdings sind die Busse 464 und 466 weiterhin geteilt. Eine durchgehende Linie zwischen Fleckenberg und Schulzentrum Bad Fredeburg sucht man noch vergebens.

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