Gesundheit

Schmallenberger sorgen sich um Qualität ihres Trinkwassers

Durch Überdüngung von Feldern steigen die Nitratwerte in vielen Teilen Deutschlands. Im aktuellen Schmallenberger Fall wurde kein Grenzwert überschritten, dennoch sind einige Bürger und politische Vertreter beunruhigt.

Foto: dpa/Philipp Schulze

Durch Überdüngung von Feldern steigen die Nitratwerte in vielen Teilen Deutschlands. Im aktuellen Schmallenberger Fall wurde kein Grenzwert überschritten, dennoch sind einige Bürger und politische Vertreter beunruhigt. Foto: dpa/Philipp Schulze

Schmallenberg.   Am Rand von Wasserschutzgebieten dürfen Landwirte teilweise düngen. Das würden einige Schmallenberger gerne ändern.

Entwarnung hatten die Behörden nach der Untersuchung mehrerer Wasserproben aus dem Latroptal gegeben: Eine Gesundheitsgefahr für die Bürger habe nicht bestanden. Dennoch diskutieren die politischen Vertreter der Stadt jetzt, wie sie in Zukunft mit Landwirtschaft in Wasserschutzgebieten umgehen wollen.

Der Anlass: Ein Anrufer hatte die Stadtverwaltung darüber informiert, dass ein Landwirt im Latroptal Gülle ausbringt. Darüber war er verwundert, weil er wusste, dass das Tal ein Wasserschutzgebiet ist. Auch die Behörden nahmen den Hinweis ernst. Sofort veranlasste Proben ergaben, dass sich tatsächlich Nitrat im Wasser aus dem Latroptal befand, allerdings waren keine Grenzwerte überschritten worden.

Schadstoffe werden herausgefiltert

Gefunden wurden auch Bakterien, aber nur im sogenannten Rohwasser, das noch nicht im Wasserwerk behandelt wurde. Die Trinkwasserproben waren unauffällig. Dafür soll eine moderne sogenannte Ultrafiltrationsanlage sorgen.

Durch sie läuft das Wasser aus dem Latroptal hindurch, bevor es ins Trinkwassersystem eingespeist werden darf. „Die Anlage ist so feinfiltrig, dass sie alle Schadstoffe zurückhält“, sagte der Erste Beigeordnete Burkhard König im Haupt- und Finanzausschuss.

Gülle und Wasserschutz – das klingt für viele Bürger und auch politische Vertreter dennoch unvereinbar. „Der Landwirt hat sich nichts zu Schulden kommen lassen“, betonte der Erste Beigeordnete Burkhard König auf Nachfrage noch einmal. Er hatte die Gülle im äußeren Bereich des Wasserschutzgebiets, der Zone 3, ausgebracht und nach einem mit der Landwirtschaftskammer abgestimmten Düngeplan gearbeitet.

Das Schutzgebiet Latroptal sei schon in den 80er-Jahren ausgewiesen worden und sei deshalb größer als neuere Wasserschutzgebiete erklärte König. Randzonen mit solch gelockerten Bedingungen gebe es heute nicht mehr, die Gebiete würden insgesamt enger gefasst.

Ausgleichszahlungen als Vorschlag

Stefan Wiese von der UWG regte jetzt an darüber nachzudenken, ob man den Landwirten in den entsprechenden Schutzzonen Ausgleichszahlungen anbieten könne, um so auch die Qualität des Rohwassers zu verbessern. Schließlich werde das später zu Trinkwasser.

>> WASSERBEHÖRDE WIRD NICHT EINSCHREITEN

  • Coliforme Bakterien dürfen keinesfalls im Trinkwasser vorhanden sein.
  • Bei Nitrat gilt ein Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter, festgestellt wurden 0,6 Milligramm.
  • Auf Anfrage der Sauerländer Bürgerliste hat sich auch die Wasserbehörde des Hochsauerlandkreises schriftlich zur Wasserqualität im Latroptal geäußert.
  • Da der Landwirt nach einem genehmigten Düngeplan gearbeitet und nicht gegen geltendes Recht verstoßen habe, sei ein Einschreiten der Wasserbehörde nicht angezeigt.

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