Kostenfrage

Öffentliche Toilette im Schmallenberger Kurpark wäre teuer

So wie in Iserlohn könnte die öffentliche Toilette aussehen, wenn die Schmallenberger bereit wären, tief in die Tasche zu greifen. Das sind sie offenbar nicht.

Foto: Michael May

So wie in Iserlohn könnte die öffentliche Toilette aussehen, wenn die Schmallenberger bereit wären, tief in die Tasche zu greifen. Das sind sie offenbar nicht. Foto: Michael May

Schmallenberg.   Vielen Bürgern fehlt eine öffentliche Toiletten-Anlage im neu gestalteten Schmallenberger Lennepark. Doch die Kosten wären hoch.

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Wer im neugestalteten Lennepark unterwegs ist und dringend ein stilles Örtchen braucht, hat ein Problem: das nächste und einzige liegt an der Stadthalle. Seit langem schon fordern deshalb verschiedene Politiker dort eine eigene Toilettenanlage – die jetzt von der Verwaltung vorgestellten Preise, ließen sie jedoch erstmal zurückzucken.

Im Lennepark spielen Kinder, Touristen fahren dort Rad, Senioren spazieren über die ebenen Wege. Deshalb sei der Wunsch nach der Toilettenanlage nicht verwunderlich und nicht zu unterschätzen, so die Verwaltung. Als Standort hatte sie einen Platz in der Nähe des Radweges an der Grafschafter Straße ausgeguckt.

Soziale Kontrolle und die gute Erreichbarkeit vom Friedhof sowie vom Spielplatz aus, nannte Bauamtsleiter Christoph Schöllmann als Gründe. „Im Park werden ja schon mal Bänke beschmiert, es gab das ein oder andere Feuer und Müll finden wir auch immer wieder.“

Er empfahl 14 Stunden Öffnungszeit und eine Münz-Anlage, auch, um darüber Geld einzunehmen, doch vor allem, um zu verhindern, dass sich Unbefugte dort aufhalten. „Die Frequentierung ist schlecht schätzbar, wir gehen von 15 Nutzern pro Tag aus.“

Die Verwaltung stellte eine so genannte „betriebssichere Toilettenanlage“ inklusive der regelmäßigen Reinigung und Wartung durch einen Dritten vor. Beispielhaft zeigte Schöllmann unter anderem – optisch sehr ansprechende – Anlagen aus Winterberg, Olsberg, Brilon und Attendorn.

1000 Euro Betriebskosten im Monat

Doch die Kosten sind immens: Allein die Baukosten betragen brutto mit Münzapparat und Anschlüssen zwischen 110 000 und 155 000 Euro. Hinzu kommen noch die Betriebs- und Reinigungskosten von 1000 Euro im Monat.

„Extrem hoch“, fand Ausschussvorsitzender Alfons Brüggemann (CDU) diese Summe. „Für eine einfachere Version wäre ich dagegen auf jeden Fall zu haben.“ Doch diese Kosten könne er seinen Kollegen aus den Dörfern kaum vermitteln. Auch Horst Broeske (UWG), der den Bau der Toilettenanlage ursprünglich angeregt hatte, fragte, warum es nicht eine einfache Lösung wie in Gleidorf sein könne.

Schöllmann sagte, dass die dortige Anlage der Hausmeister der Grundschule kontrolliert und gereinigt habe. Die Ausschussmitglieder regten an, dass man versuchen solle, auch im Lennepark für das „Stille Örtchen“ eine Reinigungskraft auf 450-Euro-Basis zu finden.

Der Auftrag ging zurück an die Verwaltung, eine kostengünstigere Variante zu erarbeiten. Brüggemann: „So kann ich das nicht vertreten. Wir können Steuergelder nicht so aus dem Fenster werfen.“

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