Polizei

Nach Fußballspiel ermittelt jetzt Polizei in Meschede

Der Auslöser: Der Fatih-Spieler (rechts) holt zum ersten Tritt aus. Der Schiedsrichter steht unmittelbar daneben.

Der Auslöser: Der Fatih-Spieler (rechts) holt zum ersten Tritt aus. Der Schiedsrichter steht unmittelbar daneben.

Foto: Privat

Meschede/Eslohe.   Die Polizei ermittelt gegen einen Fußballspieler von Fatih Türkgücü Meschede. Der Verdacht: Körperverletzung beim Hallenturnier.

Nachspiel zum Felix-Cup in Eslohe: Nach einem groben Foul gegen einen gegnerischen Spieler und einem anschließenden Tritt gegen einen anderen Gegner bei dem Hallenturnier ermittelt die Polizei in Meschede jetzt gegen einen Fußballspieler der Reservemannschaft von Fatih Türkgücü Meschede: „Wir sehen eine Straftat“, sagt Polizeisprecher Holger Glaremin. Der Verdacht der Körperverletzung steht im Raum.

Ermittlung von Amts wegen

Es liegt bislang zwar noch keine Strafanzeige vor, aber die Polizei ermittelt von ihrer Seite von Amts wegen – dazu ist sie verpflichtet, wenn sie von möglichen Straftaten erfährt. Dieser Fall ist gut dokumentiert: Er wurde auf Videos festgehalten, die danach rasch in der Fußballszene verbreitet wurden. Auch die Polizei kennt eines davon – und hat die Einschätzung, dies gehe über den sportlichen Rahmen weit hinaus.

Ereignet hatten sich die Vorfälle in der Westenbergturnhalle in Eslohe nur Sekunden vor dem Abpfiff im Hallenspiel zwischen Fatih Türkgücü II und FC Arpe/Wormbach III. Im Video ist zu sehen, wie ein Fatih-Spieler einen Arper grob foult. Das Spiel wird unterbrochen, ein anderer Arper Spieler kommt hinzu und wird dann ebenfalls von diesem Fatih-Spieler umgetreten. Danach kommt es zum Tumult auf dem Spielfeld.

Spieler noch nicht identifiziert

„Wir prüfen beide Tritte“, bestätigt Polizeisprecher Holger Glaremin. Zuletzt muss die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob der Fall juristisch weiterverfolgt wird und zur Anklage kommt. Die Spieler sind noch nicht identifiziert, damit beginnen jetzt die Ermittlungen. Die Polizei war nicht in die Sporthalle gerufen worden. Der Tumult nach der Auseinandersetzung löste sich dann auf.

Im Spiel zwischen beiden Mannschaften (1:1) fehlten noch fünf, zehn Sekunden, schätzt Organisationsleiter Thomas Nagel von Rot-Weiß Wenholthausen. Angepfiffen wurde es dann nicht mehr. In dieser Spielgruppe, der auch TuTa Freienohl II noch angehörte, war es zu Änderungen gekommen, weil das vierte Team, die SG Allendorf II, nicht angetreten war. So gab es zwischen den drei verbleibenden Teams jeweils ein Hin- und ein Rückspiel.

„Mir sind die Sicherungen durchgebrannt“

Nach dem Foul-Spiel verzichtete Fatih auf das letzte noch ausstehende Spiel gegen Freienohl und trat nicht mehr an: Freienohl und Arpe/Wormbach standen ohnehin als Teilnehmer der nächsten Runde fest.

Das gesamte Turnier sei „sehr, sehr ruhig verlaufen“, sagt Thomas Nagel – eben bis auf diese Szenen. Fatih sei bei seinen Cup-Auftritten in den letzten zwei Jahren ein „Paradebeispiel im Benehmen“ gewesen, lobt er. Der foulende Fatih-Spieler sei anschließend noch zu ihm als Turnierleiter gekommen, habe sich entschuldigt und gesagt, „mir sind die Sicherungen durchgebrannt“.

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