Polizei

Molotow-Cocktail auf türkisches Vereinsheim - Festnahmen

Der Deutsch-Türkische Freundschaftsverein war Ziel des Anschlags in Meschede.

Foto: Ute Tolksdorf

Der Deutsch-Türkische Freundschaftsverein war Ziel des Anschlags in Meschede. Foto: Ute Tolksdorf

Meschede  Nach dem Brandanschlag auf eine türkische Einrichtung in Meschede nahm die Polizei noch in der Nacht drei Verdächtige fest.

Ein türkisches Vereinsheim in einem Mescheder Wohngebiet war in der Nacht auf Sonntag Ziel eines Brandanschlages mit Molotow-Cocktails. Verletzt wurde niemand. Drei Männer wurden festgenommen. Polizei und Staatsanwaltschaft wollen Montag Details nennen. Offenbar war es nicht der einzige Anschlag auf türkische Einrichtungen im Bundesgebiet - in Berlin brannte in der Nacht zu Sonntag das Gebäude eines Kulturvereins, eine Moschee im baden-württembergischen Lauffen war bereits am Freitag mit Molotow-Cocktails angegriffen worden. In allen Fällen ermittelt der Staatsschutz, da die Taten politisch motiviert sein können.

In Meschede wurde am frühen Sonntagmorgen gegen 1.45 Uhr die Feuerwehr zu dem Vereinsheim gerufen. Zeugen hatten einen Wiesenbrand gemeldet. Als die Feuerwehr eintraf, brannte nichts mehr. „Wir haben unsere Sachen gar nicht erst ausgepackt“, so Löschzugführer Holger Peek. Auf der ge Terrasse habe man noch ein Glimmen und „scharfen Benzingeruch“ festgestellt.

Zeichen der „Grauen Wölfe“

Die Polizei fand Spuren von Molotow-Cocktails als Brandbeschleuniger, Flaschen mit Benzin und Papier, die offenbar gegen die Fassade geschleudert worden waren.

Noch in Tatortnähe, so meldete der Staatsschutz am späten Nachmittag, konnten Einsatzkräfte ein verdächtiges Fahrzeug ausmachen, in dem sich drei tatverdächtige Personen aufhielten. Es ergaben sich Hinweise darauf, dass das Trio aus dem Wagen im Zusammenhang mit dem Wurf der Brandsätze stehen könnte. Die drei Tatverdächtigen im Alter zwischen 26 und 30 Jahren aus Meschede wurden festgenommen und befinden sich derzeit in polizeilichem Gewahrsam.

Der deutsch-türkische Verein war 2011 in die ehemalige Kneipe „Landsknecht“ eingezogen. Sie liegt in einer Ladenzeile. Die Gruppe, die sich dort regelmäßig trifft, gilt als zurückhaltend. Eine Stellungnahme von dort war gestern nicht zu erhalten. Kritische Stimmen bemerken seit Jahren, dass zumindest die verwendete Symbolik am Haus und im Innern auf eine nationalistische und rechtsextreme türkische Gesinnung hinweise.

Türkische Rechtsextremisten

So soll es in dem Gebäude auch Plakate mit dem weißen heulenden Wolf auf rotem Grund gegeben haben. Auf der Facebook-Seite des Vereins machen Männer wiederholt das Wolfszeichen - das Symbol der Grauen Wölfe, der türkischen Rechtsextremen.

Eines der Feindbilder der Grauen Wölfe soll die kurdische Terrororganisation PKK sein. Ob diese, ein rechtsextremer Hintergrund oder die Haltung der Türkei im Syrienkonflikt mit der Tat in Zusammenhang steht, ist unklar.

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