Tattoo

Meschederin: „Mein Delfin-Tattoo sah aus wie ein Penis“

Eine Jugendsünde: Mit 18 ließ sich Anika Siebert einen Delfin auf die Schulter tätowieren. Das Tier erinnerte jedoch eher an ein Phallus-Symbol.

Eine Jugendsünde: Mit 18 ließ sich Anika Siebert einen Delfin auf die Schulter tätowieren. Das Tier erinnerte jedoch eher an ein Phallus-Symbol.

Foto: Privat

Meschede.  Ihr Delfin-Tattoo ähnelte einem Penis. In einer TV-Sendung auf VOX bekam die Meschederin ein Cover Up. Doch vom Ergebnis war sie erst schockiert.

Es ist 1996. Anika Siebert, süße 18, schlendert mit ihren Freunden durch die Straßen von Zandvoort. Vor einem Tattoostudio halten sie an. „Na, traust du dich?“, fragte ihr Kumpel. „Na klar“, antwortet sie. Der Tätowierer hat spontan Zeit, eine Idee fürs Motiv fehlt der 18-Jährigen jedoch. „Du kommst aus Deutschland? Dann machen wir einen Delfin. Das wollen gerade alle Deutschen“, sagt der Holländer und verziert die Schulter der 18-Jährigen mit einem zehn Zentimeter großen Meeressäuger.

Jugendlichen kicherten auf der Rutsche

Es ist 2019. Anika Siebert (41) sitzt im Mescheder Brazil vor einem Milchkaffee. Sie muss lachen, wenn sie

diese Episode aus ihrer Jugend erzählt. „Ich fand den Delfin damals wirklich schön“, sagt sie. Mit den Jahren gefiel ihr das Tattoo jedoch immer weniger. Es störte, wenn sie schulterfreie Shirts oder schicke Kleider trug. Und auf der Rutsche im Schwimmbad kicherten die Jugendlichen. Denn für die sah der Delfin, der zwischen den Bikiniträgern hervorlugte, so gar nicht nach Delfin aus. Ihre Freundin Yvonne nannte es sogar das „Penis-Tattoo“. „Das hat schon an mir genagt“, sagt Anika Siebert. Dass sie zwischendurch mehr als 30 Kilogramm abgenommen hatte, ging am Delfin nicht spurlos vorüber. „Die Form war total verzogen“, erinnert sie sich.

Für die Sendung „Makel? Los!“ ausgewählt

Zufällig stieß die Mescheder im Internet auf den Aufruf einer Fernseh-Produktionsfirma. Der Wortlaut war ungefähr: „Du hast einen Makel, den du unbedingt loswerden möchtest? Zum Beispiel ein Tattoo?“

Anika Siebert schrieb: „Mein Tattoo sieht aus wie

ein Penis.“ Und nannte damit wohl die Schlüsselworte fürs Privatfernsehen, denn wenig später bekam sie schon eine Antwort und wurde sie für die VOX-Sendung „Makel? Los!“ ausgewählt. Der Tätowierer Stefan Muler aus Viersen, begutachtete schließlich Anika Sieberts Schulter-Tier und ließ kein gutes Haar an der Arbeit des Kollegen aus den Niederlanden.

In einer siebenstündigen (!) Sitzung bekam sie ein so genanntes Cover Up: Der unerwünschte Delfin wurde mit einem neuen Tattoo verdeckt. Außerhalb einer TV-Sendung, so Siebert, hätte man dieses Tattoo in zwei Sitzungen gestochen.

Cover Up: Motiv eine Überraschung

Das Motiv war eine Überraschung für die Meschederin. „Ich durfte vorher nicht schauen, die Spiegel

waren verdeckt.“ Allerdings wusste sie grob in welche Richtung es gehen sollte. Auch die Farben waren ihr bekannt. „Von der Größe war ich dann aber schon geschockt“, gibt sie zu. Denn das neue Tattoo füllt ihre komplette Schulter. Ein bunter Sonnenuntergang mit Meer und Palmen. „Aber danach war ich total begeistert von den Farben und den Details“, sagt Anika Siebert. Die Begeisterung hält auch jetzt – fast ein Jahr nach der Aufzeichnung – noch an. „Das Motiv passt zu mir“, sagt sie. Auch Mann und Sohn waren begeistert. Die 41-Jährige liebäugelt nun auch sogar mit einem zweiten Tattoo auf der anderen Schulter. Das Motiv soll in Verbindung mit ihrem Sohn stehen. Die Sendung wurde bereits ausgestrahlt.

Delfin in einer Welle versunken

Und der Delfin Anno 1996? „Der ist in einer Welle versunken“, sagt Anika Siebert. Nur wenn man genau hinsieht, kann man ihn seine Flossen noch erahnen. „Ich bereue gar nichts“, sagt sie und lacht. „Solche Jugendsünden gehören doch dazu. Und Humor hilft immer im Leben.“

  • Es gibt zwei Möglichkeiten , ein Tattoo loszuwerden: Ein „Cover Up“ bezeichnet man die Tattoovertuschung. Das alte wird mit einem neuen Motiv überstochen. Die zweite Möglichkeit ist die Laserentfernung.
  • Ab Ende 2020 dürfen einer neuen Verordnung zum Strahlenschutz zufolge nur noch Ärzte Tattoos per Laser entfernen. Experten rechnen dann mit längeren Wartezeiten und einer erheblichen Kostensteigerung.
  • Aktuell darf momentan noch jeder, der im Besitz eines Gerätes und eines Gewerbescheins ist und einen Laserschutzkurs absolviert hat, Tattoos per Laser entfernen.
  • Die Behandlung bieten unter anderem Kosmetikstudios an.

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