Ehrenamt

Mescheder Frauen setzen ein Zeichen gegen Gewalt

Die Mescheder Sorooptimistinnen beteiligen sich an den Orange Days. In den Zeiten der Pandemie ist es  auch für den Verband berufstätiger Frauen schwer, Gelder für Frauen-Projekte zu sammeln. Mit den Spenden der Orange Days wollen sie das HSK-Frauenhaus in Arnsberg unterstützen.

Die Mescheder Sorooptimistinnen beteiligen sich an den Orange Days. In den Zeiten der Pandemie ist es auch für den Verband berufstätiger Frauen schwer, Gelder für Frauen-Projekte zu sammeln. Mit den Spenden der Orange Days wollen sie das HSK-Frauenhaus in Arnsberg unterstützen.

Foto: Privat

Meschede.  2019 wurden deutschlandweit 115.000 Frauen Opfer von Gewalt in Partnerschaften. An den Orange Days weist der SI Club Meschede darauf hin.

16 Tage gegen Gewalt - am 25. November starten weltweit die Orange Days. Sie wollen weltweit ein starkes Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen. Orange ist dabei die verbindende Farbe. Auch der Mescheder Club der Soroptimistinnen beteiligt sich. Club-Mitglieder werden daher an den folgenden Tagen - natürlich mit Beachtung der Abstands- und Hygieneregeln – an der Ecke Von-Stephan-Straße und Ruhrstraße auf das wichtige Thema aufmerksam machen, kleine Geschenke verteilen und gleichzeitig um eine Spende für das Frauenhaus in Arnsberg bitten. Es ist das einzige Frauenhaus im gesamten Hochsauerlandkreis.

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Der Hintergrund

Tagtäglich werden Frauen und Mädchen Opfer von Gewalt – körperlich, sexualisiert oder psychisch - , ganz unabhängig von Alter, Herkunft oder dem sozialen und kulturellen Hintergrund. Betroffen sind Frauen aller sozialen Schichten. In Deutschland machen das schon die aktuellen Zahlen des Bundeskriminalamtes zur Gewalt in Partnerschaften deutlich. Demnach wurden 2019 insgesamt 141.792 Menschen Opfer von Partnerschaftsgewalt (2018: 140.755). Knapp 115.000 Opfer waren weiblich.

Darunter

• 69.012 Fälle vorsätzlicher, einfacher Körperverletzung

• 11.991 Fälle gefährlicher Körperverletzung

• 28.906 Fälle von Bedrohung, Stalking, Nötigung

• 1514 Fälle von Freiheitsberaubung

• 301 Fälle von Mord und Totschlag

Bei Vergewaltigung, sexueller Nötigung und sexuellen Übergriffen in Partnerschaften sind die Opfer zu 98,1 Prozent weiblich, bei Stalking, Bedrohung und Nötigung in der Partnerschaft sind es 89 Prozent. Bei vorsätzlicher, einfacher Körperverletzung waren 79,5 Prozent der Opfer Frauen und bei Mord und Totschlag in Paarbeziehungen waren es 76,4 Prozent.

Wegen Corona kein Kinoabend in der FH möglich

„Auf diese erschreckenden Zahlen wollen wir als Soroptimistinnen aufmerksam machen“, erklärt die Mescheder Club-Präsidentin Martina von Weichs. Im vergangenen Jahr hatte der SI-Club dazu einen gut besuchten Kinoabend in der Fachhochschule Südwestfalen angeboten, durch den allein 1500 Euro zusammenkamen. „Durch die Corona-Pandemie sind solche Aktionen zum Sammeln von Spenden für uns deutlich komplizierter“, erklärt sie. „Doch das Frauenhaus arbeitet ja weiter und ist auf Unterstützung angewiesen. Deshalb bitten wir die Passanten um eine Spende.“ Parallel werden auch öffentliche Gebäude in Meschede orange angestrahlt. Eine Initiative des Zonta-Clubs Arnsberg, der damit das gleiche Ziel unterstützt.

Seit 1981 organisieren verschiedene Menschenrechtsorganisationen jedes Jahr zum 25. November Veranstaltungen, bei denen die Einhaltung der Menschenrechte gegenüber Frauen und Mädchen thematisiert wird. Sie haben die allgemeine Stärkung von Frauenrechten zum Ziel. Dabei geht es unter anderem um Zwangsprostitution, sexuellen Missbrauch, Sextourismus, Vergewaltigung, Beschneidung von Frauen, häusliche Gewalt, Zwangsheirat, vorgeburtliche Geschlechtsselektion und weibliche Armut.

Programme für die rechtliche Gleichstellung der Frauen

Aber es geht auch darum, Programme zu unterstützen, die sich ausdrücklich für eine rechtliche Gleichstellung von Frauen einsetzen; etwa im Bereich Bildung und Wahlen, aber auch um den Hinweis auf die von Frauen unbezahlt geleistete Arbeitsleistung.

Hintergrund für den Aktionstag, der auch von weiteren kirchlichen und weltlichen Frauenverbänden unterstützt wird, war der Fall Mirabal. Die Schwestern Mirabal, Mitglieder der „Movimiento Revolucionario 14 de Junio“, wurden 1960, nach mehreren vorangegangenen Verhaftungen, in der Dominikanischen Republik durch Militärangehörige des damaligen Diktators Rafael Trujillo verschleppt, gefoltert und schließlich ermordet. 1981 riefen lateinamerikanische und karibische Feministinnen den 25. November zum Gedenktag der Opfer von Gewalt an Frauen aus. 1999 wurde der Tag offiziell durch die Vereinten Nationen aufgegriffen.

HINTERGRUND
Die Soroptimistinnen stehen an der Hütte des Lions-Clubs Ecke von Stephan/Ruhrstraße am Freitag, 27. November, am Dienstag, 1., Freitag, 4. und am Dienstag, 8. Dezember.

Wer die Arbeit für Frauen des Soroptimist Club Meschede unterstützen möchte, kann auch direkt eine Spende überweisen an den Förderverein Soroptimist Club Meschede, IBAN: DE40 4644 1003 0231 1256 00. Wer eine Spendenquittung benötigt, kann das gern auf dem Überweisungsformular vermerken.

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