Tommy Emmanuel

Kultur Pur in Bestwig: Einfach den Star mal selber fragen!

Tommy Emmanuel zelebriert auf der Bühne den sogenannten Finger-Style: Dabei spielt er die Gitarre – ähnlich wie ein Pianist die Tasten seines Klaviers – mit zehn Fingern. Außerdem zupft, kratzt, trommelt und klopft Emmanuel auf seinem Instrument und erreicht auf diese Weise Tonvielfalt und Atmosphäre.

Tommy Emmanuel zelebriert auf der Bühne den sogenannten Finger-Style: Dabei spielt er die Gitarre – ähnlich wie ein Pianist die Tasten seines Klaviers – mit zehn Fingern. Außerdem zupft, kratzt, trommelt und klopft Emmanuel auf seinem Instrument und erreicht auf diese Weise Tonvielfalt und Atmosphäre.

Foto: Privat

Bestwig.  Der australische Gitarren-Star Tommy Emmanuel kommt nach Bestwig. Verpflichten konnte ihn der Verein Kultur pur quasi durch die Hintertür.

Manchmal muss man einfach dreist und mit ein bisschen Charme durch die Hintertür gehen, um ans Ziel zu kommen. Das weiß niemand besser als Michael Gockel von Kultur pur. Ihm ist es zu verdanken, dass der australische Gitarren-Star Tommy Emmanuel in diesem Jahr erneut zum Gastspiel nach Bestwig kommt.

Gockel hatte einfach eine Mail direkt an den Künstler gesendet, statt den offiziellen Weg über die Agentur zu gehen. Dort hätten die Bestwiger - allen Beziehungen zum Trotz - ganz sicher auf Granit gebissen angesichts Emmanuels zahlreicher Konzerttermine, die zu diesem Zeitpunkt bereits feststanden.

Geheimnis bleibt geheim

„Da wären wir niemals dazwischen gekommen“, sagt Gockel und lacht. Die Mitarbeiter der Agentur seien zwar nett, aber sie hätten Bestwig nie im Leben mit auf den Tourplan gepackt, ist er sich sicher. Jetzt steht „Bestwig“ drauf - zwischen namhaften Städten wie Dresden, Hannover, Fulda und Essen. Termin ist am 18. November. Ein Montag. „Das ist eher ungewöhnlich, aber wir sind uns sicher, dass der Bürgersaal des Rathauses trotzdem ausverkauft sein wird“, sagt Gockel.

Wie er an die private Mail-Adresse gekommen ist, will Gockel nicht verraten. Betriebsgeheimnis! Und sauer war Tommy Emmanuel übrigens auch nicht. Ganz im Gegenteil! „Er hat direkt geantwortet und zugesagt“, erinnert sich Michael Gockel. Sogar geschwärmt habe Emmanuel: Er freue sich auf „das Wohnzimmer“ Bestwig. Schließlich erlebte der australische Künstler hier 1999 seine musikalischen Anfänge in Deutschland. Inzwischen füllt er große Hallen. Aktuell ist er in die USA unterwegs. Nach weiteren Konzerten in Polen, Ungarn und Tschechien geht es dann am 14. November zu acht Terminen nach Deutschland.

Erster Auftritt in Bestwig war 1999

Es war 1999 als Tommy Emmanuel zum ersten Mal auf der Bühne des Bestwiger Rathauses zur Gitarre griff. 120 Leute waren damals dort. Davon kamen 60 aus Lippstadt, die Emmanuel dort zuvor schon einmal begeistert hatte. „Wir gehören mit zu den ersten, die Tommy Emmanuel damals Auftritte in Deutschland ermöglicht haben“, sagt Kultur-pur-Vorsitzender Jan Frigger.

Angesichts seiner Popularität sei ein Auftritt heute wirklich keine Selbstverständlichkeit, mehr. Umso glücklicher sind Gockel, Frigger und auch Uli Bock als Pressesprecher von Kultur pur, dass der Musiker, der bei Experten als einer der besten Gitarrenspieler weltweit gilt, und auf allen Kontinenten unterwegs ist, sogar auf eigenen Wunsch die Reise ins Sauerland antritt: Als sich Gockel nach der spontanen Zusage des Künstlers noch einmal bei der Agentur rückversicherte, ob auch alles seine Richtigkeit habe, habe man ihm geantwortet: „Ja, Tommy kommt, weil er das so möchte.“ Es ist inzwischen bereits Emmanuels zehnter Auftritt im „Wohnzimmer Bestwig“. Inzwischen habe sich bereits eine besondere Beziehung entwickelt, sagt Jan Frigger. Im November kann die Beziehung doch mal ein bisschen weiter gefestigt werden. Bis zum nächsten Auftritt. Vielleicht kommt der dann ja ganz ohne Hintertürchen zustande.

>>>HINTERGRUND<<<

Emmanuel zählt zu den besten Gitarristen weltweit und spielte unter anderem auf der Abschlussfeier der Olympischen Spiele in Sydney. Er zelebriert seine Kunst im so genannten „Finger-Style“. Bereits vier Mal ist er im vergangenen Jahrzehnt zum besten Gitarristen Australiens gewählt worden und gilt bei einigen Experten als einer der besten Gitarrenspieler weltweit.

Tommy Emmanuel arbeitete mit Musikern wie Eric Clapton, Stevie Wonder, Sir George Martin, Les Paul, Keith Urban und vielen anderen zusammen. Die Ikone Chet Atkins zählte zu seinen frühsten Vorbildern, als er seine Laufbahn vor knapp 50 Jahren begann, und ist heute selbst einer von Tommys größten Fans. Die beiden nahmen 1996 gemeinsam das Duo-Album „The day finger pickers took over the world“ auf.

Die Eintrittskarten für den Konzertabend kosten 42 Euro und liegen damit über dem üblichen Preisniveau von Kultur Pur. Auf der anderen Seite liegt der Preis aber deutlich unter dem, was in anderen Städten für ein Emmanuel-Konzert gezahlt werden muss. Karten gibt es über www.kulturpur-bestwig.de.

>>>IM INTERVIEW<<<

1: Tommy Emmanuel, was fällt Ihnen spontan ein, wenn Sie den Namen „Bestwig“ hören?

Ich denke an den kleinen Saal im Zentrum der Gemeinde und daran, dass es wahrscheinlich der kleinste Ort ist, an dem ich in Deutschland spiele. Michael Gockel hatte mir damals vorgeschlagen, in Bestwig zu spielen. Ich habe es getan und es war wirklich wunderbar. Und so klein es dort auch ist: Ich gehe immer noch gerne dorthin zurück und ich schätze die Tatsache, dass die Leute in Bestwig immer noch hören wollen, was ich spiele.

2: Sie haben bereits neun Mal in Bestwig gespielt. Was unterscheidet das Publikum in Bestwig vom Publikum an vielen anderen Orten?

Einige von ihnen sind zu allen meinen Shows gekommen. Sie sind wie eine Familie für mich. Ich spiele gerne für Leute, die meine Arbeit lieben. Es ist wirklich ermutigend für mich. Ich fühle, dass Bestwig ein Teil meines Lebens und ein Teil meines Wachstums als Künstler ist.

3: Welche Erinnerung haben Sie an Ihren ersten Auftritt in Bestwig im Jahr 1999?

Ich erinnere mich, als das Publikum nach einem Lied verrückt wurde. Ich habe „Danke“ gesungen und das Publikum hat „Bitte“ gerufen. Dann habe ich wieder „Danke“ gesagt und das Publikum hat wieder „Danke“ gerufen. Und wir wurden dabei immer lauter. Das war eine großartige Verbindung, die ich mit dem Publikum dort hatte.

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