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In Schmallenberg entstehen Mini-Häuser für Individualisten

So sollen sich die Small-Houses in die Landschaft einpassen. Foto:3-K-Projekt GmbH

So sollen sich die Small-Houses in die Landschaft einpassen. Foto:3-K-Projekt GmbH

Schmallenberg.   Für Thomas Kotthoff von der 3K-Projekt GmbH ist es ein Herzensanliegen. Er will „Small Houses“ in Schmallenberg errichten, für Singles und Paare.

Das Projekt ist einzigartig in der Region. 13 kleine Häuser, barrierefrei, mit Platz „drumrum“ - so genannte „Small Houses“ - sollen im Baugebiet Altes Feld II neben den traditionell geplanten Einfamilienhäusern entstehen. Für Thomas Kotthoff, den Architekten der „3-K-Projekt GmbH“, ein Herzensanliegen.

Die Zielgruppen

Wer einmal in einem Einfamilienhaus gelebt hat, tut sich schwer, in eine Eigentums- oder gar Mietwohnung zu ziehen. „Der Schritt ist ihnen zu radikal.“ Davon ist Thomas Kotthoff überzeugt. Trotzdem wird vielen das Haus irgendwann lästig, die Arbeit im Garten zu beschwerlich. Viele wollen reisen. Das große Haus stört. Die so genannten Best- und Silver Ager aus Schmallenberg sind deshalb eine Zielgruppe für die Häuschen. Eine andere Singles und junge Paare, die ein Leben ohne Kinder führen, reisen wollen, „und andere Ziele im Leben sehen, als jahrelang ein Haus abzubezahlen.“

Die Gründe

Gleichzeitig sieht Kotthoff einen starken Druck auf den Schmallenberger Immobilienmarkt. „Schmallenberg wird immer älter“, sagte er im Ausschuss. Gleichzeitig brauchen die Menschen immer mehr Platz: „In den nächsten zehn Jahren fehlen hier 500 Wohnungen“, rechnete Kotthoff vor. Denn obwohl die Zahl der Menschen sinkt, erhöht sich die Zahl der Haushalte. „Außerdem haben wir ein großes Defizit an Wohnraum für Paare und Singles.“

Die Testphase

„Inkognito“ hatte die Bau- und Investorengemeinschaft aus 3K und Volksbank auf der Schmallenberger Woche ihre Idee vorgestellt. Da fanden sich noch weitere Interessenten: Menschen, die in Schmallenberg schon lange Urlaub machen und sich vorstellen können, hier ihren Lebensabend zu verbringen aber auch Schmallenberger, die mal weggezogen sind und nun wiederkommen möchten. Das Projekt fand Anklang.

Das Projekt

13 Häuser sollen im Alten Feld II auf rund 4750 Quadratmetern angrenzend an die Wohnsiedlung „Klein-Jerusalem“ mit ihren Flachdächern gebaut werden. Auch die neuen „Small Houses“ haben Flachdächer. Die, so musste sich auch Alfons Brüggemann, Vorsitzender des Bezirksausschusses Schmallenberg belehren lassen, „sollen heute fürs Sauerland genauso gut geeignet sein wie Steildächer.“ Die Wohnungen in Modulbauweise haben 45,71 oder 95 Quadratmeter Wohnfläche und entsprechend ein bis drei Schlafzimmer. Sie sind eingeschossig und barrierefrei. Es gibt keinen Keller, bis zu zwei Stellplätze und ein Carport pro Wohneinheit. Die Häuschen stehen auf 270 bis 390 Quadratmeter Grund. Der Stadt ist es wichtig, dass dort nur Erstwohnsitze entstehen. Das soll vertraglich geregelt werden. „Nicht, dass dort“, wie Alfons Brüggemann anmerkte, „das halbe Jahr die Rollläden runter sind.“

Die Ökologie

Projektpartner ist die Volksbank Bigge-Lenne. Kotthoff rechnet mit nur drei bis vier Monaten Bauzeit und verspricht „Die Häuser werden ökologisch nachhaltig, mit modernem Energiestandard und ausschließlich mit heimischen Unternehmen gebaut.“ Noch sei nicht klar, ob möglicherweise die Energieversorgung über ein Blockheizkraftwerk erfolgt oder jedes Haus eine eigene Energiestation erhält.

Die Kosten

Die Kosten liegen zwischen 3000 und 3500 Euro pro Kubikmeter umbautem Raum inklusive Grundstück und Carport. Um eine Bevorratung zu verhindern, soll es eine Bebauungsfrist von zwei Jahren geben. „Alle Häuser, die übrig bleiben, werden wir aufkaufen und entsprechend vermieten“, so Kotthoff.

Breite der Straße wird diskutiert

Auch der technische Ausschuss sowie der Bezirksausschuss haben für das Projekt den Weg einstimmig frei gemacht.

Diskutiert wurde in der gemeinschaftlichen Sitzung nur über die Breite der Straße. 3,50 Meter hatte die 3K-Projekt-Gesellschaft vorgeschlagen, um so jedes Parken zu unterbinden.

Die Politik entschied sich dagegen. Eine Breite von 4,50 Metern sei nötig, damit immer mal jemand am Straßenrand stehen könne. Das hatte auch die Verwaltung befürwortet.

Das Projekt werde dadurch geringfügig teurer, sagte Thomas Kotthoff. Technisch sei das aber für die Projektierer ohne Probleme umzusetzen.

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