Bier

Helikoptereinsatz bei Veltins in Grevenstein

Helikoptereinsatz über Brauerei

Das Gelände der Brauerei Veltins aus der Luft.
Mo, 05.02.2018, 16.14 Uhr

Das Gelände der Brauerei Veltins aus der Luft.

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Grevenstein.   Große Umbaumaßnahmen auf Brauereigelände in Grevenstein: Eisenstäbe und Stahlnetze zur Sicherung der Felshänge fliegen durch die Luft.

Ein ungewöhnliches Geräusch ertönt vom Himmel über Grevenstein. Es kommt von Rotorenblättern, die an diesem kalten, aber sonnigen Morgen die Luft über dem Brauerei-Gelände zerschneiden. Bei Veltins ist ein Helikopter im Einsatz. Zum Glück handelt es sich nicht um einen Notfall auf dem Brauerei-Gelände, sondern um eine ungewöhnliche Aktion, die mit den großen Umbaumaßnahmen bei Veltins zusammenhängt.

Der Helikopter steht fast in der Luft, während Arbeiter am Boden Eisenstäbe an einem Seil befestigen, das von dem Fluggerät hängt. Bis zu 350 Kilogramm Gewicht kann der Helikopter tragen. Der Pilot steuert auf die nur wenige Meter entfernte Felswand zu. Zentimeterarbeit. In Montagehöhe warten weitere Arbeiter, die den Eisenstab in Empfang nehmen und in der Felswand befestigen.

Die Männer der Schmallenberger Baufirma Feldhaus bringen einen Sicherheitszaun an, der vor Steinschlag schützen soll, denn an dem Hang werden Steine abgetragen. Bis Herbst 2018 sollen Felsmengen weichen, um neue Gebäude errichten zu können. Bis zum Jahr 2024 will sich die Brauerei Veltins erweitern und technisch völlig neu aufstellen: „Wir brauchen mehr Fläche, um unseren Produktionsbereich zu erweitern“ sagt Veltins-Geschäftsführer Walter Bauer.

Das Problem: Die Brauerei ist eingekeilt von Felsen. Das Abtragen ist die einzige Möglichkeit, um auf dem Gelände neue Gebäude zu errichten. „Der Einsatz mit dem Helikopter ist wirtschaftlicher als einen Teleskopkran zu nutzen“, sagt Projektleiter Peter Kjer, während er beobachtet, wie der Hubschrauber die nächste Eisenstange zur Felswand bringt.

Schneller als geplant

Kjer ist zufrieden mit dem Verlauf der Arbeiten: „Wir sind heute viel schneller voran gekommen, als wir gedachte hatten.“ Rund vier bis fünf Stunden waren angesetzt, etwas mehr als zweieinhalb Stunden hat das Schmallenberger Bergbauunternehmen gebraucht. „Das Wetter ist perfekt. Die Kälte macht dem Helikopter nichts aus, Nebel oder starker Wind wären schlecht gewesen“, berichtet Alexander Droste. Er ist Bauleiter bei Feldhaus. Für ihn ist der Einsatz bei Veltins Routine. „Wir arbeiten öfter mit dem Helikopter, das Team weiß, was es zu tun hat.“

Der weiße Helikopter fliegt hin und her, ein Eisenstab nach dem anderen wird zur Felswand geflogen. Eine präzise Transportaktion. Die Arbeiter im Steilhang machen sich bereit, um die letzte Stahlstange in Empfang zu nehmen. Der felsige Boden unter ihren Füßen ist zwar zum Teil gefroren, aber nicht glatt. Auch das hätte die Aktion sonst verzögern können. Sicherheit geht vor.

Die letzte Stahlstange ist befestigt, der Hubschrauber fliegt die wenigen Meter zum Ausgangspunkt zurück, landet aber nicht. Die stählernen Fangnetze müssen noch in den Hang gebracht werden, auch sie sind zu schwer, um sie anderweitig zu transportieren. In Rollen werden sie von den Arbeitern am Seil des Helikopters befestigt. Die Netze werden später mit den Stahlstangen verbunden. So entsteht ein Zaun, der die Felswand auf einer Länge von 100 Metern für die nächsten Jahrzehnte absichern soll.

Zaun wird bleiben

„Der Zaun wird auch nach Abschluss der Bauarbeiten stehen bleiben, um dann auch das dort entstehende Gebäude vor Steinschlag zu schützen“, so Projektleiter Peter Kjer.

Das Grevensteiner Traditionsunternehmen baut seine Gebäude übrigens nicht zum ersten Mal mitten in den Fels. Schon Mitte der 80er Jahre griff Veltins zu ähnlichen Maßnahmen wie heute. Damals wurden durch Sprengungen bereits erhebliche Mengen von Felsmaterial abgetragen, um den heutigen Flaschenkeller zu bauen.

Der Helikopter landet. Die Arbeiter klatschen sich ab. Ihr Job ist erledigt, die Umbauarbeiten aber haben gerade erst angefangen. Das Brauereigelände wird noch ein paar Jahre eine Baustelle bleiben.

Trotzdem ist Geschäftsführer Walter Bauer erstmal glücklich: „Wir sind sehr zufrieden, dass wir bei strahlend blauem Himmel und völliger Windstille einen Helikoptereinsatz durchführen und sicher beenden konnten."

>>>>>>>>> INFO<<<<<<<<<

  • Die Brauerei Veltins wird in den nächsten Jahren für 420 Millionen Euro modernisiert.

  • Zum 200-jährigen Jubiläum der Brauerei im Jahr 2024 soll der Umbau abgeschlossen sein.

  • In den westlichen Teilen entsteht eine komplett neue Anlage.

  • Die Bier-Produktion wird während der Umbaumaßnahmen nur an einigen wenigen Tagen unterbrochen.

  • Nach Angaben der Brauerei sollen die Arbeiten zur Bereitstellung zusätzlicher Baufläche im Herbst 2018 abgeschlossen sein.

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