Reise

Zwei Fredeburger entscheiden sich für gelebte Unabhängigkeit

Sie haben sich in Kleinstarbeit an einen alten Lieferwagen begeben und ihn zu ihrem Eigenheim auf vier Rädern umgebaut: Imke und Georg Leber aus Bad Fredeburg.

Sie haben sich in Kleinstarbeit an einen alten Lieferwagen begeben und ihn zu ihrem Eigenheim auf vier Rädern umgebaut: Imke und Georg Leber aus Bad Fredeburg.

Foto: Melina von Hofmann

Bad Fredeburg.  Imke und Georg Leber aus Bad Fredeburg haben sich für „Freiheit mit Open-End“ entschieden. Corona stoppte jedoch das erste große Abenteuer.

„Die Sicherheit gegen das Abenteuer getauscht.“ So oder so ähnlich könnte das Motto des jungen Ehepaars Imke und Georg Leber aus Bad Fredeburg lauten. Die beiden bezeichnen sich selbst nicht nur als reise- und abenteuerlustig, sondern haben sich bewusst für eine neue Zukunft, für „Freiheit mit Open-End“ entschieden.

Raus aus dem Arbeitsalltag

Sie haben sich in Kleinstarbeit an einen alten Lieferwagen begeben und ihn zu ihrem Eigenheim auf vier Rädern umgebaut. Anfangs noch eine kleine, vielleicht auch illusorische Idee, wurde aus dem Vorhaben schnell Realität. Imke Leber arbeitete als Luftfahrt-Ingenieurin, Mann Georg als Softwareentwickler. Sie wollten raus aus dem grauen Arbeitsalltag, das Geld sollte nicht mehr über die Zeit regieren, sie wollten nicht mehr die Tage bis zum Wochenende zählen, sondern sprichwörtlich „das Leben leben“.

Anfang des Jahres machten sich die beiden als Backpacker auf den Weg nach Südamerika. Vorher verkauften sie ihr gesamtes Hab und Gut und verabschiedeten sich rührig von ihrer Familie. Mitten in Uruguay traf sie jedoch die Corona-Krise, weshalb sie schneller zurück nach Deutschland mussten, als ihnen lieb war.

Plötzlich zurück in Bad Fredeburg. Was nun? Schon vorbei das Abenteuer? Aufgeben – auf keinen Fall. Dann kam den beiden Reisefreunden die Idee des umgebauten Lieferwagens.

Statt Corona-Starre wurde gesägt, gebohrt und geschraubt. Mit dem elterlichen Know-how, Familien und Freunden wurde Stunde um Stunde am Abenteuer-Mobil gefeilt. Geplant war ein Budget von circa 7000 Euro, am Ende wurden es 12.000 Euro.

Doch das Ergebnis sei es wert, so die beiden. Aus dem sechs Meter langen und 1,8 Metern breiten Lieferwagen ist nun ein autarkes Wohnmobil entstanden. Eine erste Probefahrt fand Ende August statt. Im November soll es auf große Tour gehen. Die Corona-Krise soll das Ziel bestimmen, die beiden wollen „einfach losfahren“.

Zeit spiele keine Rolle, Geld solle auf Bauernhöfen oder anderen Betrieben verdient werden. Zudem führt Georg Leber seine Softwarefirma weiter aus dem Wohnmobil. Bodenständig und unabhängig, so beschreiben sich die beiden selbst – und blicken trotz aller schlechter Nachrichten positiv in die Zukunft.

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