Schule

Eslohe: Realschüler arbeiten am „Weg der 100 Nistkästen“

Kleine Pause fürs Gruppenfoto, danach geht es direkt wieder an die Arbeit: Der Technikkurs der Klasse 9 an der Esloher Realschule zusammen mit Biolehrer Jochen Nowak und einigen der Nisthilfen, die im Unterricht entstehen. Bereits seit drei Jahren wird in der Realschule an dem Projekt gearbeitet.

Foto: Frank Selter

Kleine Pause fürs Gruppenfoto, danach geht es direkt wieder an die Arbeit: Der Technikkurs der Klasse 9 an der Esloher Realschule zusammen mit Biolehrer Jochen Nowak und einigen der Nisthilfen, die im Unterricht entstehen. Bereits seit drei Jahren wird in der Realschule an dem Projekt gearbeitet.

Eslohe.   Ein Rundweg mit 100 Nistkästen soll in der Homert entstehen. Hierfür legen sich Esloher Realschüler mächtig ins Zeug - auch in ihrer Freizeit.

Laut ist es im Technikraum der Esloher Realschule. Da wird gebohrt, gehämmert, gemeißelt und geschliffen. Lärm? Nicht für Biologielehrer Jochen Nowak.

Für ihn sind die Geräusche Musik in den Ohren. Denn jeder Hammerschlag trägt dazu bei, dass der „Weg der 100 Nistkästen“ in der Homert immer konkretere Gestalt annimmt.

Ziel ist es, einen zwölf Kilometer langen Rundweg zu schaffen, der im kommenden Jahr fertig sein soll.

Beginn vor drei Jahren

Bereits seit drei Jahren arbeiten die Technikkurse der 9er-Klassen an dem Projekt. Und die Jugendlichen im Alter von 15 Jahren haben schon eine ganze Menge geschafft: Von den geplanten 100 Nistkästen hängen bereits 70. „In Hausnummer 2 ist jetzt der Kleiber eingezogen“, berichtet Nowak seinen Schülern und lächelt.

Und auch die Blaumeisen wissen das Engagement offensichtlich zu schätzen. Einige von ihnen hätten sich nach nur 20 Minuten einquartiert. Genau so soll es sein.

Begonnen hatten die Schüler vor drei Jahren zunächst mit Nistkästen für kleinere Vögel, wie eben die Meisen. Jetzt sind die größeren Vögel an der Reihe: Kleiber, Specht und großer Waldkauz. „Vor allem die Eulenarten sind bedroht“, weiß Nowak.

Er ist nicht nur Biolehrer an der Realschule, sondern auch Waldbauer und Jäger. „Ich fühle mich der Natur verpflichtet“, betont er und lobt im gleichen Atemzug die Begeisterungsfähigkeit seiner Schüler. Und die geht auch über die reinen Unterrichtsstunden in der Schule hinaus.

Raus in die Natur

Die Jugendlichen sind nämlich nicht nur mit Feuereifer bei der Sache, wenn es darum geht, aus hohlen Baumstämmen wetterfeste Nisthilfen zu zimmern. Sie opfern für das Projekt auch an Samstagen ihre Freizeit, um die Kästen an Astgabeln und abgeknickten Bäumen anzubringen. „Ist das nicht toll“, fragt Nowak rhetorisch und blickt selig auf seine werkelnden Schüler.

Es sei enorm wichtig, mit den Jugendlichen auch mal weg vom theoretischen Unterricht raus in die Natur zu gehen. Daher hoffe er, dass das Projekt Schule mache und Nachahmer finde, sagt Nowak. Dann berichtet er von seinem letzten Erlebnis im Wald. Da habe er sich fürchterlich erschrocken, als er sich plötzlich Auge in Auge einem Sperlingskauz gegenübersah. „Die leben hier wirklich und deswegen ist es wichtig, dass wir uns kümmern“.

Fantastische Aussicht aufs Rothaargebirge

Der „Weg der 100 Nistkästen“ startet in Niedersalwey an der Quirinus-Kirche bei 330 Höhenmetern und führt durch das „Tiefe Tal“ an der Dorfhütte vorbei zum Homertkopf auf einer Höhe von 656 Höhenmetern. „Von dort oben hat man eine fantastische Aussicht aufs Rothaargebirge“, schwärmt Jochen Nowak.

Der Weg ist übrigens nicht das erste Projekt des engagierten Naturfreundes. Vor 15 Jahren hat Nowak unter anderem gemeinsam mit dem Hegering bereits einen „Weg der 100 Obstbäume“ von Niedersalwey nach Obersalwey und weiter bis zum Obersten Homertkopf geschaffen. Das aktuelle Projekt ist allerdings das erste, in das er seine Schüler mit einbezogen hat. Umso glücklicher sei er, zu sehen, mit wieviel Freude sich die Jugendlichen für die Natur einsetzen.

Weitere hohle Baumstämme und Wachstischdecken

Um auch noch die letzten 30 Nistkästen für die Vervollständigung des Weges bauen zu können, brauchen die Schülerinnen und Schüler um Jochen Nowak noch weitere hohle Baumstämme. Waldbauern, die hier weiterhelfen können, sind aufgerufen, sich unter 02973/974430 in der Realschule zu melden.

Um die nistenden Vögel vor Mardern zu schützen, bringen die Schüler gemeinsam mit ihrem Lehrer Wachstischdecken am unteren Teil der Baumstämme an. So findet der Marder keinen Halt zum Klettern. Auch hier gilt: Wer solche Tischdecken übrig hat und spenden möchte, kann sich gern im Sekretariat der Realschule melden.

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