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Diese Aufgaben hat man in der Ausbildung zur Hotelfachfrau

Antonia Heimes absolviert eine Ausbildung zur Hotelfachfrau im Hotel Deimann in Winkhausen.

Antonia Heimes absolviert eine Ausbildung zur Hotelfachfrau im Hotel Deimann in Winkhausen.

Foto: Magdalena Tigges

Antonia Heimes lässt sich zur Hotelfachfrau in einem bekannten Schmallenberger Hotel ausbilden. Sie berichtet über ihre Arbeit und ihren Alltag.

Antonia Heimes hat sich nach der zehnten Klasse auf dem Marie-Königin-Gymnasium in Lennestadt dazu entschieden, etwas Praktisches zu machen. Sie startete im August 2018 eine Ausbildung zur Hotelfachfrau im Hotel Deimann in Winkhausen. Im Interview berichtet Sie von ihrem Arbeitsalltag und ihren Erfahrungen.

Wie kam es dazu, dass Du Dich für eine Ausbildung in der Gastronomie entschieden hast?

Antonia Heimes: Ich kannte das schon von Zuhause. In Saalhausen haben wir unser Stammhaus „Bäckerei Café Konditorei Heimes“, dort habe ich schon mit 13 Jahren beim Spülen geholfen und später mit im Service gearbeitet. Mir wurde das von meinen Eltern nie vorgeschrieben, ich habe das immer gerne gemacht.

Wie sieht ein typischer Arbeitsalltag bei Dir aus?

Es gibt immer verschiedene Schichten, in die man eingeteilt wird. Teilzeit ist dann von 9 Uhr bis 14 Uhr und abends von 18 bis 21 Uhr. Morgens wird das Frühstück vorbereitet, bedient, aufgeräumt und anschließend wieder für den Abendtisch eingedeckt. Bei dem Durchdienst, der von halb eins bis 21 Uhr geht, werden zunächst alle Vorbereitungen für den Abendservice getroffen. Dazu zählen beispielsweise das Polieren des Bestecks, das Eindecken des Vier-Gang-Menüs, die Brotstation vorbereiten, Weingläser polieren und vieles mehr. Ab 18 Uhr geht dann das Abendgeschäft los.

Zu Beginn meiner Ausbildung habe ich im Golfcafé Deimann gekellnert, dort finden Hochzeiten und andere Veranstaltungen statt. Anschließend war ich viereinhalb Monate in der Waschküche, dort war ich für die Zimmer und Betten zuständig. Zurzeit bin ich im Service eingeteilt, und im dritten Lehrjahr werde ich an der Rezeption sein.

Welche Erwartungen hattest Du an Deine Ausbildung und welche Erfahrungen hast Du gesammelt?

Von Zuhause kannte ich mich ja schon aus und konnte viel davon mitnehmen, vor allem was den Service angeht. Aber in einem Fünf-Sterne-Hotel ist das nochmal was anderes, als in einem Café. Im Hotel gibt es viele Dinge auf die man achten muss, es gibt zum Beispiel viele Stammgäste, die man mit Namen anspricht. Zunächst war ich mir auch unsicher, ob ich alles richtig mache, aber man lernt schnell.

Als Gast ist mir das nie aufgefallen, aber wenn ich jetzt selbst mal hinter die Kulissen gucke, dann fällt auf, wie viel Arbeit allein die ganze Wäsche macht, das war mir vorher nie so bewusst.

Welche Inhalte werden Euch in der Schule vermittelt?

Jede Woche dienstags und alle zwei Wochen mittwochs geht es in die Berufsschule nach Meschede. Dort haben wir ganz normale Fächer, wie Deutsch, Englisch und Politik aber auch Kochen, Gastorientierung und Fachpraxis. In der Theorie lernen wir Dinge wie Produktpflege. In der Praxis zum Beispiel Eindecken und Servietten falten.

Was gefällt Dir am meisten?

Der Umgang mit den Menschen. Man möchte einfach, dass sich die Gäste wohlfühlen. Und bei den vielen guten Arbeitskollegen macht die Arbeit gleich mehr Spaß. Der Zusammenhalt untereinander macht, wie ich finde, auch sehr viel aus, denn alle müssen zusammenarbeiten. Ohne die Wäscherei oder den Spüldienst würde ein Hotel nicht laufen.

Warum das Hotel Deimann?

Zu Weihnachten sind wir immer im Hotel Deimann frühstücken gegangen, das hat mir schon da gut gefallen. Außerdem öffnete mir so ein großes Hotel die Türen. Als Hotelfachfrau kann ich in viele Bereiche einsehen. Es ist sehr vielseitig.

Die Arbeitszeiten sind ja nicht wie üblich, bekommst du trotzdem Familie und Freizeit unter einen Hut?

Ja, auch wenn ich erst abends Feierabend habe, ist das in Ordnung, man trifft sich dann oft mit den Arbeitskollgen und macht noch etwas zusammen. Ich habe hier auch meinen neuen besten Freund kennengelernt, das Arbeiten zusammen macht dann gleich auch noch mehr Spaß. Für meine anderen Freunde finde ich auch immer noch genug Zeit, um etwas zu unternehmen. Es gibt auch einen sogenannten Freiwunschordner, in den man sich eintragen kann, wenn man frei braucht. So bekommen wir auch dann frei und müssen uns nicht extra Urlaub nehmen.

Welche Voraussetzungen muss man für die Ausbildung mitbringen?

In dieser Ausbildung begegnet man fast täglich verschiedenen Menschen, man sollte daher freundlich, zuvorkommend und hilfsbereit sein. Wenn ein Gast eine schwere Tasche trägt, sollte man nicht zögern und gleich helfen. Und auch wenn man mal schlechte Laune hat, darf man sich das nicht anmerken lassen, sondern muss stets freundlich sein.

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