Ermittlungen

Die schwierige Suche nach dem Feuerteufel von Ramsbeck

Rauchwolken über Ramsbeck. Am Karsamstag zündet ein Unbekannter das Osterfeuer an. Er kommt womöglich ungestraft davon.    

Rauchwolken über Ramsbeck. Am Karsamstag zündet ein Unbekannter das Osterfeuer an. Er kommt womöglich ungestraft davon.   

Foto: Privat

Ramsbeck.   Nach dem geschmacklosen Notre-Dame-Skandal ist das Osterfeuer von Ramsbeck vorzeitig abgefackelt. Die Polizei hat eine schwierige Aufgabe.

Es besteht wenig Hoffnung: Nachdem ein Unbekannter am Karsamstagmorgen das Ramsbecker Osterfeuer entzündet hatte, wird der Täter wohl nie ermittelt werden und somit ungestraft davon kommen.

Wie Meschedes Polizei-Sprecher Sebastian Held mitteilt, seien die vorzeitig angezündeten Osterfeuer am gestrigen Dienstagmorgen auch Thema bei der Lagebesprechung der Kreispolizeibehörde gewesen.

Denn: Nicht nur in Ramsbeck war das Osterfeuer zu früh in Flammen aufgegangen - auch in Madfeld, in Bruchhausen in Assinghausen und Elpe hatten Unbekannte zugeschlagen. Überall mussten die Feuerwehren die Osterfeuer vorzeitig kontrolliert abbrennen lassen.

Schwierige Ermittlungsarbeit

Die Ermittlungsarbeit der Beamten gestaltet sich schwierig, wie Sebastian Held betont. Wenn es keine Zeugenhinweise gebe, habe die Polizei in der Regel keine weiteren Anhaltspunkte. „Das ist unfassbar schwierig“, sagt Held. Denn zum einen lägen die meisten Plätze, auf denen die Osterfeuer entzündet werden, außerhalb und seien damit schlecht einsehbar. Zum anderen sei kein Einsatz von Brandbeschleunigern erforderlich, der zum Täter führen könnte. Beim Osterfeuer reiche ein einfaches Feuerzeug. „Bei der Trockenheit der vergangenen Tage, brennt das direkt wie Zunder“, sagt Held.

In Ramsbeck hatten es die Jungschützen immerhin noch geschafft, mit viel ehrenamtlichem Engagement ein kleineres Osterfeuer zu errichten, das am Ostersonntag entzündet werden konnte. Rund 15 Jungschützen waren dafür am Karsamstag von 8.30 bis 15 Uhr im Einsatz.

Bundesweite Schlagzeilen

Ob die Tat in Ramsbeck im Zusammenhang mit einer geschmacklosen Werbung im Vorfeld steht, ist unklar. Wie berichtet, hatte über den Messenger WhatsApp ein Bild die Runde gemacht, auf dem mit der brennenden Kathedrale Notre-Dame für das Ramsbecker Osterfeuer geworben wurde. Ein Vorfall, der am Ende sogar bundesweit Schlagzeilen machte und es in die Bild-Zeitung schaffte.

Das Boulevard-Blatt hatte in einem Artikel deutschlandweite Vorfälle rund um die Osterfeuer zusammengefasst und getitelt: „Osterfeuer außer Kontrolle - und eine geschmacklose Werbung toppt alles...“.

Zusammenhang ist unklar

Nach wie vor ist unklar, wer für die zweifelhafte Werbung verantwortlich ist und den Ramsbecker Schützen damit einen Bärendienst erwiesen hat. Jungschützenvertreter Markus Bönner geht mit „großer Sicherheit“ davon aus, dass das Posting nicht aus den Reihen der Jungschützen kam. Man habe nach Bekanntwerden eine Krisensitzung einberufen.

Kritik in den sozialen Medien

In den sozialen Medien hagelte es in den vergangenen Tagen Kritik für die Ramsbecker Schützen - obwohl sie gegenüber unserer Zeitung deutlich betont hatten, mit der Collage nichts zu tun zu haben und sich entschieden distanzierten. Nach dem vorzeitigen Entzünden des Osterfeuers gab es dann allerdings auch gemäßigtere Stimmen.

Unter anderem heißt es auf Facebook: „Trotz allem was in den letzten Tagen passiert ist, ist es ein Unding ein durch viele Helfer erbautes Osterfeuer vorzeitig anzuzünden.“

Und auch beim Osterfeuer selbst rückte die geschmacklose Werbung in den Hintergrund. Es seien nicht weniger Menschen gekommen als in den Vorjahren, so Bönner. Und die Stimmung sei durchweg positiv gewesen.

Keine Brandstiftung sondern Sachbeschädigung

Bei der Tat handelt es sich laut Polizei-Sprecher Sebastian Held rechtlich nicht um Brandstiftungen sondern um eine Sachbeschädigung durch Feuer.

Von Brandstiftung spricht das Gesetz unter anderem, wenn Gebäude oder Hütten, Betriebsstätten oder technische Einrichtungen, Maschinen, Warenlager oder -vorräte, Fahrzeuge, Wälder oder land-, ernährungs- oder forstwirtschaftliche Anlagen oder Erzeugnisse in Brand gesetzt werden.

Ist das nicht der Fall handelt es sich in der Regel um eine Sachbeschädigung durch Feuer - zumindest dann, wenn durch die Tat keine Menschen gefährdet wurden. Hierfür droht dem
Täter eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe.

Hier finden Sie noch mehr Nachrichten, Fotos und Videos aus Meschede und dem Umland.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben