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Die hohe Pendlerquote in Bestwig hat auch ihre guten Seiten

Bestwigs Bürgermeister Ralf Péus an seinem Schreibtisch im ersten Stock des Rathauses. Im Gegensatz zu vielen anderen Bestwigern hat Péus nur eine kurze Fahrzeit bis zu seinem Arbeitsplatz.

Foto: Frank Selter

Bestwigs Bürgermeister Ralf Péus an seinem Schreibtisch im ersten Stock des Rathauses. Im Gegensatz zu vielen anderen Bestwigern hat Péus nur eine kurze Fahrzeit bis zu seinem Arbeitsplatz. Foto: Frank Selter

Bestwig.   Die Gemeinde Bestwig hat die höchste Auspendlerquote im ganzen HSK. Ist das ein Grund zur Sorge? Der Bürgermeister hat Antworten.

Welche Bedeutung hat die hohe Auspendlerquote für die Gemeinde? Wir haben in unserer Pendler-Serie mit Bestwigs Bürgermeister Ralf Péus über die Hintergründe gesprochen.

Haben Sie eine Erklärung, dafür dass Bestwig mit 60,8 Prozent die höchste Auspendlerquote im HSK hat?

Ralf Péus: Im Vergleich mit anderen Kommunen im Sauerland hat die Gemeinde Bestwig eine relativ geringe Fläche bei einer im Verhältnis recht hohen Bevölkerungsdichte. Deshalb und mit Blick auf die topographischen Gegebenheiten fehlen uns die Voraussetzungen für größere Gewerbeflächen - und damit auch größere Firmen. Viele Bürgerinnen und Bürger fahren deshalb zur Arbeit in die Nachbarkommunen. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass diese Leute gern hier wohnen bleiben - sie sind heimatverbunden, und hier gibt es zahlreiche Vereine, viel Natur und einen hohen Freizeitwert. Deshalb ist die Lage auch alles andere als besorgniserregend.

Ist die hohe Auspendlerquote mit besonderen Problemen verbunden? Zum Beispiel bei der Feuerwehr?

In der Tat ist die so genannte fehlende „Tagesverfügbarkeit“ eine Herausforderung für unsere Freiwillige Feuerwehr. Darauf hat sich die Feuerwehr allerdings eingestellt - etwa durch die Möglichkeit einer Doppelmitgliedschaft. Feuerwehrkameraden aus Nachbarkommunen, die bei Arbeitgebern in der Gemeinde Bestwig tätig sind, können tagsüber unsere Bestwiger Feuerwehr bei Einsätzen unterstützen. Die Wehrleitung leistet hervorragende Arbeit, um solchen Herausforderungen zu begegnen.

Hat die Gemeinde eine Chance, der hohen Auspendlerquote entgegenzuwirken?

Generell muss man sagen, dass die Gemeinde Bestwig eine attraktive Lage hat: Wir haben Eisenbahnanschluss und eine direkten Zugang zur Autobahn; zudem führen Bundesstraßen in nördliche, südliche und östliche Richtung. Allerdings: Die Topographie begrenzt unsere Möglichkeiten, neue Gewerbeflächen auszuweisen. Wir haben zahlreiche Baugebiete, günstige Preise für Wohnbaugrundstücke und auch ein Familienförderprogramm. Nachdem die Bautätigkeit einige Jahre recht ruhig war, zieht sie nun wieder an. Dies zeigt, dass man sich bewusst für Bestwig als Wohnstandort entscheidet. Es kommt ja auch nicht von ungefähr, dass viele Menschen, die beruflich z.B. im Ruhrgebiet tätig sind, hier bei uns wohnen bleiben. Der Freizeitwert ist hoch, und auch das Preisniveau ist hier deutlich günstiger.

Immerhin ist die Einpendler-Quote gestiegen. Woran könnte die Steigerung liegen?

Das liegt sicher in erster Linie daran, dass in den letzten Jahren neue, zusätzliche Arbeitsplätze in der Gemeinde Bestwig geschaffen wurden, zum Beispiel durch die Erweiterung der Firma Arconic, ehemals Tital. Berücksichtigen muss man aber natürlich immer, dass Arbeitsplätze und Mitarbeiter, die diese besetzen, zueinander passen. Nicht immer gibt es diese passenden Bewerber vor Ort. Dass unsere Firmen die Zugkraft haben, diese passenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für eine Tätigkeit hier bei uns in Bestwig zu gewinnen, ist absolut positiv.

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