Arbeitsmarkt

Corona: Kurzarbeit im HSK - schlimmer als bei Finanzkrise

Bald springt die Ampel auf Rot: Blick auf eine Agentur für Arbeit. Die Zahlen für den Hochsauerlandkreis liegen vor. Corona schlägt voll durch, auch zwischen Meschede und Schmallenberg.

Bald springt die Ampel auf Rot: Blick auf eine Agentur für Arbeit. Die Zahlen für den Hochsauerlandkreis liegen vor. Corona schlägt voll durch, auch zwischen Meschede und Schmallenberg.

Foto: Sina Schuldt / dpa

Meschede/Eslohe/Bestwig/Schmallenberg.  Corona beginnt auf dem Arbeitsmarkt im HSK durchzuschlagen: 25 Prozent mehr Arbeitslose als vor einem Jahr und Rekord-Kurzarbeit.

Die Kurzarbeit im heimischen Raum erreicht einen Rekordstand. Sie betrifft mehr Betriebe als bei der Finanzkrise im Jahr 2009. Zu diesem Ergebnis kommt die Agentur für Arbeit in einer Analyse.

Zahlen liegen nur zusammengefasst für die Kreise Hochsauerland und Soest vor; beide werden gemeinsam von einer Agentur für Arbeit betreut. Demnach ist im März - dem Beginn des Lockdowns - bei 2268 Betrieben und 17.865 Personen die Kurzarbeit nicht nur vorsorglich angemeldet, sondern auch tatsächlich umgesetzt worden.

Weitere Anzeigen für Kurzarbeit

„Das ist eine enorm hohe Anzahl betroffener Personen und Betriebe, die fast an der Zahl zuvorgestellter Anzeigen liegt. Diese Entwicklung unterstreicht nochmal die Tatsache, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie durchweg alle Branchen getroffen hat“, erklärte dazu Tanja Schubert, Geschäftsführerin Operativ der heimischen Agentur für Arbeit. „Ohne die Kurzarbeit und die hohe Bereitschaft der Betriebe ihr Personal durch den Einsatz von Kurzarbeit zu halten, hätte die Arbeitslosigkeit viel mehr Menschen erreichen können.“ Im Juli seien für beide Kreise nochmal 62 neue Anzeigen auf Kurzarbeit eingegangen.

Der Arbeitsmarkt im Hochsauerlandkreis: Die Zahl der Menschen ohne Stelle ist im Juli gestiegen. 7463 Personen waren arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 3,2 Prozent mehr. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl um 25,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen beträgt im Juli 5 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 4 Prozent. Der Blick in die Regionen: Meschede, Eslohe und Bestwig melden eine Arbeitslosenquote von 4,6 Prozent (Vormonat: 4,5 Prozent), Schmallenberg von 3,5 Prozent (Vormonat 3,3 Prozent).

Junge Leute betroffen

„Dass die Arbeitslosigkeit in einem Juli steigt, ist für die Jahreszeit typisch. Dieser Effekt betrifft auch während der Corona-Pandemie überwiegend viele junge Menschen unter 25 Jahren, die sich wegen des Schul- und Studienendes oder nach Beendigung ihrer Berufsausbildung übergangsweise arbeitslos melden. Viele Stellen in der Zeitarbeit sowie die Möglichkeiten, eine befristete Anstellung einzugehen sind in den vergangenen Monaten weggefallen - und damit klassische Einstiegswege junger Menschen in das Berufsleben“, so Schubert. Sie sagt aber auch: „Im Hochsauerlandkreis wurden im Juli mehr neue Stellen gemeldet als noch im Vormonat. Das lässt uns hoffen, dass der Stellenmarkt langsam wieder in Schwung kommt.“

Für das Arbeitslosengeld I sind 3581 Personen gemeldet, 6,4 Prozent mehr als im Vormonat und 45,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Hartz IV beziehen 3882 Personen, als mehr als die Hälfte aller Arbeitslosen, und 0,4 Prozent mehr als im Vormonat und 11,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

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