Buch

Aus „Schubladen-Buch“ werden Sorpetaler Forsthausgeschichten

„Sorpetaler Forsthausgeschichten“ – das neue Buch von Bärbel Michels aus Rehsiepen. Sie sitzt mit dem Buch in den Händen vor dem Alten Forsthaus in Rehsiepen.  

„Sorpetaler Forsthausgeschichten“ – das neue Buch von Bärbel Michels aus Rehsiepen. Sie sitzt mit dem Buch in den Händen vor dem Alten Forsthaus in Rehsiepen.  

Foto: Laura Handke / WP

Rehsiepen.  Bärbel Michels hat ihr Werk „Sorpetaler Forsthausgeschichten“ veröffentlicht. Über das Alltagsleben, die Historie und Schnepfendreck.

Bärbel Michels sitzt auf einer kleinen Holzbank mit roten Polstern in ihrem Garten. Ein Bach rauscht, ansonsten ist nur das Summen von Bienen, Hummeln und Fliegen zu hören. Von ihrem Platz aus blickt sie auf die Weiden und Wälder hinter dem Alten Forsthaus in Rehsiepen. Vor ihr steht ein kleiner Blumentopf mit Fairy-Rosen und Zaunwichen auf dem Tisch, daneben liegt ein dickes Buch mit grünem Umschlag - „Sorpetaler Forsthausgeschichten“. Bärbel Michels hat es selbst geschrieben. „Das hätte ich mir nie erträumen lassen“, sagt die Autorin. „Also, dass ich einmal ein zweites Buch schreiben werde“, ergänzt sie und lacht. Sie hat fast 32 Jahre lang daran gearbeitet. „Damit hat sich für mich ein Traum erfüllt.“

Einblicke in das Leben vor Ort

Das Rausfinden, Forschen und Schreiben hat der Autorin besonders Spaß gemacht: „Ich habe so viele tolle Menschen und Geschichten kennengelernt“, sagt sie dazu. Seit kurzem ist das 365 Seiten starke Exemplar fertig und wird in Schmallenberg verkauft. Dabei sollte es ursprünglich erst ein „Schubladen-Buch“ werden, räumt die Autorin ein – „aber dann dachte ich mir: Jemand muss ja wissen, wie das Leben hier war; und der Alltag. Für mich und meinen Mann Peter ist es auch interessant zu sehen, was in den ganzen Jahren hier geschehen ist - und auch, was wir alles selbst geschafft haben.“

„Paradies auf Erden“

Ihr Leben ist arbeitsreich. Am Alten Forsthaus gibt es immer etwas zu tun - im Garten, am Haus, dem Gemüsebeet. Fast 15.000 Quadratmeter groß ist das Grundstück der Michels mitten im Grünen. „Es fallen auch viele schwere Arbeiten an. Dafür hat man hier auch viele Freiheiten. Für mich ist es das Paradies auf Erden“, so die Autorin. Ihre Eindrücke, Geschichten und Erlebnisse hat sie in dem Buch festgehalten.

Lieblingskapitel und Erinnerungen

Die Leser sollen dort nicht nur Einsicht in die Baugeschichte des Sorpetaler Förster-Etablissements, zum ersten Forstdienstgehöft und baulichen Veränderungen im Laufe der Jahre erhalten, sondern auch zum Leben der Forsthausbewohner „im Spiegel der Zeitgeschichte“. „Das ist übrigens eins meiner Lieblingskapitel“, sagt Bärbel Michels und lacht. Insgesamt gibt es 21.

Unter anderem zur Ausbildung und Aufgaben von Forstbeamten, Sauberkeit und Hygiene, das Zusammentreffen mit Wildtieren und den Tieren auf dem Hof, oder - „Schnepfendreck, Krammetsvögeln und anderen Delikatessen.“ Außerdem werden alle Förster, die von 1805 bis 1970 in beiden alten Forsthäusern tätig waren porträtiert; und die Förster, die seit 1970 dort gearbeitet haben, haben ihre Erinnerungen zu Papier gebracht.

Reise in die Vergangenheit

Seit rund einem halben Jahrhundert - 1971 ersteigerte Familie Michels das Gebäude - prägt das Forsthaus nun auch schon das Alltagsleben der Eheleute, die Schmallenberg als ihre Wahlheimat sehen. „Hier im Haus fühlt sich jeder etwas in die Vergangenheit zurückversetzt“, erklärt Bärbel Michels bei einem kurzen Rundgang. „Zumindest einen wichtigen Teil davon wollen wir durch das Buch mit allen teilen.“

>>>> INFO: Hintergründe

1. 1986 veröffentlichte Bärbel Michels das erste Buch über das Alte Forsthaus und das Sorpetal.

Seit 1990 steht die Gesamtanlage in Rehsiepen unter Denkmalschutz. 2009 rief das Ehepaar Michels dann die „Stiftung Altes Forsthaus Rehsiepen“ ins Leben, um den Erhalt des Hauses langfristig zu sichern. Wer sich für die Themen Heimatpflege, Bau- und Gartenkultur interessiert, ist herzlich zur Mitarbeit eingeladen. Infos dazu gibt es bei Holger Entian vom Stiftungsbeirat: 02975/809412.

2. Finanziert wurde das Buch „Sorpetaler Forsthausgeschichten 1808 bis 2018“ zum Teil durch Förderungen des LWL, der Stadt Schmallenberg, der Stadtparkasse, dem Heimat- und Geschichtsverein, der Volksbank Bigge-Lenne und des HSK. „So konnten wir circa die Hälfte der Druckkosten decken.“ Für den restlichen Betrag ist die Stiftung in Vorleistung gegangen. Es ist erhältlich bei Familie Michels im Alten Forsthaus, in der Gästeinformation Schmallenberger Sauerland und in der Stadtsparkasse Schmallenberg. Es kostet 39 Euro.

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