Diebstahl

25.000 Euro Schaden: Einbruch-Drama bei Kapelle „Die Caller“

Die Einbrecher haben das Fenster an der Rückseite des Vereinsheims eingeschlagen und sich dort Zutritt verschafft.

Die Einbrecher haben das Fenster an der Rückseite des Vereinsheims eingeschlagen und sich dort Zutritt verschafft.

Foto: Die Caller

Calle.  Schlimmer geht immer: Ausgerechnet im Corona-Jahr ohne Auftritte und Einnahmen trifft es „Die Caller“ hart. Einbrecher stehlen ihre Instrumente.

Mit der Taschenlampe auf Diebeszug: Im Vereinsheim der Musikkapelle „Die Caller 1829 e.V.“ hat sich in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ein echtes Drama abgespielt. Musikinstrumente und -technik im Wert von über 25.000 Euro wurde gestohlen.

Schlimmer hätte es zum Ende eines Jahres ohne Auftritte und Vereinsleben für „Die Caller“ kaum kommen können. Wie die Polizei am Freitagmorgen mitteilte, sind noch unbekannte Täter durch ein Fenster in das Vereinsheim eingedrungen. „Auf den Bildern unserer Überwachungskamera war gegen Mitternacht jemand mit Taschenlampe zu sehen, der durch das Gebäude gegangen ist“, berichtet der Vorsitzende Jörg Hoffmann und grenzt den Tatzeitraum ein.

Bei Durchsicht des Überwachungsvideos sei Hoffmann dann richtig mulmig geworden. Er ordnet den Einbruch als echtes Drama für den Verein ein. „Unserem Kassierer standen wirklich die Tränen in den Augen. Wir haben das mal überschlagen, der Wiederbeschaffungswert aller gestohlenen Instrumente und der Technik liegt bei 25.000 bis 30.000 Euro.“ Gegen Einbruch versichert waren die Instrumente nicht. „Solche Versicherungen sind unglaublich teuer. Wir schauen nun, ob das ein oder andere private Instrument über eine Haftpflicht- oder Hausratversicherung laufen kann, gehen aber nicht davon aus“, erklärt Jörg Hoffmann.

Scheibe eingeschlagen

Zugriff hatten die Täter sich über ein Fenster an der Rückseite des Gebäudes, Richtung Wallen, verschafft. „Es sieht danach aus, dass sie es erst mit einem Brecheisen versucht haben. Da aber auch die Scheibe eingeschlagen wurde und man das Fenster noch einwandfrei schließen kann, gehe ich davon aus, dass die Täter letztlich durch die zerschlagene Scheibe den Fenstergriff betätigt haben“, so der Vorsitzende. Vermutlich, um von außen nicht gesehen zu werden, hatten Einbrecher Tische vor die Fenster des Vereinsheims gestellt, so dass sie ungestört arbeiten konnten.

Hoffmann geht davon aus, dass die Täter gezielt nach teuren Instrumenten und Technik gesucht haben: „Als wir den Einbruch bemerkt haben, war nichts zerstört. Wir haben aber geöffnete Rucksäcke und Taschen vorgefunden. Ich glaube, dass die Täter gezielt die Instrumente stehlen wollten und es kein Angriff gegen uns war.“

Nagelneue Instrumente entwendet

Der schlimmste und größte Verlust sei zum einen die ganze Band-Technik, Boxen, Verstärker sowie vier Keyboards, zum anderen zahlreiche, nagelneue Instrumente für die Bläserklasse. „Die hatten wir durch das Crowdfunding der Volksbank anschaffen können. Da die Bläserklasse durch Corona in diesem Jahr nicht zusammen proben konnte, sind alle Instrumente noch nie bespielt worden und original verpackt gewesen“, so Hoffmann. Unter anderem sieben Trompeten, Querflöten und Bassposaunen sind den Dieben zum Opfer gefallen.

Wie man die Instrumente nun wiederbeschaffen wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht klar. „Wenn wir weitermachen wollen, müssen wir natürlich neue Instrumente haben. Wir haben noch Erspartes und Geld vom Crowdfunding, aber davon haben wir ja in diesem Jahr auch die Instrumente für die Bläserklasse bezahlt“, berichtet Jörg Hoffmann von den finanziellen Problemen, die durch den Einbruch entstanden sind. Dass man dem Verein ausgerechnet jetzt, wo durch Corona keinerlei Auftritte geplant sind, die Geld in die Vereinskasse spülen, einen Kredit gewähren würde, bezweifelt er.

Weitermachen werden „Die Caller“ aber auf jeden Fall. „Wir stecken den Kopf jetzt natürlich nicht in den Sand. Aber es ist gerade jetzt einfach gemein“, sagt Jörg Hoffmann und blickt trotz allem mit Optimismus in die Zukunft seines Vereins.

  • Die Polizei-Pressestelle konnte am Freitag noch keine weiteren Auskünfte zu Tätern oder Tathergang geben, die Ermittlungen seien aufgenommen, bestätigte Pressesprecherin Laura Burmann.
  • Bekannt ist den Mitgliedern der Musikkapelle aber bereits, dass die Täter Handschuhe getragen haben müssen, da die Spurensicherung keine Fingerabdrücke finden konnte.
  • Zeugenhinweise bitte an die Polizeiwache in Meschede unter Tel. 0291 / 90 200.
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