Gastronomie

Wasserschaden – R-Café Letmathe schließt für mehrere Monate

Seit das R-Café im August 2019 seine Türen öffnete, wird die Systemgastronomie an der Lenne stark frequentiert. Nach dem Lockdown führt der Wasserschaden jetzt allerdings schon zur zweiten unfreiwilligen Schließung.

Seit das R-Café im August 2019 seine Türen öffnete, wird die Systemgastronomie an der Lenne stark frequentiert. Nach dem Lockdown führt der Wasserschaden jetzt allerdings schon zur zweiten unfreiwilligen Schließung.

Foto: Michael May / IKZ

Letmathe.  Weil ein Abflussrohr längere Zeit undicht war, wird die Gastronomie von Serkan Yesil wieder zur Großbaustelle.

Schlechte Nachrichten vom Lenneufer: Das R-Café schließt zum Monatsende für umfangreiche Reparaturen – wahrscheinlich bis Ende März oder April, sagt Geschäftsführer Serkan Yesil. Der Grund sei ein massiver Wasserschaden, der offenbar weite Teile des Gebäudes in Mitleidenschaft gezogen hat. Ein Abflussrohr sei nach ersten Erkenntnissen schon seit Längerem undicht gewesen. Das nicht abgeleitete Wasser habe sich unter anderem in der 26 Zentimeter starken Dämmung zwischen Betonfundament und Estrich verteilt, von außen sei der Schaden daher nicht zu erkennen, erklärt Yesil: „Irgendwann fing es im Keller an zu tropfen.“ Da dort nicht viel Verkehr herrsche, sei dies zunächst unentdeckt geblieben.

Sachverständige seien inzwischen vor Ort gewesen und hätten den Schaden begutachtet, berichtet der Geschäftsführer. Nach ersten Maßnahmen lautet die einzige gute Nachricht, dass der Betrieb noch zwei Wochen weiterlaufen kann, bis Handwerker für den Beginn der Instandsetzungsarbeiten zur Verfügung stehen. „Die Elektrik ist versiegelt, da besteht keine Gefahr“, versichert Serkan Yesil. Allerdings ist die Infrastruktur des Gebäudes offenbar so massiv angegriffen, dass hier mit Lufttrocknern nichts mehr zu machen ist.

Bodenplatte ist vollgelaufen, Estrich muss erneuert werden

„Der Estrich muss raus“, fasst Yesil das Ergebnis des Gutachtens zusammen. „Das Café wird wieder eine Großbaustelle. Die Küche, die Theke, das Mobiliar, alles muss raus.“ Die genaue Ursache sei noch unklar, ebenso die Höhe des Schadens und die Frage, wie dieser versicherungstechnisch reguliert wird. Der Gastronom klingt erschöpft: „Das war kein gutes Jahr für mich. Erst kam Corona, dann der Lockdown, und jetzt wieder Baustelle.“ Dabei hätte es in den letzten Monaten schlechter laufen können, der Betrieb habe nach einer ersten Phase des Zögerns kontinuierlich wieder zugenommen. Die Gäste hätten sich an die neuen Abläufe gewöhnt und zu schätzen gewusst, dass ihnen im R-Café „so viel Normalität wie möglich“ geboten werde.

Trotz allem will Serkan Yesil nicht aufgeben: „Das wird mich nicht aufhalten. Ich komme wieder“, kündigt er an. Das Café und Restaurant über der Lenne hat erst im August 2019 seine Türen geöffnet und folgte dem Vorbild einer gleichnamigen Gastronomie in Arnsberg-Neheim, das dort am Ruhrufer liegt. Kurios: Das Arnsberger R-Café musste zum Jahresende 2018 ebenfalls wegen eines Wasserschadens schließen. Auch in diesem Fall war ein Leck über einen größeren Zeitraum hinweg unentdeckt geblieben, ein Heißwasserrohr unter den Küchenfliesen wurde als buchstäbliche Quelle der Probleme identifiziert. Der Schaden fiel in Neheim erst auf, als das Wasser an den Wänden hochstieg.

Der Geschäftsführer vermutete seinerzeit zwar einen Materialfehler, für den jedoch weder der Bauunternehmer von 2010, noch der Immobilienbesitzer und Vermieter haftbar zu machen sei. Das Café blieb 99 Tage lang geschlossen. Hinter beiden Betrieben steht eine in Emsdetten ansässige GmbH, deren Franchisenehmer überwiegend unter dem Namen „Café Extrablatt“ bundesweit Systemgastronomien betreiben.

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