Kirche

Neue Tafeln für 31-Stationen-Rundgang im Kiliansdom

Präsentieren eine der neuen Orientierungstafeln: Albert Röster (v.li.), Peter Trotier, Frank D. Niemeier und Albert Bartsch.

Präsentieren eine der neuen Orientierungstafeln: Albert Röster (v.li.), Peter Trotier, Frank D. Niemeier und Albert Bartsch.

Foto: Michael May / IKZ

Letmathe.  Der Förderverein des Kiliansdoms hat Orientierungstafeln gestiftet, mit denen die Pfarrkirche auf eigene Faust erkundet werden kann.

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Kunsthistorisch Interessierte können den Kiliansdom ab sofort auch auf eigene Faust mit einem geordneten Rundgang erkunden. Dabei helfen 30 beidseitig bedruckte Tafeln, die den aktuellen Grundriss zeigen und insgesamt 31 Stationen im Inneren der Pfarrkirche ausweisen. „Gut tausend Euro“ habe sich der Förderverein die Anschaffung kosten lassen, berichtet der 1. Vorsitzende Peter Trotier.

Entstanden sind die Tafeln in Zusammenarbeit mit einem heimischen Mediengestalter. Der Verein wollte Sorge tragen für eine nachhaltige Anschaffung: Deshalb ist die Wahl auf eine Alu-Dibond-Lösung gefallen, die als witterungsbeständig und langlebig gilt. Bei der Nutzung der im Eingangsbereich ausgelegten Tafeln gilt das Vertrauensprinzip: In einer Fußnote werden Besucher gebeten, sie nach dem Rundgang wieder zurückzulegen.

Gruppenführungen nach Absprache weiter möglich

„Wir waren selbst erstaunt, dass wir beide Seiten gebraucht haben“, sagt Pastor Frank D. Niemeier zu den vielen Stationen. Die Idee sei schon in früheren Jahren diskutiert worden, mit Blick auf die im Zuge der Sanierung zu erwartenden Veränderungen habe aber man das Ende derselben bewusst abgewartet. „Wir sind eine offene Kirche, Besucher sind immer willkommen“, betont Niemeier – anders als in vielen Gemeinden ist der Zutritt hier nicht nur zu ausgewählten Stunden in der Woche möglich, es gibt kein Gitter im Eingangsbereich, für den Besuch wird kein Eintritt erhoben und auch Fotografieren kostet nichts.

Dass im Kiliansdom noch reger Betrieb herrsche, dass hier viele Menschen beten und Kerzen anzünden, wertet der Pastor auch als Erfolg des freien Zugangs. „Wenn sich erst einmal herumspricht, dass die Kirche zu ist, dann kommt bald keiner mehr“, ist er überzeugt. Die Orientierungstafeln sollen nicht zuletzt dem Gelegenheitsbesucher, etwa Radtouristen, die inzwischen vermehrt über die Lenneschiene kämen, helfen. Führungen, meist von Peter Trotier, würden nach wie vor angeboten, allerdings nur für Gruppen und nach vorheriger Absprache. „Ein halbes Dutzend bis ein Dutzend“ schätzt er die Zahl der Anfragen im Jahr.

Mit dem Rundgang, wie er auf den neuen Tafeln vorgesehen ist, lernen Besucher den größten Teil der Kirche kennen, die einzelnen Elemente werden benannt und datiert. Er beginnt am romanischen Kruzifix, dem ältesten Objekt (um 1200) und endet wieder an den Portaltüren. Ohne Führer müssen Besucher auf Sakristei, Orgel, Glockenturm und den vielleicht spektakulärsten Teil, die Begehung des Gewölbes über Balkone, verzichten. Es lohnt sich trotzdem, nicht nur für Touristen, meint Niemeier: „Auch die Letmather selbst können dabei noch etwas über den Kiliansdom lernen.“

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