Musikschule

Modernität mit Schnörkel und Stuck

Ab Montag läuft der Musikschulbetrieb in der Trillingschen Villa. Zweigstellenleiterin Laura Flanz, Musikschulleiter Paul Breidenstein und sein Stellvertreter Adrian Ebmeyer (v. li.) freuen sich darauf.

Ab Montag läuft der Musikschulbetrieb in der Trillingschen Villa. Zweigstellenleiterin Laura Flanz, Musikschulleiter Paul Breidenstein und sein Stellvertreter Adrian Ebmeyer (v. li.) freuen sich darauf.

Foto: Michael May

Letmathe.   Am Montag startet die Musikschule Iserlohn in der Trillingschen Villa.

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Im Treppenhaus werden noch Wände und Decken verputzt, der frisch aufbereitete Parkettboden im Konzertsaal muss noch kräftig ausdünsten und auch die beiden Flügel und sechs Klaviere, über die die Letmather Musikschule verfügt, wurden noch nicht geliefert. Musikschulleiter Paul Breidenstein versichert aber dennoch, dass der Betrieb in der neuen Zweigstelle in der Trillingschen Villa an der Von-der-Kuhlen-Straße am Montag anlaufen kann. Bei einem Gang durch das Haus hat er gestern gezeigt, dass dem Start trotz letzter Arbeiten tatsächlich nichts im Weg steht, und – was ihn besonders freut – dass der Umzug von der Oeger Straße in das ehemalige Letmather Standesamt, in dessen Erdgeschoss nach wie vor auch das Bürgerbüro der Stadt untergebracht ist, für die Letmather Musikschüler ein riesiger Sprung nach vorne ist.

Elf Unterrichtsräume und ein wunderschöner Konzertsaal

„Die Oeger Straße ist am Ende einfach zu beengt gewesen“, erklärt Breidenstein noch einmal die Beweggründe für den Umzug. Nicht genügend Räume für das in Iserlohn so beliebte Instrumentenkarussell, zu kleine Räume für die Anforderungen größerer Eltern-Kind-Gruppen und auch das Fehlen eines richtigen Warteraums, in dem auch Kinderwagen geparkt werden können, hätten am bisherigen Zweigstellenstandort in dem von der katholischen Kirche gemieteten Gebäude an der Oegerstraße Investitionen von rund 750.000 Euro erforderlich gemacht.

Auf der Suche nach einem Alternativstandort fiel die Wahl auf die Trillingsche Villa, die sich im Besitz der Stadt befindet und ohnehin hätte saniert werden müssen. Nach dem tiefgreifenden vom Kommunalen Immobilienmanagement der Stadt (KIM) umgesetzten und vom Kulturausschuss eng begleiteten Umbau, der seit Herbst vorgenommen wird, ist die Villa nun wie maßgeschneidert für die Zwecke der Musikschule.

Neben dem Büro der Zweigstellenleiterion Laura Flanz, Sekretariat im Erdgeschoss, das nun erstmals seit sehr langer Zeit wieder an fünf Vormittagen sowie dienstag- und donnerstagnachmittags besetzt ist, verfügt die Schule nun über elf moderne Unterrichtsräume, darunter ein akustisch komplett trockengelegter und schallisolierter Schlagzeugraum und ein großer Gruppenraum, den ein Wanddurchbruch im ehemaligen Standesamt ermöglicht hat. Dazu gibt es zusätzliche Materialräume und einen eigenen Warteraum. Prunkstück ist ohne Zweifel der große Konzertraum mit Stäbchenparkett, benachbarter Teeküche, separaten Bühneneingang, optimierter Akustik, moderner Beleuchtung aber historischer Patina.

Überhaupt ist es der besondere Charme der rund 100 Jahre alten Jugendstilvilla mit Schnörkel, Stuck und einem eigenen Charakter in jedem Raum, der Paul Breidenstein und seinem Letmather Leitungsteam besonderen Spaß macht. „Als ich das erste Mal hier drin war, bin ich aus dem Strahlen gar nicht mehr herausgekommen“, sagt Breidenstein.

Neuester Brandschutz und Barrierefreiheit

Zumal er genau das schon aus Iserlohn gewöhnt ist, wo die Musikschule seit Jahrzehnten reibungslos in den Räumen der alten Herbers-Villa an der Gartenstraße arbeitet. Mit der Trillingschen Villa zieht Letmathe nun in gewisser Weise gleich. Außer in Sachen Barrierefreiheit und Brandschutz – beides wird in Letmathe durch den jetzigen Umbau deutlich intensiver betrieben als in Iserlohn. Barrierefrei wird das Gebäude durch eine Rampe am hinteren Eingang und einen neu installierten Aufzug bis ins Dachgeschoss. Für den Brandschutz wurden alle Etagen mit Brandschutztüren ausgestattet, die das Treppenhaus vom Unterrichtstrakt trennen, der nun über ein zweites Treppenhaus für den Notfall verfügt – ein überaus aufwendiges Unterfangen, dem am Ende auf jeder Etage ein potenzieller Unterrichtsraum zum Opfer fiel.

Nach dem Unterrichtsstart am Montag geht es in Letmathe dann Schlag auf Schlag. Erste Veranstaltungen und neue Angebote sind in Planung, der Kulturausschuss hat sich für eine Sitzung angekündigt, und zur offiziellen Eröffnung soll es vom 13. bis 18. Juni eine ganze Feierwoche geben.

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