Mordversuch

Messerattacke in Letmathe: Haftbefehl wegen Mordversuchs

In dieser Bäckerei-Filiale soll eine Angestellte am 18. November versucht haben, ihre Arbeitskollegin mit einem Messer umzubringen.

In dieser Bäckerei-Filiale soll eine Angestellte am 18. November versucht haben, ihre Arbeitskollegin mit einem Messer umzubringen.

Foto: Thomas Reunert

Letmathe.  Die Staatsanwaltschaft Hagen hat am Freitag einen Haftbefehl gegen die 47-jährige Frau erlassen, die versucht hat, ihre Kollegin umzubringen.

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Die Kriminalpolizei und die Hagener Mordkommission haben ein Kapitalverbrechen aufgeklärt, das zunächst wie ein tragischer Betriebsunfall ausgesehen hatte: Es war keineswegs ein tragischer Unfall, sondern versuchter Mord, was sich am Morgen des 18. November in einer Bäckerei-Filiale an der Hagener Straße um 8.50 Uhr ereignet hatte. Das ist das vorläufige Ergebnis der bisherigen Ermittlungen der Kriminalpolizei und Hagener Mordkommission. Sie gehen von einer Vorsatztat aus zur Verdeckung einer Straftat: Unterschlagungen in der Bäckerei-Filiale an der Hagener Straße.

Kollegin ein Fleischermesser in den Bauch gerammt

Die Staatsanwaltschaft Hagen hat am Freitag Haftbefehl gegen eine 47-jährige Frau erlassen, die nach Recherchen unserer Zeitung in Hemer wohnt. Ihr wirft die Anklage vor, die 19-jährige Kollegin aus Altena in der Bäckerei unter einem Vorwand in eine Abstellkammer gelockt und dort der arg- und wehrlosen Frau heimtückisch ein Fleischermesser in den Bauch gerammt zu haben, um sie absichtlich lebensgefährlich zu verletzen. Ihr Opfer konnte sich noch in den Verkaufsraum schleppen, wo Kunden erste Hilfe leisteten und die Rettungskräfte alarmierten, die sie dann – wie berichtet – in ein Hagener Krankenhaus brachten.

Die Schwerstverletzte lag mehrere Tage im Koma. Durch ärztliche Kunst hat sie die Messerattacke überlebt. Als sie aus dem Koma erwachte, konnte die Kriminalpolizei sie vernehmen. Dabei soll sie die Messerattacke so geschildert haben, dass sich die Angreiferin sogar noch bei ihr für die Messerattacke entschuldigt haben soll – mit den Worten: „Tut mir leid.“

Die 47-jährige Hemeranerin war mit dem Verdacht auf einen Schock in ein Iserlohner Krankenhaus eingeliefert worden. Sie hatte den Ermittlern zu Protokoll gegeben, dass es beim Auspacken von Kartons zu dem „Unfall“ gekommen sein, weil ihre jüngere Kollegin durch eine Spinne aufgeschreckt zu einer abrupten Bewegung verleitet worden war. Dabei habe sich die 47-jährige Bäckerei-Angestellte gedreht und ihre Altenaer Kollegin „unglücklich mit dem Messer verletzt“.

Zum möglichen Motiv und zum Hintergrund der Bluttat war nach Informationen unserer Zeitung zu erfahren: Die schwer verschuldete mutmaßliche Täterin soll zwischen dem 11. und 15. November Einnahmen in der Letmather Bäckerei unterschlagen haben. Dem Vernehmen nach soll es um rund 2000 Euro gegangen sein. Den Tatverdacht habe sie auf die jüngere Kollegin lenken wollen, indem sie deren Unterschrift unter einer Abrechnung gefälscht haben soll.

Nach der Festnahme der Hemeranerin am Donnerstag, die die Unterschlagungen eingeräumt haben soll, ordnete das Amtsgericht Hagen am Freitag Untersuchungshaft an, unter anderem wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung. Dem Vernehmen nach soll die Beschuldigte das Messer, das sie ihrer Kollegin bis zum Anschlag in den Bauch rammte, von zu Hause mit an ihren Arbeitsplatz gebracht haben.

48. Geburtstag am ersten Weihnachtstag in U-Haft

Ihren 48. Geburtstag wird die Hemeranerin, die zwischenzeitlich in der Hans-Prinzhorn-Klinik untergebracht gewesen sein soll, am ersten Weihnachtstag vermutlich in der Untersuchungshaft erleben.

Die Bäckerei soll Anzeige wegen der Unterschlagungen erstattet haben. Die Ermittlungen dauern an.

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