Kultur

Kulturabend bei Pollmeier steigert die Schokoladen-Lust

Caroline Keufen (im Vordergrund) und Maryanne Piper lösten bei Pollmeier bewusst eine „Schoko-Manie“ aus.

Caroline Keufen (im Vordergrund) und Maryanne Piper lösten bei Pollmeier bewusst eine „Schoko-Manie“ aus.

Foto: Torsten Tullius

Genna.   Das Programm von Caroline Keufen und Maryanne Piper war ganz nach dem Geschmack des Publikums.

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Eine „Schoki“ geht immer, auch in der Fastenzeit. Dessen war sich ein hochzufriedenes Publikum in der ausverkauften Gaststätte Pollmeier sicher. Auf den Geschmack gebracht wurden die Gäste von Caroline Keufen und Maryanne Piper, die ihr Programm „Schoko-Manie. Im Club der Süchtigen“ präsentierte.

Caroline Keufen zeichnete mit leichter Hand eine Kulturgeschichte der Schokolade. Durch das Vorhalten von Papiermasken schlüpfte sie sekundenschnell in die verschiedensten Rollen und rezitierte historische und zeitgenössische Texte im Original oder satirisch verfremdet. Sie mimte einen „Eroberer Mexikos“, der einem europäischen Publikum die Geheimnisse des „braunen Goldes“, der Kakaobohne, erklärt. Oder, ganz modern, eine „Sensorik-Lehrerin“, die über die gesundheitlichen Vorteile von Bitterschokolade referierte, inklusive einer Verkostung für das Publikum. Ihre Stimme wisperte, seufzte, war voller Abscheu und jubilierte – wie anders ließe sich die Schokolade – ein Genussmittel, das seit seiner Ankunft in Europa derart die Gemüter erhitzte – besser umschreiben?

Die Schokolade wurde verdammt von Klerus und Moralaposteln, weil es „die Lust“ errege. Gleichzeitig wurde sie an Europas Fürstenhöfen gerade aufgrund dieser nachgesagten Eigenschaften geschätzt und Zutat der raffiniertesten sinnlichen Rezepte. In einer komischen Variante vom Sündenfall schilderte sie den Abwehrkampf einer modernen Eva, die sich gegen die Einflüsterungen der Schokolade wehrt, sie müsse dringend verzehrt werden. Die Schauspielerin spannte den weiten Bogen des Humors von der gepflegten Parodie bis zum Klamauk, etwa wenn sie das Lied des „Kakao-Boys vom Tennesse-See“ anstimmte. Dieser braucht „keine Frau, keinen Colt“, er hat „immer nur Kühe und Kakao gewollt“.

Maryanne Piper begleitete Caroline Keufens Ritt durch die Schokoladengeschichte musikalisch. Mit Saxophon, Klarinette und Kalimba, einem afrikanischen Daumenklavier, unterstrich sie Pointen und begleitete lautmalerisch den Text ihrer Partnerin.

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