Melange bei Pollmeier

Kaffee ist „schwarzes Öl, das die Maschine am laufen hält“

Mit seinem Programm „Lob des Kaffees“ war Stephan Schäfer am Freitagabend im Rahmen der Melange bei Pollmeier zu Gast. Foto:Annabell Jatzke

Mit seinem Programm „Lob des Kaffees“ war Stephan Schäfer am Freitagabend im Rahmen der Melange bei Pollmeier zu Gast. Foto:Annabell Jatzke

Letmathe.  Stephan Schäfer beleuchtet das Getränk bei der Melange von allen Seiten.

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Für den einen ist es ein Genussmittel, für den anderen gar schon „stimulierendes Gift“, mit dem man sich aufputscht und für den nächsten ist es schlichtweg Kaffee. Am Freitagabend nahm der Kölner Kulturmanager, Moderator und Rezitator Stephan Schäfer bei der Melange in der Gaststätte Pollmeier seine Zuhörer mit seinem Programm „Lob des Kaffees“ mit auf eine Reise in die Herkunft und Geschichte des Kaffees. Selbstverständlich wurde dabei auch den Kaffeehäusern der Welt Betrachtung geschenkt.
Die Zuhörer hörten nicht nur Texte von Stefan Zweig, Honoré de Balzac oder Friedrich Torberg, sondern es gab auch allerhand Wissenswertes rund um die kleine, geschmacksintensive Bohne. Ein Drittel der Kaffeeproduktion erfolgt in Brasilien, der Kaffee ist sozusagen Brasiliens Gold. Wer jetzt glauben mag, dass der Kaffee aus Brasilien stammt, der irrt. Seinen Ursprung hat Kaffee im Mokkaland Arabien.
Stefan Zweig beispielsweise sieht Brasilien angesichts der Kaffeeproduktion als Land der Zukunft. Und Schriftsteller Ernst Moritz Arndt beschreibt den Sommer in einem der Pariser Kaffeehäuser und deren Kultur, wo Kaffee zum guten Ton gehört. Der Koffeinsucht verfallen ist Honoré de Balzac, für den Kaffee „schwarzes Öl, das die Maschine am Laufen hält“ ist. Mit Mengen an Kaffee dopt sich de Balzac, um mehr und mehr zu schreiben. Zudem hatte Stephan Schäfer weitere Reiseberichte wie unter anderem von Mark Twain im Gepäck, bei denen auch immer wieder das Genussmittel Kaffee eine Rolle spielte.

Dichter vom anregendenDuft inspiriert

Nach der Pause, die jedoch keine Kaffeepause war, tauchte Stephan Schäfer in weitere Geschichten ein, bei denen die Dichter und Denker auch vom anregenden Duft des Kaffees inspiriert wurden. Von dem Schweizer Schriftsteller Robert Walzer trug Schäfer „Das Kaffeehaus“ vor. Es folgten Werke von W.G. Sebald und Friedrich Torberg, die in ihren Texten einerseits das Flair in einem lauten Kaffeehaus in der Lagunenstadt Venedig und andererseits in den traditionellen Wiener Kaffeehäusern beschreiben.
Der Abend rund um den Kaffee war einmal etwas ganz Besonderes bei der Melange in der Gaststätte Pollmeier, wo sonst eher Humorvolles dargeboten wird. Nichtsdestotrotz war der Unterhaltungswert groß, erfuhr der Zuhörer doch eine Menge über das Getränk, was heutzutage in den verschiedensten Varianten, sei es als Cappuccino oder Latte Macchiato gereicht wird. Und wer Stephan Schäfer, der das erste Mal bei Pollmeiers auftrat, so lauschte, der bekam mitunter Durst auf eine wohlige Tasse Kaffee.

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