Sanierung

Fast fertig – So schön ist der Letmather Saalbau geworden

Aus der Vision ist Wirklichkeit geworden: Im Städtischen Saalbau legen Handwerker in gerade letzte Hand an.

Aus der Vision ist Wirklichkeit geworden: Im Städtischen Saalbau legen Handwerker in gerade letzte Hand an.

Foto: Alexander Barth / IKZ

Letmathe.  Der sanierte Letmather Saalbau sucht die goldene Mitte zwischen Ästhetik und Zweckmäßigkeit. Am Donnerstag kommen die ersten Gäste.

Hell, geräumig, modern: Der „neue“ Saalbau weiß Besucher mit einem frischen ersten Eindruck für sich einzunehmen. Obwohl der Parkplatz an diesem Montagnachmittag noch eine Baustelle ist und im Inneren Umzugsatmosphäre herrscht, soll hier schon am Donnerstag die erste Veranstaltung stattfinden – die Märkische Bank hat den Saal gebucht und darf somit die inoffizielle Einweihung vornehmen. Eine feierliche Eröffnung soll noch folgen, wenn alles fertig ist. Den Zeitplan einzuhalten sei die größte Herausforderung in den letzten Wochen gewesen, beantwortet Architekt Frank Göcking eine entsprechende Frage ohne lange nachdenken zu müssen.

„Hier und da gibt es Probleme mit den Zulieferern“, erklärt er vor allem die Verzögerung bei der Außensanierung, für die auf Maß gefertigte Steine benötigt werden. Innen müsse nur noch an einigen Stellen nachgebessert werden, versichert Göcking, der mit der Umsetzung seiner Vision zufrieden wirkt: Die historische Decke liegt frei, die neuen Fenster sind den halbkreisförmigen Oberlichtern des „Kaisersaals“ nachempfunden. Rohre an der Decke ermöglichen Lüften und Heizen nach heutigen Standards und bringen einen Hauch Industriekultur in den Saal, pilzförmige Lampen, ein Import aus Belgien, sorgen für modernes Design und können mittels LED-Technologie in unterschiedlichen Farben leuchten.

Beleuchtung möglich in allen Regenbogenfarben

Dasselbe gilt für Lichtleisten an den Wänden, zusammen kann der Raum je nach Charakter der jeweiligen Veranstaltung in fast jede beliebige Lichtstimmung getaucht werden. Frank Göcking verteidigt die Entscheidung, die Lüftungsrohre sichtbar unterhalb der restaurierten Korbbogendecke zu verlegen und nennt Gründe: „Wir sind nie mit dem Ziel angetreten, den historischen Zustand vollständig zu rekonstruieren, dazu hätten wir gar nicht die Mittel gehabt. Es sollte eine Mischung aus neuen und alten Komponenten werden, nicht zuletzt muss der Saal ja auch funktionieren als Veranstaltungsort für ganz unterschiedliche Bedürfnisse.“ Das bedeute eben auch Kontrolle über das Raumklima – dies zu erfüllen und dabei die Lüftungsrohre optisch verschwinden zu lassen, sei unmöglich gewesen.

Der Architekt zeigt sich zuversichtlich, dass der „neue“ Saalbau gut angenommen wird, während er den Stand der Dinge kritisch in Augenschein nimmt und mit den den umherhuschenden Handwerkern und Technikern die letzten Schritte bespricht. Unter anderem ist die Bühnentechnik verbessert worden: An vor kurzem angebrachten Traversen, also Stahlgerüsten für Scheinwerfer und andere Geräte, wird grade getüftelt.

Die Soundanlage wird ebenso einsatzbereit gemacht, zwischendurch tönt zu Testzwecken Musik durch den Saal – das klingt schon ganz anständig. Die Bühne selbst hat eine Zweitfunktion erhalten und dient zukünftig auch als Einbauschrank. „Bei der Sanierung haben wir Hohlräume gefunden, die kann man jetzt als Stauraum nutzen“, erklärt Frank Göcking. Dafür wurden spezielle Rollwagen angefertigt. Auch ein Vorhang ist schon installiert, in Weinrot: „Wir haben erst ein kräftigeres Rot in Betracht gezogen, das erschien uns dann aber zu gewagt.“ Die Stoffauswahl ist eins von vielen Beispielen, die verdeutlichen: Hier wird mit Liebe zum Detail gearbeitet.

Letzte Mängel werden in der nächsten Zeit behoben

Am Dienstag standen Aufräumen und die große Putzaktion auf dem Plan, heute die letzten Handgriffe – vorerst. „Bei so einem Projekt ist es ganz normal, dass bis zur Übergabe nicht alles hundertprozentig fertig wird. Wir werden später noch einen Zeitraum abstimmen, in dem wir die letzten Mängel beseitigen“, erläutert der Architekt und deutet exemplarisch auf den Fußboden, wo in einer Ecke noch der Belag ausgetauscht werden soll, damit das Parkett einheitlich ist. Wie sich der neue Saalbau bewährt, dürften sich schon bald zeigen.

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