Feuerwehr

ABC-Einsatz in Letmathe-Grüne: 25 Mitarbeiter betroffen

Die Drahtzieherei klärt ihre eigenen Abwässer. Bei der routinemäßigen chemischen Reinigung kam es zu einer ungeplanten Reaktion. Hier baut die Feuerwehr Dekontaminationszelte auf.

Die Drahtzieherei klärt ihre eigenen Abwässer. Bei der routinemäßigen chemischen Reinigung kam es zu einer ungeplanten Reaktion. Hier baut die Feuerwehr Dekontaminationszelte auf.

Foto: Alexander Barth

Grüne.  In der Drahtzieherei Lüling in der Grüne ist es am Donnerstag zu einem Chemieunfall gekommen. Für die Anwohner soll keine Gefahr bestanden haben.

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Bei Reinigungsarbeiten in der Drahtzieherei Lüling an der Untergrüner Straße im Letmather Ortsteil Grüne ist es am Donnerstag um 11.15 Uhr zu einer ungeplanten chemischen Reaktion gekommen. 25 Mitarbeiter kamen nach letzten Angaben der Feuerwehr vom Donnerstagabend mit den dabei entstandenen Dämpfen in Kontakt und mussten vom Rettungsdienst vor Ort untersucht und behandelt werden. 18 von ihnen wurden zur weiteren Behandlung und Beobachtung in umliegende Krankenhäuser gebracht, bei mindestens fünf von diesen wurden Verletzungen festgestellt.

Nicht betroffene Betriebsangehörige wurden für die Dauer des Einsatzes in einem bereitgestellten, beheizten Linienbus der Märkischen Verkehrsgesellschaft untergebracht. Eine Gefährdung der Bevölkerung könne ausgeschlossen werden, erklärte Feuerwehrsprecher Stefan Buchen, da die freigesetzten Schadstoffe das Gebäudeinnere nicht verlassen hätten. Der Feuerwehr war zunächst nur ein Betriebsunfall mit Salzsäure gemeldet worden. Beim Eintreffen des Rettungswagens stellte sich dann jedoch heraus, dass der Einsatz einen größeren Umfang hat und es weitaus mehr Betroffene gibt. Daraufhin wurde um 11.32 Uhr der in einem solchen Fall vorgesehene ABC-Alarm ausgelöst. Neben dem Gefahrgut-Zug der Berufsfeuerwehr wurden so auch die umliegenden Löschgruppen Unter- und Obergrüne, Lössel und Oestrich der Freiwilligen Feuerwehr alarmiert.

Auch die vier Löschgruppen aus dem Iserlohner Norden (Sümmern, Leckingsen, Drüpplingsen und Hennen), die speziell für Gefahrgüter ausgerüstet und ausgebildet sind, wurden in Marsch gesetzt. Insgesamt waren rund 80 Einsatzkräfte vor Ort, darunter auch der Leitende Notarzt des Märkischen Kreises, da zunächst von einem sogenannten Massenanfall von Verletzten (zehn oder mehr betroffene Personen) ausgegangen wurde.

Während Dekontaminationszelte aufgebaut wurden, bereitete die Feuerwehr Lüftungsmaßnahmen vor und nahm weitere Untersuchungen über die frei gewordenen Stoffe vor. Die Untergrüner Straße war während des Einsatzes im Bereich zwischen den Einmündungen Saatweg und Im Hütten voll gesperrt. Um 14 Uhr meldete die Feuerwehr, dass der Behälter, in dem die chemische Reaktion stattgefunden hatte, abgedichtet werden konnte und weitere Schadstoffmessungen durchgeführt würden. Eine halbe Stunde später folgte die endgültige Entwarnung: Es könnten keine Schadstoffe mehr nachgewiesen werden. An der Einsatzstelle begannen dann die Aufräumarbeiten, die Feuerwehr schloss den Einsatz gegen 15 Uhr ab und gab die Untergrüner Straße wieder frei.

Bei dem betroffenen Betrieb handelt es sich um das Iserlohner Werk der in Altena ansässigen Lüling-Gruppe, die 1997 die frühere Firma Hellwig-Draht an dieser Stelle übernommen hat. Der geschäftsführende Gesellschafter Fabian Schmidt war am Donnerstag vor Ort, wollte vorerst aber keinen Kommentar zu dem Vorfall abgeben.

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