Kunstaktion

Künstler versteigert 30 Paar High Heels in Hattingen

Hochhackige Damenschuhe in unterschiedlichen Größen und Farben versteigert Knut Waschkau zum Abschluss der Ausstellung. Foto:Bastian Haumann

Hochhackige Damenschuhe in unterschiedlichen Größen und Farben versteigert Knut Waschkau zum Abschluss der Ausstellung. Foto:Bastian Haumann

hattingen.   Knut Waschkau gibt hochhackige Objekte der Ausstellung „Abgesang“ für mindestens zehn Euro ab in Versteigerung am Sonntag.

Am Sonntag um 11 Uhr wird es die letzte Führung durch die Gemeinschaftsausstellung „Abgesang“ des Künstlertrios Manfred Holtkamp, Jürgen Mans und Knut Waschkau im Industriemuseum geben. Der Herdecker erläutert bei dieser Gelegenheit nicht nur Kunst, die den Räumen auf den Leib geschneidert worden ist. Waschkau versteigert auch einen Teil seiner eigenen Ausstellungsobjekte für den guten Zweck: 30 Paar High Heels kommen unter den Hammer.

Ein richtig fetter Hammer präsentiert sich auch als künstlerisches Objekt im Kellergewölbe der Gebläsehalle. Schwingt man ihn, stößt er gegen zwei Platten und macht Musik. Besucherinnen, die die Gänge zum Abschluss der Ausstellung erkunden wollen, empfiehlt der 70-Jährige festes und vor allem warmes Schuhwerk. Auch die Bank, von der aus ein Ausstellungsraum und die Kunst darin betrachtet werden sollen, animiert wohl nur diejenigen zum Sitzen, die warm eingepackt sind wie Eskimos.

Die Hochhackigen taugen eher für sommerliche Auftritte. Knut Waschkau setzt das weibliche Element bewusst in Szene als Kontrast zu Industriearchitektur und schweren Maschinen. Er muss jetzt noch lachen, wenn er an das Gesicht des Paketboten denkt, der dem Mann die 30 Paar Schuhe ins Haus geliefert hat. Er hätte sie auch ganz gern behalten und an seinem eigenen Haus außen hochstöckeln lassen. Gesprächsstoff hätten sie mit Sicherheit geliefert. Doch seine Frau hat ein Veto eingelegt gegen diese Form, Aufmerksamkeit zu erregen.

Passend zum Motto

Jetzt werden sie also versteigert. Die Aktion soll um 13 Uhr starten, vielleicht auch schon früher. „Am besten, die Besucher kommen um 11 Uhr und machen die Führung mit“, empfiehlt Waschkau. Dann kann er noch ein paar Geschichten erzählen. Interessierte Frauen nehmen schon mal auf einem Stuhl Platz – nicht die, die er mit Fäden verziert und in die Knie hat gehen lassen – und probieren und ihr Objekt der Begierde an. Das Mindestgebot bei der Versteigerung liegt dann bei zehn Euro. Bringt jedes Paar etwas mehr ein, hat Knut Waschkau seinen eigenen finanziellen Einsatz raus. Das Geld dafür möchte er gern Kick, den Hattingern im Unruhestand spenden, die baldaufhören. „Das passt doch“, sagt der Fan hochhackiger Frauenschuhe. Ein weiterer „Abgesang“.

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