Unglaublicher Fund

Zwei Kinder finden Diebesgut im Olpebach bei Benolpe

Die  beiden erfolgreichen "Schatzsucher" Viktoria Manshos und Sandro Schäfer.

Die  beiden erfolgreichen "Schatzsucher" Viktoria Manshos und Sandro Schäfer.

Foto: Privat / WP

Benolpe.   Zwei Kinder haben im Olpebach bei Benolpe einen Beutel mit Schmuck und Uhren gefunden - Diebesgut aus einem Einbruch im April in Würdinghausen.

Für die 10-jährige Viktoria Manshos ist der Olpebach bei Benolpe, nur wenige Meter vor der Haustür, ein beliebter Abenteuerspielplatz. Aber so spannend wie am vergangenen Sonntag war es noch nie. Zusammen mit ihrem Cousin Sandro Schäfer (10) aus Welschen Ennest fanden die beiden einen echten „Schatz“, einen Beutel voller Uhren und Schmuck. Klar ist mittlerweile, dass es sich um die Beute aus einem Einbruch in ein Schmuckwarengeschäft in Würdinghausen Anfang April handelt.

Großer „Fisch“

„Wir haben einen großen Fisch gefangen.“ Mit diesen Worten kamen die beiden Kinder am Sonntagnachmittag von ihrer Exkursion in dem Bachbett zurück und hielten ihren Eimer hoch. „Sie sind schon öfter im Bach unterwegs gewesen und haben schon alte Scharniere mit nach Hause gebracht“, erklärt Viktorias Stiefvater Emanuel Colucci.

Doch diesmal war es anders. In ihrem Eimer transportierten die Kinder einen Kunststoffbeutel voller Schmuck. Alle trauten ihren Augen nicht, als sie den Beutel auskippten. „Uhren, Ketten, Armbänder, an den meisten Stücken war noch ein Preisetikett dran und einige Uhren liefen sogar noch“, erklärt Emanuel Colucci.

Funkgeräte und ein Schraubenzieher

Und nicht nur das. Die Kinder sicherten außerdem zwei Funksprechgeräte und einen langen Schraubenzieher. Den Eltern war schnell klar, dass der Fund etwas mit einer Straftat zu tun haben könnte und riefen die Polizei. Zuvor hatten sie den Kinder erklärt, dass sie den Schmuck nicht behalten können. „Sie haben das auch sofort eingesehen“, so Viktorias Mutter Olga Colucci. Die Beamten der Wache Lennestadt holten die gefundenen Schmuckstücke und sagten zu den beiden „Schatzsuchern“ noch scherzhaft, sie könnten ja noch weitersuchen.

Das ließen sich Viktoria, die die fünfte Klasse der Lessing-Realschule in Grevenbrück besucht, und Sandro, Schüler der Klasse 4 der Grundschule Welschen Ennest, nicht zwei Mal sagen, zogen am Montag Nachmittag wiederum die Gummistiefel an und machten sich an die Fundstelle, einige Hundert Meter bachabwärts unterhalb von Benolpe.

Zweiter Fund am nächsten Tag

Kaum zu glauben, es dauerte nicht lange und die beiden hatten den nächsten „dicken Fisch“ im Köcher – diesmal eine Geldbörse mit Ausweisen und Kreditkarten, ausgestellt auf die Eigentümerin eines Schmuckgeschäfts in Würdinghausen. Wiederum rückte die Polizei an und holte den Fund ab. Später fanden die beiden noch eine Kette.

Die Ermittlungen der Polizei laufen noch, aber alles deutet darauf hin, dass der Schmuck aus dem rätselhaften Einbruch in das Schmuckgeschäft in der Nacht zum Montag, 8. April, stammt.

Wie die Wertsachen von Würdinghausen nach Benolpe gekommen sind, ist unklar. „Die Ermittlungen bezüglich des Einbruchs laufen ebenfalls noch“, so Polizeisprecher Michael Klein. Die beiden jungen Detektive sind ziemlich stolz und freuen sich über das Lob, dass sie alles richtig gemacht haben. Denn: „Als sie in der Schule davon erzählt haben, was sie gefunden haben, da wollte ihnen keiner glauben, auch die Lehrer nicht“, so Olga Colucci.

Rätselhafter Einbruch

In der Nacht zum Montag, 8. April, hatten sich drei unbekannte Täter Zugang zu dem Schmuckgeschäft in Würdinghausen verschafft. Die Täter hebelten ein Fenster im Erdgeschoss auf. Der Bewohner des Hauses wurde geweckt, machte sich bemerkbar und schlug die Täter in die Flucht. Sie flüchteten über den Hof eines Nachbargrundstücks. Die drei Männer ließen damals Schmuck und Bargeld im dreistelligen Eurobereich mitgehen. Eine Fahndung blieb erfolglos.

Am nächsten Morgen fanden die Mitarbeiter eines Bauunternehmens in Würdinghausen in dem firmeneigenen Steinbruch in Nähe der Vogelstange eine tote, männliche Person mit Sturzverletzungen. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei handelte es sich um einen 25-Jährigen ohne festen Wohnsitz.

Obduktion: Kein Fremdverschulden

Die Polizei ging davon aus, dass der Mann an dem Einbruchin das Schmuckgeschäft beteiligt war. Neben ihm wurde ein Teil der Beute gefunden. Die Obduktion der Leiche ergab später, dass der Man an seinen schweren Kopfverletzungen gestorben war. Seitdem gab es keine neuen Erkenntnisse in dem Fall, bis die beiden Kinder jetzt einen weiteren Teil der Beute fanden.

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